Zwanzig-Dreiundzwanzig: Das Jahr geht zu Ende. Zeit für einen kleinen bebilderten Rückblick; Zeit, die vergangenen 12 Monate noch einmal ins Gedächtnis zu holen. Gerade für die zweite Jahreshälfte war es schwer, das eine Bild des Monats zu finden. Andererseits gibt es in einem Monate kein einziges – im Oktober.

Das Jahr stand ganz im Zeichen von Neuem: Neue Arbeitsstelle, neue AusrĂĽstung, neue Orte.
Die Experimentierfreude kehrte phasenweise zurück. Und doch zeigen die folgenden 16 Aufnahmen recht deutlich, wo mein Fokus liegt: als stiller Beobachter mit Licht und räumlicher Tiefe zu spielen. Manche dieser Bilder mögen gefällig wirken, andere sind eher eigenwillig.

Ich wĂĽnsche Euch viel SpaĂź bei dieser kleinen RĂĽckschau.

Januar:
Eine kurze Verschnaufpause nach einem langen Arbeitstag führt mich zu dem Symbol meines jetzigen Tätigkeitsbereiches: zur Burg Steinsberg oberhalb von Sinsheim – dem „Kompass des Kraichgaus“.
Es ist etwas verschneit und der Blick schweift ĂĽber die HĂĽgel nach Nordwesten.

20230119 – Winterlandschaft

Februar:
Ein Sonntagnachmittag führt mich in die Nähe von Bruchsal. So langsam beginne ich die neue Freiheit eines eigenen Fahrzeuges zu schätzen. Und ich bin ständig auf der Suche nach neuen Fotospots, vor allem entlang der Bruchzone des Oberrheingrabens. An der Michaelskapelle bei Untergrombach ist recht viel Betrieb und doch schaffe ich es, mich aus dem Getümmel fern  zu halten. Die Sonne steht tief und sorgt für lange Schatten.

20230212 – Schattenwurf

März:
Die Auswahl war schwer, weshalb ich Euch zwei Aufnahmen zeige. Gegensätzlicher könnten diese kaum sein.

Bild eins vereint meine Liebe zu den Himmelslichtern mit Experimentierfreude.
Erneut bahnte sich ein Treffen der zwei hellsten Planeten Venus und Jupiter an. Die Tage zuvor hatte ich bereits an anderen Orten in der Stadt das Schauspiel beobachtet. Zum Monatsbeginn zog ich auf den kalten Hausberg Heidelbergs und bastelte aus einem Stapel Aufnahmen dieses 15-minĂĽtige Untergangsbild ĂĽber der Stadt zusammen.

20230301 – Begegnung am Himmel

Bild zwei zeigt erneut einen Blick von oben; den Blick auf eine große Stadt am späten Nachmittag.
Ich bin für ein paar Tage in Berlin und sauge das Leben dieser pulsierenden Großstadt in mich auf. Nach einer recht spontanen Idee stehe ich auf einem Aussichtspunkt am Potsdamer Platz. Kurz lichten sich die Wolken und die Sonne taucht die Leipziger Straße in warmes Licht. Die Hochhäuser werfen lange Schatten.

20230323 – Rush Hour

April:
Sanfte Hügel – schon wieder? Nunja, ich bin viel im südlichen Odenwald und im nördlichen Kraichgau unterwegs. Diese Gegend ist von vielen Höhenzügen und kleinen Taleinschnitten geprägt. Die folgende Ansicht habe ich seit Wochen im Kopf und an diesem Sonntagnachmittag kann ich sie umsetzen. Der Blick schweift vom Lobenfelder Ortseingang gen Wiesenbach durch ein weites Tal.

20230409 – Wiese und Wald

Mai:
Gleiches Spiel wie im Vormonat. Nur dieses Mal von einem anderen Ort: der Steinsberg. Im Gegensatz zum Januar-Bild ist die Blickrichtung dieses Mal Norden, mit dem Königstuhl im Hintergrund.
Dieser montägliche Ausflug sollte Folgen haben. Ich verzweifele am defekten Bildstabilisator meines alten Teles und beginne, nach Neuem zu schauen…

20230529 – Kraichgau

Juni:
…und vier Tage später kann ich es in den Ruhestand schicken. Aber nicht nur das Tele geht in Rente, auch meine geliebte „Alte Dame“ feiert kurz darauf ihren Abschied.
Da dieser Monat mit einem Wechsel meiner AusrĂĽstung verbunden ist, zeige ich Euch zwei Bilder, die dies gut illustrieren.

Bild eins ist eines der letzten mit meiner D300s und eines der ersten mit dem 100-400-er Tamron.
Eigentlich soll es wieder an der Steinsberg entstehen, doch an diesem Freitagabend ist der Parkplatz ĂĽberfĂĽllt. So ziehen eine gute Freundin und ich weiter nach SĂĽden. An der Ravensburg bei Sulzfeld ist es ruhig.
Wir sind nicht die Einzigen, die eine Blick von Oben genießen möchten. Am Westhimmel sind mehrere Ballone unterwegs. Den folgenden lichte ich mit 350 Millimetern Brennweite ab, wie er über den Kraichgau schwebt.

