Der Sommer 2026. Die erste Hälfte ist rum.
Zeit für ein bebildertes Zwischenfazit.
Es ist heiß, es ist trocken.
Um das zu verdeutlichen seht Ihr hier ein beeindruckendes Klimadiagramm. Es bildet den Zeitraum vom 16. Juni bis 15. Juli ab. Die Temperaturwerte stammen von der Station Mannheim, da für Heidelberg nicht der gesamte Zeitraum verfügbar ist. Die aufsummierten Niederschlagswerte sind von der Wetterstation im Kurpfalzhof, im westlichen Heidelberg.
Gerade die Temperaturen muss man erst einmal sacken lassen. Über mehr als zehn Tage hatte es Ende Juni über 30 Grad, mit dem Höhepunkt am 27.06., als an der 40-Grad-Marke gekratzt wurde. Seidem gab es kaum eine Abkühlung. Vor allem die letzten Juni-Tage waren zudem von drückender Schwüle geprägt. Der mickrige Niederschlag wurde vor allem durch Gewitter verursacht und war immer nur von sehr kurzer Dauer. Erst gestern, am 17. Juli, kamen binnen mehrer Stunden etwa 30 Millimeter zusammen. Leider alles nur der bekannte Tropfen auf den heißen – und trockenen – Stein.
Und das zeigt sich auch an den folgenden Bildern. Im Juni bin ich dreimal nachts und morgens unterwegs, vergangenes Wochenende dann zwei weitere Male.
Beginnen wir am Morgen des 19. Juni – Midsommarafton in Schweden. Der Königstuhl und dessen Umgebung sind meine Ziele. Die ersten vier Bilder entstehen auf dem Gipfel, vier weitere am Riesenstein und die beiden letzten am Ehrenfriedhof.
Schon auf den ersten beiden Bildern ist die Trockenheit deutlich zu erkennen. Die Felder in der Rheinebene sind eher beige-grau statt grün.
Die weiteren Aufnahmen sind dem werdenden Tag gewidmet. Langsam steigt die Sonne über den Bergen des Odenwaldes empor und sorgt für eine einzigartige Lichtstimmung. Diese halte ich hauptsächlich mit langen Brennweiten fest. Besonders stolz bin ich dabei auf des Motiv des Turmes der Heiliggeistkirche.
In der darauffolgenden Woche zieht es mich des nachts erneut auf den Berg. Ich will und muss der Hitze entfliehen. Bei Höchsttemperaturen um 35 Grad, stehender Luft und Sauna in meiner Wohnung muss das sein. Nun scheine ich nicht der Einzige zu sein, der diese Idee hat. An beiden Nächten, jeweils gegen 2/3 Uhr morgens ist die Aussichtsplattform auf dem Königstuhl gut gefüllt. In der ersten Nacht wechsle ich schnell den Standort zum Kanzlerblick. Hier ist der Dunst über der Stadt zu erahnen, während darüber die Sterne ziehen. In der zweiten Nacht bleibe ich etwas länger. Das Zusammenspiel zwischen Kassiopeia und dem Fernsehturm haben es mir angetan. Auch über dem Dunst der Rheinebene ziehen die Sterne.
Ich vegetiere so vor mich hin, während die Hitze immer unerträglicher wird. Die kurzen Gewitterschauer machen es eher noch schlimmer. 40 Grad müssen nicht sein!
Zum Julibeginn wird es etwas angenehmer. Die heftige Hitze ist vorerst passé. Bald kommt sie aber wieder, sodass ich mich spätestens zur Mittagszeit in meine Bude samt laufender Windmaschine verziehe. Wirklich angeneh ist auch das nicht.
Da ich ab dem 08. Juli regelmäßige Termine in der Stadt habe, muss ich aber raus. Schon lange beobachte ich die Trockenheit. Am Mittag des 10. Juli halte ich deren Auswirkungen nahe der Stadtbücherei fest. Sinnbildlich ist die letzte Aufnahme – Wiese und eine nahe Wand eines Denkmals. Es ist kaum ein Unterschied zu erkennen. Beides ist in grau-beige getüncht. Selbst in den wenigen schattigen Bereichen ist kaum grün auszumachen. Alles ähnelt einer Steppe. Fehlt nur noch der Wüstensand.
Einen letzten Ausflug unternehme ich am Morgen darauf. Durch Bilder einer Freundin komme ich auf die Idee, den Tagesanbruch selbst festzuhalten. Dazu fahre ich an diesem lauen Samstagmorgen zu Schwabenheimer Hof.
Die folgenden 12 Bilder erzählen eine kleine Geschichte vom beginnenden Tag.
Alle Aufnahmen entstehen mit langen Brennweiten bis 800 Millimeter. Hierzu nutze ich meinen zweifach Telekonverter.
Das Feld ist ausgetrocknet. Das Zusammenspiel mit der tiefstehenden Sonne sorgt für eine surreale Stimmung. Ich stelle mit vor, wie einzele Heuballen durch die Gegend fliegen.
Damit endet meine kleine Bilderreise durch die erste Hälfte des Sommers.
Vielleicht ist es der kühlste, den wir bis auf weiteres erlebt haben werden. Vielleicht sind 40 Grad und mehr das neue „Normal“. Vielleicht sind die Zeiten feuchter Sommer vorbei und langanhaltende Trockenheit und Dürre werden zum Alltag.
Vielleicht.
Vielleicht schaffen wir es aber auch, das zu verhindern – auch wenn es schon fast zu spät dafür ist und uns die Klimakatastrophe voll im Griff hat.
Passt auf Euch auf, gehabt Euch wohl & bis bald!
— SnusTux|René M. – 18/07-2026

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