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Lichtmalerei - Reisen - Technik

Unterwegs in Germersheim – 2018-01-09

Es ist Januar. Es ist grau, es ist kalt. Aber irgendwie will die Sonne doch zeigen, dass es sie noch gibt. Nach dem Hochwasser vor ein paar Tagen lugt unser Stern mal f├╝r ein paar Stunden hervor. Diese Zeit nutze ich f├╝r einen kleinen Ausflug ├╝ber den Rhein in die pf├Ąlzische Festungsstadt Germersheim.

F├╝r die Reise nutze ich mein Jobticket mal so richtig aus und fahre um kurz nach 9 mit der S3 in Heidelberg ab. Bei der Einfahrt in den Mannheimer Hauptbahnhof gesellt sich der ICE 202 (Basel-Dortmund) dazu, was ich ich in einem kurzen Videoschnipsel festhalte.

Im Mannheimer Hauptbahnhof leert sich der Zug recht stark und verliert seine hintere H├Ąlfte. Nach Ludwigshafen, Schifferstadt und Speyer wird es immer einsamer. Es geht durch die pf├Ąlzische Pampa gen S├╝den. In Germersheim angekommen steigen kaum noch Menschen aus der Bahn aus. Es ist kurz nach 10 Uhr, ich bin da. Es ist immer noch grau, aber die Wolken lichten sich langsam. Willkommen in Germersheim.┬á

Bahnhofsvorplatz in Germersheim

Meine Erkundung kann beginnen. Ich starte das GPS um meine Strecke aufzuzeichnen und gehe los. An der Ecke Bahnhofstra├če/Hauptstra├če entdecke ich ein ├Ąlteres Haus mit einem Sinnspruch.

Haus mit Spruch

Auf dem Weg vorbei am „Deutsche Stra├čenmuseum“ zeigt sich endlich die Sonne.

Sonne!

Ich bin in der Festung (besser: deren ├ťberresten) angekommen.

Die Festung

Rings um das st├Ądtische Wahrzeichen, dem Wei├čenburger Tor, ist eine riesige Baustelle sodass mir der Durchgang verwehrt bleibt.

Baustelle Wei├čenburger Tor

Stattdessen z├╝cke ich meine „alte Dame“ und erkunde den Festungspark Fronte Lamotte

Sonniger Blick zum Wei├čenburger Tor
Mauerreste
Die Bastion Fronte Lamotte - ziemlich wehrhaft
Im Inneren der Bastion
Baustelle Torgeb├Ąude
Auf der Mauer
Blick zum Tor, im Vordergrund eine Bronzetafel der Festungsanlage
Fronte Lamotte


Bei diesem sch├Ânen Wetter will ich unbedingt zum Rhein, ein bisschen am Fluss entlang spazieren.
Achso, Hochwasser, da war ja was.

├ťberreste von der Flut
Wasser-Wegweiser

Das Tele hab ich auch noch einstecken, auch wenn mir der defekte Autofokus arg zu schaffen macht. F├╝r ein paar sch├Âne Bilder reicht es trotzdem.

24 Kilometer nach Speyer schwimmen, warum nicht.?
Wasser-Mann - Gevatter Rhein
Pausenm├Âglichkeit inklusive Fu├čw├Ąsche
Futtersuche im Wasser


Soweit meine grob geplante Runde. Sp├Ąter geht es in die Stadt. Doch auf dem R├╝ckweg dorthin spaziere ich hinter dem Friedhof entlang und entdecke den Hinweis auf ein Vogelschutzgebiet in den Rheinauen.

Eine kleine Idylle jenseits der Eisenbahn, im ├ťberflutungsgebiet des Rheins.

Idylle. Der Bornpfuhl.
Majest├Ąt im Sonnenlicht

Edit 20180111: Ich habe Tante Wiki nochmal gefragt und sie hat mir erkl├Ąrt, dass die putzigen Tierchen Nutrias sind.
Eigentlich ein Vogelschutzgebiet, doch pl├Âtzlich sehe etwas durchs Wasser huschen – eine Bisamratte Nutria!

Da schwimmt etwas!

