Unterwegs im „kleinen Weißen“ – meine Autowoche im Mai 2018

Es ist Ende Mai, ich habe zwei Woche Ferien. Um diese ein bisschen genießen zu können habe ich mir für eine Woche einen Mietwagen besorgt.
Zwischen dem 22. und dem 29. erkunde ich die Gegend und bin über das Wochenende in Nürnberg.

Wie schon im März hoffe ich auf den bestellten Golf. Im Gegensatz zu damals erfüllt sich diese Hoffnung auch und ich bekomme einen schneeweißen Golf VII mit kaum 700 Kilometern auf der Uhr. Mein erster kleiner Ausflug führt mich zurück zur Binauer Höhe. Es ist dunstig, die Sicht eher schlecht. Trotzdem setze ich meinen Begleiter erstmal in Szene und lasse meinen Blick über das Neckartal gen Mosbach schweifen.

Der kleine Weiße auf der Binauer Höhe
Dunst im Neckartal, Blick gen Mosbach

Am Abend desselben Tages – Mittwoch der 23.05. – verschlägt es mich auf den Königstuhl. Der Benzinverbrauch geht in ungeahnte Höhen. Von Südwesten zieht ein Gewitter auf und in der schwülwarmen Luft steigt Nebel am Berg auf.

Königstuhl, Gewitterzelle im Süden
Königstuhl, Nebel am Berg

Donnerstagmorgen breche ich zu meiner Reise nach Osten auf. Bis auf zwei kurze Abschnitte meide ich die Autobahn und fahre stattdessen über Landstraßen nach Nürnberg.

Unterwegs besuche ich das Städtchen Bad Mergentheim und nach einer Fahrt im Taubertal auch die ach so bekannte Stadt Rothenburg ob der Tauber. Die Straßen erinnern mich dabei teilweise an die L536 vor dem Ausbau, wenn auch breiter. Das ist also diese „Romatische Straße“.

Bad Mergentheim überrascht mit kostenlosem Parken (wenn auch nur für eine Stunde) und vielen öffentlichen Toiletten. Die Stadt und das Schloss mit Deutschordensmuseum und prunkvoller Kirche haben ihren Reiz.

Rothenburg ist dagegen eher nicht so meins. Trotz Donnerstagnachmittag ist die Stadt gut besucht. Ich komme mir wie in einem Museum vor. Dazu tragen die vielen kleinen und verwinkelten Gassen und die hutzeligen Häuschen bei. Es gibt ein Weihnachtsmuseum und viele kleine Lädchen. Überall sind Touristengruppen aus aller Welt. Perplex bin ich beim betreten der St. Jakobskirche: hier wird doch tatsächlich Eintritt verlangt. Das habe ich noch nirgendwo erlebt. Und ich habe schon die großen christlichen Prunkbauten in Köln, Strasbourg und Speyer besucht.
Hatte ich schon das Gewitter aufziehen sehen so werde ich zum Ende meines kleinen Spazierganges noch geduscht.

Bad Mergentheim, Schloss
Bad Mergentheim, Schloßkirche
Bad Mergentheim, Schloßkirche - das Symbol des Deutschen Ordens ist omnipräsent
Rothenburg, Röderschütt
Rothenburg, Stollengasse - Blick zum Burgtorturm
Rothenburg, Stadtansicht aus Metall
Rothenburg, Turm an Fürbringers Scheune
Rothenburg, Gedenkstein im Burggarten

Zum Nachmittag nehme ich den Feierabendverkehr in Fürth und Nürnberg mit ehe ich mein Quartier nördlich der Kaiserburg erreiche. Am Abend spaziere ich noch ein bisschen durch die Stadt und genieße den Blick von der Burg und die Abendsonne.
Aus meinem Zimmer strahlt mir später Venus entgegen. 

Nürnberg, Kaiserburg in der Abendsonne
Nürnberg, Blick über die Stadt zur Lorenzkirche
Nürnberg, Blick über die Stadt zur Kongresshalle aus den 30ern
Nürnberger Türme und Kräne - Blick zum Weißen Turm, dahinter das Kraftwerk
Nürnberger Türme - Sebalduskirche
Nürnberg Kaiserburg, Vestnertor - Licht und Schatten
Nürnberg - Venus zwischen Hochhäusern

Für den folgenden Freitag habe ich mir Großes vorgenommen. Ich möchte das ehemalige Reichsparteitagsgelände im Südosten der Stadt erkunden und den nationalsozialistischen Größenwahn auf mich wirken lassen. Ich parke mein Autochen an der Meistersingerhalle und schlendere los. Zuerst pausiere ich an der Ehrenhalle und werde später von der schieren Größe der nicht fertiggestellten Kongresshalle erschlagen.
Etwa zwei Stunden verbringe ich im zugehörigen Museum des Dokumentationszentrums.

Nach diesen eindrücken beginne ich meinen Rundweg um den Dutzendteich, passiere die Große Straße und statte dem Zeppelinfeld einen Besuch ab. Leider hatte ich nicht bedacht dass am ersten Juniwochenende Rock im Park stattfindet weshalb überall eifriges Aufbauen vonstatten geht und Teile der Anlage nur schwer passierbar sind.
Das Ganze, vor allem die Große Straße und das Zeppelinfeld hinterlassen ein bedrückendendes Gefühl in mir. Der aufziehende Regen tut sein Übriges dazu.
ich werde mir das Ganze bestimmt noch einmal ohne die Festivalbauten anschauen und habe diesen Besuch nicht bereut. Er regt sehr zum Nachdenken an. Dazu tragen auch die Exponate in der Ausstellung bei.

