Dürre- & Hitze-Sommer 2026 – zweiter Teil


Seit dem letzten Sommer-Artikel sind nun drei Wochen vergangen.
Ich möchte Euch nun erneut mitnehmen und ein paar Bilder aus der Region zeigen.

Doch zuerst das Klima-Diagramm der vergangenen drei Wochen:

Es wird nicht besser. 30 Grad sind neue Normalität. Die Nächte sind nur selten erträglich. 18 Grad und weniger fühlen sich da fast wie ein Wintereinbruch an. Wirklich Abkühlung bringen sie aber nicht. Die Wärme sitzt in den Häusern und es wird dauern, bis sich die Mauern abgekühlt haben.
Niederschlag kam nur durch ein langes Gewitter am 17. Juli, seitdem kein Tropfen mehr. Auf absehbare Zeit wird sich das wohl auch nicht ändern, außer durch lokale Gewitter.

Am 07. August – einer der kühleren Tage – erkunde ich die Region. Durch die Horror-Nachrichten aus Köln – dort kann man mittlerweile durch den Rhein auf die andere Seite spazieren – will ich nun auch mal zum großen Fluss. Vorab erkunde ich über ein paar Kartendienste lohnende Standorte.
Doch die Tour beginnt gegen Mittag in der Heidelberger Weststadt, an der Christuskirche.

Der Park verkommt zur Steppe. Da hilft auch sporadische Bewässerung nur wenig. Über deren Sinn lässt sich in Zeiten extremer Dürre streiten. Auch die alten Bäume leiden. Die Blätter sind eher beige-braun als grün.

Kurz darauf sitze ich in der S-Bahn nach Mannheim. An mir fliegen abgeerntete und verdorrte Felder vorbei – ganz ähnlich wie im Juli in Dossenheim. Es ist erschreckend.
Trotz „nur“ um die 25 Grad steht in der dicht bebauten Stadt mit ihren gepflasterten Plätzen die Luft. Vor dem Bahnhof ist es grenzwertig und kaum auszuhalten. Mit dem Bus geht es in den Lindenhof, südlich der Innenstadt. Dort liegt, am Rhein entlang, eine Parkanlange.
Der Weg dorthin ist schon entspannter, da die Straße von vielen alten Bäumen gesäumt ist. Im Waldpark wird es noch angenehmer. Und doch ziehen sich zwischen den dichten Bäumen Bereiche mit hohen, vertrockneten Gräsern – eine Steppe. Der Rhein kommt näher und macht sich durch eine frische Brise bemerkbar.
Als erstes fällt mir ein Frachtschiff auf, dass flussabwärts fährt. Trotz sehr niedrigem Pegel fahren Schiffe? Ich bin etwas verwirrt. Laut Messung liegt der Mannheimer Pegel bei etwa einem Meter. Ob das auch die Fahrrinne beinhaltet, weiß ich nicht. Es ist also Verkehr auf dem Fluss. Auf der Ludwigshafener Seite befindet sich ebenfalls eine Parkanlage, die recht gut besucht ist. Ich steige zum Rhein hinab um mir ein besseres Bild machen zu können. Die Sandbänke am westlichen Ufer erscheinen mir unnormal groß. Bei genauerem Hinsehen entdecke ich, dass sich auf Sand und Geröll in einer bestimmten Höhe eine dunkle Linie abzeichnet. Das scheint also der normale Pegel zu sein. Von dort geht es noch ein gutes Stück abwärts.
Die Zeit verfliegt. Ich genieße und beobachte. Schiffe passieren, im Park sind ein paar Menschen unterwegs. Irgendwie habe ich mir das schlimmer vorgestellt, wenn auch nicht so extrem wie am Niederrhein.

Hier ein paar Eindrücke vom Rhein und der angrenzenden Parkanlage:

Vom Waldpark fahre ich alsbald in die Innenstadt zurück. Und bin erneut überrascht: Sowohl um den Wasserturm herum, als auch auf dem Paradeplatz ist von der Dürre wenig zu sehen. Die Wiesen sind satt grün, Blumen in verschiedenen Farben wachsen. Die Brunnen sind in Betrieb und sorgen in der Wüste aus Beton, Glas und Stein für etwas Abkühlung. Hier scheint die Stadt ganze Arbeit zu leisten. 

Als letztes möchte ich zur alten Neckarschleife zwischen MA-Seckenheim und Ilvesheim. Diese zieht zwischen Ladenburg und dem MA-Feudenheim wie ein „V“ ziemlich naturnah nach Süden. Parallel dazu verläuft der Neckarkanal schnurgerade nach Westen.
ich nähere mich mit der Bahn von Westen und suche anfangs vergeblich nach dem Fluss. Normalerweise ist dieser gut sichtbar, doch nicht heute. An der Böschung entdecke ich wieder diese dunkle Linie, die den normalen Pegelstand abbildet. Vor dort geht es noch ein gutes Stück abwärts zum Fluss.

In Seckenheim angekommen scheint alles relativ normal zu sein. Der Fluss ist in seinem Bett und strömt der Mündung zu. Es gibt Sand- und Schotterbänke und viel Grün am Neckar. Soweit so gut. Erst im Nachgang vergleiche ich meine Bilder mit Satellitenaufnahmen. Hier ist ein Unterschied zu sehen. Die Sandbänke existieren auch dort, sind aber wesentlich kleiner. Niedrigwasser. Das wird aber durch die Staubecken-Kaskade, die der Neckar seit etwa 100 Jahren ist, recht gut abgefedert.
Auf dem Rückweg stapfe ich erneut durch vertrocknete Wiesen, die aber im dichten Ufer-Bewuchs weniger auffallen.

Insgesamt wirkt alles irgendwie weniger schlimm, als es tatsächlich ist. Vor allem am Neckar ist das dem extremen Ausbau zu einer Wasserstraße geschuldet. Staubecken reiht sich an Staubecken, um den Pegel hoch genug für Schiffe zu halten. Aber irgendwann wird auch hier eine Grenze erreicht sein.

Die Wetteraussichten für die nächste Zeit sind düster. Der dringend benötigte Regen über eine längere Zeit wird erst einmal nicht kommen. Die Dürre wird sich weiter verschärfen.

Mit diesen düsteren Worten verabschiede ich mich für heute.

Passt auf Euch auf, gehabt Euch wohl & bis bald!

— SnusTux|René M. – 08/08-2026

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