25 Jahre Auto-mobil


Huch, wer ist denn das?
Und:
Huch, wie schnell vergeht ein Vierteljahrhundert?

Fragen über Fragen.

Nachdem ich schon für den letzten Beitrag über die Hornisgrinde in mein Archiv getaucht bin, mache ich dies nun erneut. Es wird eine weitere Zeitreise. Anlass dafür ist ein kleines – persönliches – Jubiläum.

Es begab sich im Frühjahr 2001.
Ich hatte ein knappes Jahr zuvor die Schule beendet und war kurz darauf in den sonnigen Südwesten der Republik gezogen. Im Spätherbst begann meine Zivi-Zeit auf dem Dorf. Damals war es fast schon „normal“ recht schnell selbst mobil zu sein und den Führerschein zu machen. In meiner Situation war das fast schon notwendig, gab es doch zur Zivi-Stelle nur das Papa-Taxi. Also sparte ich mein mageres Zivi-Geld um diese Plastikkarte zu bekommen. Die Auswahl einer passenden Schule ergab sich fast von selbst, lag diese doch fast gegenüber unserer Wohnung – heute ein Dönerladen.
Ich büffelte Theorie und lernte fahren. Anfangs auch auf dem Übungsplatz, wo ich mich mit dem Wesen eines manuellen Schaltgetriebes anfreunden durfte – und dessen Kupplung stark beanspruchte. Vom Familienvan wechselte ich während der Übungsstunden auf einen Golf IV.
Die Wochen und Monate vergingen, der Sommer kam. Zwischendurch durfte ich einen Audi A3 (erste Generation) über die A67 jagen und mal so richtig Gas geben. Irgendwann stand die Theorieprüfung an. Ich bestand sie auf Anhieb.

An einem sonnigen Donnerstag im August war es dann soweit. Im Wiesenbacher Tal in Neckargemünd begann meine praktische Prüfung.
Leere.
Erinnerungen daran habe ich nicht mehr. Die halbe, oder Dreiviertelstunde muss sich wie eine Ewigkeit angefühlt haben. Meine erste Erinnerung ist ein Anruf bei meinen Eltern, die zu der Zeit in Dresden waren.
Ich hatte es tatsächlich geschafft und hielt stolz die kleine Karte in meiner Hand.

Darauf nicht nur ein kindliches Bild von mir, sondern auch dieses ominöse Datum:
02. August 2001.

Doch nun begann die Reise erst richtig. Und dafür benötigte ich einen fahrbaren Untersatz.
Das war die Zeit, in der japanische Fahrzeuge hoch im Kurs standen, galten diese doch als sehr zuverlässig. Unser Familienvan war ein solches Fabrikat (wenn auch in den Niederlanden hergestellt). Bei einem Mitsubishi-Händler in Bammental wurden wir fündig. Das war noch lange vor den einschlägigen Online-Portalen, die die Suche so sehr vereinfachen und die immer wieder erschlagen ob der großen Auswahl. Damals gab es die Zeitung und den (online-)Besuch beim Händler.
Da stand er nun, der hellblaue Flitzer:

Das pixelige Bild muss aus der Anzeige stammen.

Ein Mitsubishi Colt, Erstzulassung 1993, mit 75PS aus 1,3 Litern Hubraum, schön klein und sportlich anzuschauen mit seinen zwei Spoilern. Damals für unter 4.000 DM (!) zu haben. Der optimale Anfang für eine Auto-Karriere.