Ehrenhalle
Gedenkschrift In der Ehrenhalle
Dokumentationszentrum, Eingang
Tor in den Innenhof der Kongresshalle
Bedrückende Stimmung im Innenhof der Kongresshalle
Kongresshalle, Innenhof - hier sollte Platz für 50.000 Menschen sein
Innenhof der Kongresshalle, Detail
Innenhof der Kongresshalle, Detail - alles mit roten Ziegeln gemauert
Innenhof der Kongresshalle, die Natur holt sich alles zurück
Im Inneren des Dokumentationszentrums in der Kongresshalle
Im Inneren des Dokumentationszentrums in der Kongresshalle - 80 Jahre Geschichte; wer mag wohl über diese Treppen gegangen sein?
Dokumentationszentrum - Nie! Wieder!
Dokumentationszentrum, Hitler-Devotionalien
Kongresshalle, Blick von oben in den innenhof
Am Dutzendteich - Kanadagans
Am Dutzendteich - junge Kanadagänse
Kongresshalle, Fassadendetail - viele unterschiedliche Steinfarben
Große Straße - Rock im Park
Am Dutzendteich - Blick zur Kongresshalle
Dutzendteich - Blick zum Turm der Nürnberger Versicherung
Zeppelinfeld, Mauerdetail - Risse und rostende Anker im Beton
Zeppelinfeld, Haupttribüne - der Sepiaton ist Absicht; vor 80 Jahren herrschte hier noch eine andere Stimmung
Zeppelinfeld, Blick von der Haupttribüne und dem Rednerpult über die Anlage
Zeppelinfeld, Haupttribüne - Blick zum Rednerpult; hier hat er also gestanden und zu den Massen gesprochen
Dutzendteich

Am Abend fuhr ich weiter nach Erlangen. Dort besuchte ich den Main-Donau-Kanal und fotografierte am Abend bei Möhrendorf die helle Nacht.

Erlangen, am Kanal
Möhrendorf, Mond und Jupiter über Erlangen

Samstags bin ich mit Begleitung in der Fränkischen Schweiz unterwegs. Doch zuerst geht es zurück nach Möhrendorf und den dortigen Wasserschöpfrädern an der Regnitz. Gleich am ersten begreife ich, dass ich im Bierland Franken bin: Ein Kasten dieses Getränks steht im kalten Wasser. Die insgesamt drei Anlagen, die wir sehen, sind ein schönes Zeugnis vergangener Kultur.
Weitere dieser Räder finden sich in Baiersdorf und – stark bemoost – in Ebermannstadt.
Im Wiesenttal hinter Forchheim entecken wir eine sehr prominente Kirche am Berg und fahren hin. Von der Vexierkapelle oberhalb Reifenbergs haben wir einen wunderschönen Blick, der Bis zum Nürnberger Fernsehturm reicht und den markanten Tafelberg Walberla noch größer erscheinen lässt. Leider ist es sehr warm und schwül.

Nach Ebermannstadt fahren wir zur Burg Rabenstein – leider eine Enttäuschung – und anschließend nach Tüchersfeld mit seinen markanten Felsen.
Der beschauliche Ort Pottenstein und das ähnlich nette Gräfenberg sind weitere schöne Ziele.

Möhrendorf, Vierzigmannrad
Möhrendorf, Vierzigmannrad - Bierkühlung auf Fränkisch
Möhrendorf, Vierzigmannrad - Blick zu Schmiedsrad und Rinnigrad
Möhrendorf, Rinnigrad auf der anderen Seite der Regnitz
Möhrendorf, Schmiedsrad
Möhrendorf, Schmiedsrad - es fließt
Baiersdorf, Tafel zu den Schöpfrädern
Vexierkapelle bei Reifenberg
Vexierkapelle bei Reifenberg - Blick zur Walberla
Vexierkapelle bei Reifenberg - Blick ins Wiesenttal
Vexierkapelle bei Reifenberg - Blick gen Nürnberg
Vexierkapelle bei Reifenberg - Erlangen
Ebermannstadt, bemoostes Schöpfrad
Tüchersfeld, Zeckenstein
Pottenstein
Gräfenberg, Stadttor
Gräfenberg, Blick zur Dreifaltigkeitskirche

Am Abend lasse ich es mir nicht nehmen den Gasriesen Jupiter mit seinen vier größten Monde abzulichten.

Jupiter mit Kallisto, Ganymed, Europa und Io (von rechts nach links), dazu der Doppelstern Zubenelgenubi in der Waage

Am Sonntag geht es zurück nach Rhein-Neckar. Es war eine sehr schöne Zeit.

Montag ist mein letzter voller Tag mit dem kleinen Weißen.
Ich fahre zum Katzenbuckel und habe dieses Mal eine bessere Sicht auf die Windräder im Odenwald.
Auch ein Popobild im Sensbachtal wird gemacht.

Katzenbuckel - klare Sicht auf den Königstuhl
Katzenbuckel - Blick zu den Höhenzügen des vordern Odenwaldes zwischen Königstuhl und Schriesheimer Kopf
Katzenbuckel - Blick zur Burg Steinsberg
Katzenbuckel, Energie - Vier der fünf Greiner-Eck-Windräder und rechts der Funkturm auf dem Weißen Stein
Sensbachtal - Popobild mit Golf

Eine gelungene Woche geht zuende. Einzig den Venusuntergang über der Rheinebene konnte ich ob des schlechten Wetters an den Abenden nicht festhalten.

Auf bald!

— SnusTux|René M. – 01/06-2018

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