Zeit, erneut das Tele draufzuklemmen und den Nager zu beobachten. Der manuelle AF macht es nicht gerade einfach. Die Kamera stelle ich in den Q(uiet)-Modus, damit es nicht so klackert und wechsele auf die Zeitvorwahl. Mit 1/30 und bald 1/60 Sekunde komme ich ganz gut hin. Durch die vielen B├Ąume und das Dickicht ist es doch eher d├╝ster – trotz Sonne. Mit langen Belichtungszeiten w├╝rde kaum noch etwas Scharfes auf dem Sensor landen.┬á
Die Bisamratte Das Nutria verspeist gen├╝sslich Gr├╝nzeug, ehe sie gest├Ârt wird.

Guten Appetit!
Weg hier!

Und damit noch nicht genug. Ich entdecke ein Jungtier, das sich recht gut zwischen Zweigen und Bl├Ąttern versteckt. Sp├Ąter, nachdem ich┬á ich etwas entfernt habe, traut es sich an ein paar herumliegende┬áMandarinen. Das Elterntier kommt hinzu. Irgendwie entdecken mich die beiden doch und fl├╝chten. Trotzdem gelingen mir ein paar sch├Âne Bilder.

Nachwuchs
Erwischt! Schnell weg hier!

Ich bin ├╝berrascht und ziemlich gl├╝cklich. Der Ausschuss vom Tamron-Tele ist leider recht gro├č, vor allem bei den Vogelbildern. Es hat sich trotzdem gelohnt das lange Glas mitzunehmen.

W├Ąhrend einer l├Ąngeren Pause an der Fronte Lamotte genie├če ich die letzten Sonnenstrahlen. Die Wolken kehren zur├╝ck und es wird grau, weshalb ich meist mit dem Telefon fotografiere und die D300s in der Tasche bleibt.
Also setze meinen Spaziergang fort und erkunde die Stadt ein bisschen. Entlang der riesigen Seyssel-Kaserne gehe ich zur Fronte Beckers und auf selbige. Sp├Ąter, nach einer kleinen Kakao-Pause, zum Ludwigstor im Norden der Stadt. Dort befindet sich das, leider geschlossene, Festungs- und Stadtmuseum von Germersheim und der Grundstein der Festung.

Die Seysselkaserne - eine knapp 300 Meter lange Mauer
Fronte Beckers im Grau
Fronte Beckers - die Natur holt es sich zur├╝ck
Fronte Beckers - auf dem Wall
Jakobstra├če/Ecke Marktstra├če
├ťberreste der fr├╝heren Herrschaft. Bis 1946 war die Pfalz bayerisch.
Ludwigstor
Wichtiger Hinweis
Grundstein der Festung am Ludwigstor
Ludwigstor, R├╝ckansicht

Gegen 14 Uhr mache ich mich langsam auf den R├╝ckweg zum Bahnhof. In Sichtweite des Ludwigstores entdecke ich eine sch├Âne Fassadenbemalung.
Weniger sch├Ân sieht hingegen der Alte Bahnhof von Germersheim aus. Das Empfangsgeb├Ąude aus den 1860-er Jahren ist zwar noch bewohnt und bewirtschaftet (nicht von der Bahn), verf├Ąllt aber trotzdem. Schade um dieses Kleinod in Fachwerk.

Fassadenkunst
Alter Bahnhof von Germersheim - R├╝ckseite
Alter Bahnhof von Germersheim - Gleis-Seite

Kurz vor┬á vier erreiche ich mit der S-Bahn wieder Heidelberg. Bei einem kleinen Abstecher in die Bahnstadt schaue ich auf und sehe, wie sich zwei der riesigen Kr├Ąne zueinander drehen und schlie├člich ├╝bereinander liegen. Ein kurioses Bild.

Kran-Kunst in der Heidelberger Bahnstadt

Ein sehr gelungener Ausflug geht zuende. Die Sonnenstrahlen habe ich lang ersehnt und genossen. Germersheim ist eine hutzelige kleine Stadt, umgeben von Resten dicker Mauern und Bastionen. W├Ąhrend meiner gut vier Stunden wirkte die Stadt oft wie ausgestorben. Nur vereinzelte Touristen – meist ├Ąlteren Semesters – sah ich.

Zum Abschluss ist hier der Link zu meinem 10-Kilometer-Spaziergang durch die Stadt: 

Vielen Dank, dass Ihr mir auf meinem Ausflug gefolgt seid. Bis bald!

ÔÇö SnusTux|Ren├ę M. ÔÇô 10/01-2018

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1 Kommentar

  1. Rainer 2018-01-13

    Sehr sch├Âne Bilder und Gl├╝ck bei den Tieraufnahmen!

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