Und jetzt wird es interessant.
Weitet sich doch ein Kreis, der sich gut 20 Jahre später schließen sollte. Im Spätsommer/Frühherbst 2001 war daran nicht zu denken. Der Kreis beginnt mit einem Blick auf meinen Führerschein. Ausstellende Behörde war damals das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis. In Vorbereitung auf meine erste Arbeit benötigte ich ein Gesundheitszeugnis. Um dieses zu erhalten musste ich nach Heidelberg in das Haupthaus des Landratsamtes. Dort trug sich folgendes zu:
Ich fuhr ins Parkhaus und fand auch eine Lücke. Der Frischling, der ich war, wollte diese elegant befahren. Nur hatte ich die Rechnung ohne einen quadratischen Betonpfeiler gemacht. Ich bog nach rechts in die Lücke ein. Qiiiiiiietsch! Dieses unsägliche Geräusch, das kaltverformendes Blech macht, wenn es auf einen härteren Widerstand trifft. Der Landratsamts-Pfeiler gewann haushoch gegen meine Beifahrertür. Intakt war sie nicht mehr, ließ sich aber noch öffnen.
So hatte ich mir meinen ersten Behördenbesuch nicht vorgestellt. Der erste kleine Schock für einen Fahranfänger.
Und der nächste sollte recht bald folgen.
In einer meiner ersten Arbeitswochen wollte ich nach der Schicht heimwärts fahren. Ein nebliger Abend im Oktober. Einsteigen und losfahren. Frontscheibe dicht von der Luftfeuchtigkeit. Aber ich wollte heim! Ein Bordstein an der Rampe zur Montpellierbrücke hatte etwas dagegen. Rrrrummms! Volltreffer! Stein: 2 – Metall: 0. In diesem Fall verformte ich meine rechte vordere Alufelge ungewollt kalt. Aus entspanntem Dahinrollen wurde ein Grumpel, begleitet von einem scheppernden Geräusch auf der rechten Seite. Ich schleppte mich zu einem Parkplatz am Römerkreis und begutachtete mein Missgeschick. Und ich durfte bei einsetzender Dunkelheit und miesem Wetter ein Rad wechseln – Lehrgeld für einen übermütigen Anfänger.

Der Türschaden wurde bald repariert und ich nahm die große weite Welt unter meine Räder. Nachfolgend noch eine Rückansicht meines ersten blauen Flitzers:

 

Zum Zeitpunkt der Aufnahme waren Tür und Felge noch intakt. Das Bild müsste wenige Tage nach Erwerb entstanden sein. Beachtenswert ist auch das Kennzeichen, dass noch aus der Zeit von vor der europaweiten Vereinheitlichung stammt und das ich weiternutzte.

Anfang April 2002 war dieses erste Auto-Kapitel auch schon wieder beendet. Binnen weniger Monate wechselten wir geschlossen von Japan nach Schweden und erfüllten uns jeweils einen Traum. Fahrzeug No. 1, der Familienwagen, wird später noch eine Rolle spielen.
Ich hielt in dieser Zeit nach etwas ganz speziellem Ausschau. Es sollte ein Klassiker werden, der damals noch als normaler Gebrauchtwagen zu haben war.
Dazu ein Bild, das erst Jahre später in meiner Studenten-Stadt Kiel entstand (der rote Benz im Hintergrund kann ignoriert werden):

Eleganz in Weiß.
Mein erster Berührungspunkt war ein rotes Modell, das ich nahe Koblenz testen durfte. Es folgte noch ein blauer aus Heidelberg. Schließlich wurde ich beim Saab-Händler im Frankfurter Ostend fündig.
141 aufgeladene PS aus 2 Litern Hubraum. Knapp 6.000 Euro. Ein Saab 900, Erstzulassung im März 1993. Neun Jahre alt, 120.000 Kilometer gelaufen.

Beim Anblick dieses Bildes beschleicht mich etwas Wehmut. Gleichzeitg gerate ich ins Schwärmen. Das sehr spezielle Geblubber des Auspuffs dringt in meine Ohren. Jahre später hörte ich dieses Geräusch und wusste, welches Auto es ist, ohne dieses zu sehen.

Mein „Troll“. Mein Reisebegleiter für die nächsten 7 1/2 Jahre. Auf meiner Skandinavien-Tour von 2003 kaufte ich in Karesuando, an der finnisch-schwedischen Grenze, ein passenden Maskottchen, das bis heute bei mir ist.