20230602 – Durch den Abendhimmel schweben

Bild zwei entsteht am letzten Tag des Monats bei Neckarbischofsheim. Es ist mal wieder eine kleine Verschnaufpause von der Arbeit. Statt der D300s ist nun die D780 mit dem 24-120-er f/4-Objektiv in meiner Tasche. Und eben jene folgende Aufnahme zeigt, warum ich diese Vollformat-Kombi von Anfang an so liebe: Ein extremer Freisteller bei 120 Millimetern und Offenblende. Vorder- und Hintergrund verschwimmen in der Unschärfe.

20230630 – Getreidefeld

Juli:
Auch in den beiden folgenden Monaten gibt es je zwei Bilder. Einerseits bin ich am Testen des neuen Equipments, anderseits auch viel unterwegs – es ist Urlaubszeit.

Bild eins entsteht bei Heddesbach im Odenwald. Mancher sieht die Windkraftanlagen als Verschandelung der Odenwald-Landschaft. Ich kann das verstehen und war anfangs eher zwiegespalten, gerade, wenn ich an den Blick vom Katzenbuckel denke. Und doch sind sie notwendig. Eines davon dient als Motiv fĂĽr dieses abendliche Bild.
Wenn ich es mir recht ĂĽberlege, sind viele dieser 16 Bilder abends entstanden. Es ist und bleibt meine liebste Tageszeit.

20230702 – Odenwald

Bild zwei fĂĽhrt uns an einem Donnerstagabend zurĂĽck nach Lobenfeld.
Hier dienen die hügelige Kraichgau-Landschaft und der Königstuhl erneut als Motiv. Eben dieses Bild ist erst dank neuer Ausrüstung und großer Offenblende bei langer Brennweite möglich.

20230706 - Abendstimmung

August:
Ich bin unterwegs. Neue Orte und Altbekanntes aus neuen Blickwinkel zeichnen diesen Monat aus.

Bild eins zeigt die Innenansicht eines geschichtsträchtigen Gebäudes, des Doms zu Mainz. Ein Spiel mit Tiefe, Linien und Licht.
Die Stadt am Rheinknie hat es mir angetan und ich werde garantiert zurĂĽckkehren.

20230811 – Lichtblick

Bild zwei muss mit in diesen RĂĽckblick.
Ich kann mich daran nicht satt sehen. Es hängt in 50×70-cm-Vergrößerung an meiner Wand und ziert den Dezember meines Göteborg-Kalenders fĂĽr 2024. Hier passt alles. Es entsteht kaum eine Woche später in meinem Hotelzimmer in Göteborg und zeigt einen Pfeiler der Ă„lvsborgsbron. Eine schöne Erinnerung an eine Stadt im Umbruch; ein kleiner Ruhepol.

20230817 – Brücke am Abend (aka „30 Minuten“)

September:
Es ist ein dichter Monat, sowohl auf der Arbeit, als auch bei privaten AusflĂĽgen.
Dieses Bild aus dem Mannheimer Luisenpark kann dies schön illustrieren. Es ist eine Spielerei mit Graufilter und langer Belichtung bei Tageslicht und entsteht während eines Besuches der BuGa23.

20230914 – Wasserspiel

Oktober:
Hier könnte ich jetzt eine graue Fläche zeigen. Denn so fühlt sich der Monat für mich an. Ich bin krank daheim und habe keine Kraft, mich bei trübem Wetter auf den Weg zu Fotospots zu machen.

November:
So recht besser ist auch dieser Monat nicht. Immerhin hocke ich nicht mehr daheim und schaffe es, zumindest einen Sonntag auf den Königstuhl zu fahren. Die Aussichtsplattform ist gut gefüllt und der Blick geht gen Stadt.

20231112 – Pause

Dezember:
Das Jahr geht zuende. Ich bin  unterwegs. Binnen einer Woche entstehen die folgenden beiden Bilder.

Nummer eins ist eine weitere kurze Pause und fĂĽhrt mich ein drittes Mal nach Lobenfeld. Kurz nach Sonnenuntergang lichte ich die Kraichgau-HĂĽgel ab.

20231218 – Grüne Hügel

Bild Nummer zwei entsteht am 25.12. in Speyer. Der Dom verschwindet in der Nacht und wird angestrahlt. Aus der Hand fange ich dieses Spiel aus Licht und Schatten mit meinem „Nachtsichtgerät“ ein.

20231225 – Stein bei Nacht

Und damit beschlieĂźe ich dieses Jahr und diesen bebilderten RĂĽckblick.

Ich danke Euch, dass Ihr mich begleitet habt und blicke mit Spannung auf das kommende Jahr.

— SnusTux|René M. – 30/12-2023