Ein kleiner Troll im großen „Troll“; freundlich im Blick.
Er war in gewisser Weise Ursache für meinen Lebensweg ab 2003/2004. Durch ein erstes Treffen von Inhabern solcher Fahrzeuge lernte ich im Sommer 2002 Kiel kennen, wo ich dann ab April 2004 Skandinavistik studierte. Von dort ging es 2007 für ein paar Monate zum Auslandssemester nach Göteborg. Der Rest ist Geschichte.

Ein paar Anekdoten aus der Zeit:
1. Im Sommer 2002 besuchte ich einen Schulfreund in der Lausitz. Er hatte sich einen klassischen Mini gekauft – bei knapp zwei Metern Körpergröße ein Wagnis. Auf den Betonstraßen von Hoyerswerda stellten wir unsere beiden Gefährte nebeneinander. Seht selbst:

Ich kam während dieses Besuches auch in den Genuss, diese Handvoll Auto selbst zu bewegen. Ein Abenteuer für mich.

2. In etwa zur selben Zeit war ich auch auf Besuch in meiner alten Heimat. Beim Besuch von Freunden der Familie bekam ich von der pubertierenden Tochter folgendes zu hören: „Iiih, was ist das für ein hässliches Auto!“ Tags darauf holte ich sie in diesem hässlichen Auto von der Schule ab. Und sie war ob ihres Schweden-Taxis sichtlich stolz.
Ja, die Ecken und Kanten vom alten 900er sind speziell. Die stark gewölbte Frontscheibe und die schmalen A-Säulen sind es auch. Etwas besseres und übersichtlicheres bin ich seitdem aber nie wieder gefahren. Die langen Überhänge und die wuchtigen Stoßfänger erzählen die Geschichte dieses Autos. Dessen Wurzeln reichen in die frühen 1960-er Jahre zurück. Und all das mach den klassischen Saab 900 für mich so besonders.

3. So ein Fahrzeug muss auch mal gewartet werden. Das passierte beim ersten Mal in der Werkstatt in Frankfurt. Als Leihwagen bekam ich ein Cabriolet des Nach-Nachfolgers. Gut. Einsteigen, Zündung an, Kupplung treten.
Äähm lieber nicht!
Oder doch, falls heftiges Kopfnicken erwünscht ist. Ich hatte einen Automatikwagen bekommen. Kaum zwei Jahre im Besitz der Karte und schon wieder lernen. Hoppelnd ging es durch das Frankfurter Ostend gen Autobahn. Schweiß tropfte an mir herunter. Es musste doch möglich sein, das linke Bein nicht zum Fahren zu nutzen. Bei jeder Anfahrt an eine Kreuzung wurden die Schweißtropfen größer. Hoffentlich kracht mir bei meinen ungewollten Bremsmanövern niemand in den Wagen.
Vielleicht war es hilfreich, offen zu fahren. Der Fahrer hinter mir schien wohl meine missliche Lge zu erahnen und hielt etwas mehr Abstand. Ich schaffte es irgendwie heim und auch heile zurück zur Werkstatt.
Jahre später, und mit wesentlich mehr Er-Fahr-ung passierte mir das trotzdem noch. Da half nur, mir der Situation bewusst zu werden und das Linke Bein imaginär festzutackern. Ungewollte Bremsmanöver mit Automatikwagen passierten mir aber trotzdem noch gelegentlich.

4. In den Anfangsjahren waren „Troll“ und Zelt die Urlaubs-Kombi meiner Wahl. 2002 und 2003 ging es in den hohen Norden Europas; 2003 bis an den 70. Breitengrad. Die Übernachtung in dessen Nähe – in Nordkjosbotn – ist auf diesem Bild zu sehen:

Bis hier sind die Bilder aus der Analog-Zeit und eingescannt.

5. Ich finde das Loch nicht!
Der normale Vorgang beim Einsteigen ist, den Gurt ins Schloss zu klemmen und dann mit der rechten Hand zur rechten Seite der Lenksäule zu wandern, um dort den Schlüssel einzustecken und das Fahrzeug zu starten. Viel Spaß beim Suchen in einem alten Saab! Ihr werdet am Lenkrad nicht fündig.
Es war immer wieder amüsant, Saab-fremden Menschen den Schlüssel in die Hand zu drücken und die aufkommende Verzweiflung im Gesicht zu sehen. Dabei liegt doch das Gute so nahe. Vom Gurtschloss sind es maximal 20 Zentimeter Weg auf dem Mitteltunnel nach vorn. Dort, rechts neben der Handbremse und hinter dem Schalthebel, befindet sich das Ziel, das Zündschloss. Ist doch kaum zu übersehen! *Grins* Ohne den Rückwärtsgang einzulegen war der Schlüssel nicht abzuziehen.
Jahre später war es für mich eine Umgewöhnung, wieder zum Lenkrad zu steuern, hatte sich der ungewöhnliche Ort des Zündschlosses doch in meine Birne gebrannt. Und noch heute lege ich fast automatisch den Rückwärtsgang ein, bevor ich den Schlüssel ziehe.

Während ich diese Zeilen schreibe, tauchen immer mehr Dinge in meinem Kopf auf.
Zu nennen wären da die automatische Sitzheizung, die ohne Knöpfe auskam, oder der Heckspoiler, der gelegentlich zum Sitzplatz umfunktioniert wurde. Ganz zu schweigen von dem riesigen Kofferraum, in dem man bei umgeklappten Rücksitzen fast zwei Meter ebene Liegefläche hatte. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Stoßfänger, die bei sehr geringen Aufprall-Geschwindigkeiten in ihre Ursprungsform zurückfederten – Rumpel-Rumpel. Diesen Test machte ich nicht nur einmal an Mauern oder Pollern.

Und es gibt noch soviel mehr…

Nach weit über 80.000 Kilometern (die genaue Zahl weiß ich nicht mehr) endete im November 2009 mein „Troll“-Kapitel.
Ich hatte den Wagen in den Jahren zuvor vernachlässigt und kaum notwendige Wartungen durchführen lassen. So war es leider folgerichtig, dass er gehen musste und einem weiteren Familienwagen Platz machte.
 
Hier beginnt nun die Zeit der Familienwagen. Und jener erste, von 2002, wird nun wichtig. In den kommenden fünf Jahren nahm ich mit diesem Skandinavien unter die Räder. Die großen Touren von 2010, 2011 & 2012 habe ich mit diesem Fahrzeug absolviert und es dabei am 04. juli 2011 am Ende Europas in Szene gesetzt.

Der mitternachtsblaue Schweden-Panzer.
150 aufgeladene PS aus 2 Litern Hubraum – einem Motor der aus dem Aggregat des 900 weiterentwickelt worden war. Ende 2001/Anfang 2002 gab es diesen Saab 9-3 als Sondermodell, und Neufahrzeug, für gut 20.000 Euro zu kaufen. So wanderte er in unseren Familienbesitz und ich durfte ihn ab 2009 als Alltagsauto nutzen.
Klar, den Charme des alten Modells hatte er nicht mehr. Er war aber doch noch irgendwie ein Saab, bei dem man das Zündschloss-Suchspiel spielen konnte. Ein Saab, unter dem ein stark modifizierter Opel Vectra A steckte.
Für mich war er über all die Jahre ein zuverlässiger Begleiter, in dem ich mich sicher durch die Gegend bewegen konnte.
Besondere Geschichten wie zum „Troll“ habe ich hier leider nicht. es sind eher die langen Reiseberichte und die geniale Alltagstauglichkeit, die mir beim 9-3 in Erinnerung geblieben sind.

Im November 2014 ging der 9-3.
Ende Februar 2015 kam der Golf IV zurück – in Form eines Škoda Octavia der 1. Generation.
Bildlich zu sehen ist er hier auf der Abfahrt von der Silvretta-Hochalpenstraße ins Paznauntal in Tirol.

Ein Škoda also. Mit Golf-IV-Technik kann da kaum etwas schiefgehen.
„Nur“ noch 116 PS aus 2 Litern Hubraum, kein Turbo mehr. Knappe 14 Jahre alt und für 4.000 Euro in meinen Besitz gewandert. Ein notwendiges Auto in einer Zeit des privaten Umbruches. Ein Auto, dessen Vorbesitzer immer dabei waren – unerträglicher, beißender, Gestank nach abgestandenem Rauch war ab sofort mein Begleiter. Über die Jahre habe ich diesen nie vollständig verdrängen können.
Sonst ein Raumwunder mit riesigem Kofferraum, das ich „Eselchen“ taufte und das mich während gut zwei Jahren begleitete. Von der längsten Tour, im Sommer 2015 durch die Alpen, stammt das Bild.

Leider ging etwas schief. Innerhalb eines Jahres verabschiedete sich die Zylinderkopfdichtung zweimal. Das zweite Mal, irgendwann im Sommer oder Herbst 2017, besiegelte das Ende meines „Eselchens“.

Leere.

Die folgenden Jahre war ich nur noch selten Auto-mobil. Mietwagen, Carsharing. ÖPNV.

Erst im Dezember 2022 kaufte ich mir wieder einen fahrbaren Untersatz. Ohne diesen hätte ich meine kommende Stelle – beim Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis(!) – kaum antreten können. Hier schließt sich nun der Kreis zum Sommer/Herbst 2001. Nun arbeitete ich bereits seit einem knappen Jahr bei der Behörde, die mir damals den Führerschein ausgestellt hatte.

Ähnlich wie beim Škoda war der Kauf zeitkritisch. Mir blieben 7 Wochen um ein Auto zu besorgen. Hauptsache Sitzheizung und möglichst klein. Und bitte nicht zu teuer!
Auf einem Dorf nahe Speyer lächelte mich ein dunkelblauer Ford Fiesta Mk. 7 an. An einem eisigen Dezembermorgen wanderte er in meinen Besitz. Wenig später nahm ich damit den Odenwald unter die Räder:

Der „Blaue Flitzer“ – Motorentechnisch ein großer Rückschritt. Nur noch drei Zylinder, die aus einem knappen Liter Hubraum gut 100 aufgeladene PS holen. Erstzulassung im Mai 2015. Für knapp 8.500 Euro war er mein.

Was soll ich dazu schreiben?
Für den angedachten Zweck war er perfekt. Über drei Jahre nahm ich mit ihm den südöstlichen Landkreis unter die Räder. Kilometer über Kilometer. Fast 40.000 sind es bis zu heutigen Tag geworden, davon in den vergangenen 7 Monaten 2026 nichtmal 1.000. Mein Fahrzeug ist zu einem Stehzeug mutiert.
Zuverlässig ist er. Modern. Die Parksensoren möchte ich nicht mehr missen, denn er ist, trotz seiner geringen Größe, sehr unübersichtlich. Die Klimaautomatik hat mich durch die vergangenen Sommer gebracht und leistet die letzten Monate angenehme Arbeit.
Nachteilig empfinde ich bis heute den kleinen Motor. Ich hätte gern meine 141/150 Softturbo-PS aus 1985cm³ Hubraum zurück. Das Extra an Kraft fehlt mir bei diesem nochgezüchteten Mini-Aggregat. Gerade hier im Gebirge wünsche ich mir den enspannten Wumms der alten Saab-Motoren zurück.

Große Touren sind ausgeblieben. Ich bin eher auf andere Verkehrsmittel ausgewichen.

Wohin die Reise mit dem „Blauen Flitzer“ gehen wird, weiß ich nicht. er steht an der Straße und wartet auf Benutzung.

Während einer weiteren Recherche bin ich noch auf etwas interessantes
gestoßen: Mein „Troll“ und mein „Blauer Flitzer“ sind sich in einem
Detail sehr ähnlich. Es ist der Radstand. Beim Fiesta sind das knapp
2,49 Meter, beim 900-er nur 3 Zentimeter mehr. Und das bei einem
Längenunterschied von gut 70 Zentimetern (3,97 zu 4,68 Metern). Hier
zeigt sich nochmal deutlich, dass der Schwede ursprünglich nicht als das
große Fahrzeug konzipiert wurde, zu dem er sich schließlich
entwickelte. Beim 9-3 waren es schon gut 2,60 Meter Radstand, bei
geringerer Gesamtlänge. 

Und damit sind wir im Heute angekommen. Der Kreis zum Titelbild schließt sich. Das jugendliche Gesicht ist älter geworden.
Letztes Jahr musste ich meinen Führerschein erneuern lassen, sonst wäre er Anfang 2026 ungültig geworden. Im Juli 2025 bekam ich das neue Exemplar ausgehändigt, dieses Mal von der Stadt Heidelberg. Seht selbst:

Und heute ist nun ein Vierteljahrhundert seit jenem Sommer-Donnerstag im August 2001 vergangen.
Ein Vierteljahrhundert voller Geschichten.
Ein Vierteljahrhundert das ich er-fahren habe.
Ein Vierteljahrhundert in dem sich meine Sicht auf Mobilität gewandelt hat.

Heute bin ich froh, dass es das Deutschland-Ticket gibt und dass ich flexibel durch das Land reisen kann. Heute richte ich meinen Blick hin zu kombinierten Fortbewegungsmöglichkeiten. Das eigene Auto ist für mich längst nicht mehr das Mittel der Wahl – auch wenn es sehr bequem ist. Verbrennerfahrzeuge, oder besser: rollende Heizungen, die unnötig viel zugeführte Energie zweckentfremden und nur wenig davon in Bewegung umsetzen, sind ein Anachronismus aus einer längst vergangenen Zeit. Ich schaue auf E-Mobilität. Mit dieser hatte ich schon einige Berührungspunkte, seien es Hybriden, oder voll-elektrische Fahrzeuge. Auch Tesla bin ich schon gefahren, und werde dies nie wieder tun.
Vielleicht stoße ich meinen Flitzer ab und wechsle zum E-Auto. Vielleicht…

Aber nun feiere ich erst einmal mein persönliches Jubiläum und denke an die vielen schönen Momente zurück.
Dieser Beitrag ist ein bisschen zu einer Schwärmerei über meinen „Troll“ geworden – und das mit voller Absicht. Selbst 17 Jahre nach dem Abschied ist der 900-er noch präsent. Geräusche, Gerüche, Handhabung…

Danke, dass Ihr mich auf dieser sehr persönlichen Geschichtsstunde begleitet habt.

Gehabt Euch wohl & bis bald!

— SnusTux|René M. – 02/08-2026

5 Kommentare

  1. Avatar von Heidi aus Radebeul
    Heidi aus Radebeul

    Mein lieber René, da hast du schon viel erlebt und bist Mächtig in die Vergangenheit gekommen. Ja die Autos sind eine Geschichte für sich.

  2. Avatar von Heidi aus Radebeul
    Heidi aus Radebeul

    ein sehr erlebnisreiche Jugendzeit.Toll.

  3. Avatar von Heidi aus Radebeul
    Heidi aus Radebeul

    Super

  4. Avatar von Heidi aus Radebeul
    Heidi aus Radebeul

    einfach Traumhaft.

  5. Avatar von Heidi aus Radebeul
    Heidi aus Radebeul

    Es super deinen Lebenslauf zu lesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert