Von Himmelslichtern… – Teil 2: Wilder Weg

Auf dieser Etappe bewegen wir uns in bekannten Gefilden.

— SnusTux|René M. – 01/11-2026


Teil 2: Wilder Weg
14. – 16. September 2012
– 347 km –


14/09-2012:

Guten Abend aus Björkvattnet.
Mein erster Ruhetag geht zu Ende. Draußen ist es dunkel und recht feucht.
Langweilig war mir nicht. Stattdessen habe ich die kommenden Tage geplant.
Sehr sicher ist, dass ich morgen, unabhängig vom Wetter, zum Stekenjokk-Plateau hochfahren werde und anschließend nach Saxnäs. Danach will ich die E12 nach Norwegen in Angriff nehmen, mit Zwischenstopp in Tärnaby. Weiter über den Polarkreis auf der E6 mit Übernachtung an selbiger. Am Dienstag soll es zurück nach Schweden gehen, wahrscheinlich auf den Platz in Slagnäs. Bis hierhin will ich auf alle Fälle kommen. Wie es danach weitergeht ist noch unsicher. Reizvoll wäre ein erneuter Abstecher nach Norwegen ins Dovrefjell und anschließend nach Göteborg.
Heute saß ich die meiste Zeit vorʼm Rechner und recherchierte. Währenddessen lief die D300s über fast 6 Stunden im Dauerbetrieb um für einen schönen Wolkenfilm die Bilder zu sammeln.
Gezwitscher – 13:05: Un-RuheTag in Björkvattnet. Weitere Tour planen und währenddessen den Wolkenzug übers Fjäll als Zeitraffer festhalten. 🙂
Diesen Film kann ich leider erst am heimischen Rechner bearbeiten. Gleiches gilt für einen wolkigen Nacht-LZ-Versuch von gestern Abend.
Hier 2 Bilder vom heutigen 0-km-Tag:


15/09-2012:
Guten Abend aus Saxnäs.

Gegendarstellung:
Das in diesem Artikel über den Höhepunkt der Tour behauptete ist unwahr. SnusTux verbittet sich zukünftig, Vemdalsskalet als den höchsten Punkt der diesjährigen Skandinavientour anzuführen.
Wahr ist stattdessen: Bis heute (Stand 20120915) ist Vemdalsskalet mit 760möh nicht mehr der höchste Punkt dieser Tour. Stattdessen liegt dieser  seit heute bei 876möh auf Stekenjokk. Im weiteren Verlauf kann es durchaus vorkommen, dass dieser Rekord noch gebrochen wird.
Ende der Gegendarstellung.

Nach diesem kuriosen Einstieg folgt nun der Tagesbericht.
Wie bereits gestern angedroht, bin ich heute weiter nach Norden gefahren und auf den Spuren der letztjährigen Tour gewandelt. Start war erst um kurz vor 11h.
Gezwitscher – 10:48: Bei schönstem Herbstwetter (Regen, Wind, 7Grad) rauf zum Stekenjokk.
Ich hatte viel Zeit. Zuerst ging es den grusväg weiter gen Westen. Genau mit dem Grenzübertritt nach Norwegen wandelte sich der Straßenbelag in Asphalt. Von der eigentlichen Grenze war außer ein paar Schildern nix zu merken. Die Route führte mich zu dem kleinen Städtchen Røyrvik. Um dorthin zu kommen waren nochmals knapp 15km grusväg, über einen Pass und entlang eines Sees, fällig. Auf dieser Strecke wurden mir die Bergbauernhöfe mit Viehzucht erstmals so richtig bewusst. Überall lagen gebündelte Strohballen. Ab Røyrvik ging es wieder gen Osten. Nochmal 20km asphaltiertes Straße. Zwar schmal aber mit vielen Ausweichstellen versehen. Der erneute Grenzübertritt machte sich wiederum durch den Wechsel des Straßenbelages auf Schotter bemerkbar. Dazu eine Tafel, das warʼs.
Gezwitscher – 12:50: Der erste, kurze, Norge-Ausflug (via Røyrvik) ist beendet. Bald beginnt der Aufstieg auf 876 m. 🙂
Kurz darauf  erreichte ich den Vildmarksvägen, die Strecke vom letzten Jahr, wieder. Richtung Stekenjokk folgten mehrere Stopps. Das Wetter wollte unterdessen nicht besser werden. Konstant 7°C, viel Wind und Wolken, häufig Regen. Die erste größere Pause legte ich an der Straße nach Leipikvattnet ein. Halb 2 begann die Fahrt bergauf. Erstaunlich viel los auf der Strecke. Dummerweise wollte auch der Regen nicht aufhören. Um 13.50h war das Kalfjäll erreicht. Ich hoffte endlich auf die ersten Rene dieses Jahres. Nix warʼs. Während des ersten Fotostopps oberhalb der Baumgrenze regneten mir die Frontlinsen der Gläser regelmäßig zu, sodass ich permanent am Putzen war. Einzig beim Tammy ging es, bedingt durch die voluminöse Streulichtblende. Bei den kürzeren BW:s war meist nach 1-2 Bildern Wischen angesagt. Nach diesem Fotostopp erreichte ich die magische Marke von 876möh, und 65° Nord.
Gezwitscher – 14:39: Die 876m sind erreicht! Stehe am ehemaligen Tagebau. Regen und Sturm bei 5 Grad. Jippie! 🙂
Ab da ging es noch ein paar Höhenmeter bergab zur Stekenjokksgruva (siehe hier). Wieder eine Pause. 4°C, Wind, Regen. Danach begann das leidige Putz-Foto-Putz-Glaswechsel-Foto-Putz-… Spiel erneut. Letztendlich machte ich einen Großteil der Bilder mit dem Tammy. Die D300s juckte das Wetter kaum. Alles dicht; alles funktioniert. Kurz nach halb vier ging es im wahrsten Sinne des Wortes wieder bergab – nach Klimpfjäll. Ab hier besserte sich das Wetter etwas. Sogar die Sonne lugte hervor. Trotzdem weiterhin leichter Sprühregen. Einige Fotostopps später, nach 174km, war das vandrarhem in Saxnäs erreicht. Kurioserweise bekam ich dasselbe Zimmer (No. 2) wie letztes Jahr.
Gezwitscher – 18:20: Zurück vom Stekenjokk. Angekommen im vandrarhem Saxnäs. Selbes Zimmer wie letztes Jahr. Leider auch das gleiche Schiet-Wetter. 🙁
So. Genug der vielen Worte. Hier die Bilder:


16/09-2012:

Tjoho aus der Heimat der erfolgreichsten schwedischen Skifahrer.
Ich sitze im Zelt (mal wieder) in Tärnaby, dem kleinen Dorf an der E12, das u.a. Ingemar Stenmark und Anja Pärson hervorgebracht hat. Es ist Sonntagabend, es regnet leicht und das Thermometer kratzt an der 10° Grad-Marke. Die erste Woche ist rum.
Der heutige Tag verlief noch ruhiger als der gestrige. Ich hatte mal wieder viel Zeit für recht wenige Kilometer. Start war erst gegen 11h in Saxnäs, wo jetzt mein schwarzer Filzhut auf mich wartet :D.
Gezwitscher – 10:49: Kann mal bitte jemand die Wolken wegschieben!? Grau in grau in Saxnäs.
Der erste Stopp lag recht nahe. Nur 10km hinter dem Ort tost das Wasser des werdenden Ångermanälv stufenweise talwärts. Dies war für mich die Gelegenheit endlich die mitgeschleppten ND-Filter an die Gläser zu flanschen. Mit Zeiten zwischen 6-20 Sekunden entstanden ganz brauchbare, in den jpegs recht blaustichige, Aufnahmen. Auf zweien davon habe ich mich mit verewigt. Nach fast einer Stunde ging es weiter flussabwärts bis Stalon. Hier machte ich einen gekonnten Schwenkt nach Norden. Die Berg- und Tal-Bahn bot recht schöne Ausblicke auf die Fjällketten im Westen, allen voran das Marsfjäll. Mit Blick auf selbiges verbrachte ich meine späte Mittagspause.
Gezwitscher – 13:37: Mittagspause mit Marsfjäll-Blick. 🙂 Mal wieder im Nirgendwo.
Ab Dikanäs begann für knapp 20km mal wieder grusväg. Leider war dieser in einem schlechteren Zustand als die Straßen gestern und vorgestern, dafür aber breiter. An der E12, bei nun immerhin 13° und Sonne, angekommen konnte ich den Tempomat auf 90 einstellen und gemütlich gen Nordwesten rollen. Die Straße schlängelte sich immer entlang des Umeälv und dessen Seen in die Fjällregionen. Kurz nach 3h war ich dann an meinem Platz angekommen. Leer. Ein kurzer Anruf genügte um alles zu klären. Netterweise blieb es anfangs noch trocken, sodass ich das Zelt in Ruhe aufbauen konnte. Nach ca. 1h änderte sich dies und Nieselregen setzte ein, der mich fast den ganzen Abend begleiten sollte.
Gezwitscher – 16:33: In Ingemar Stenmarks und Anja Pärsons Heimatort angekommen. Tärnaby – mitten im Fjäll an der E12.
Das war’s erstmal. Ab morgen bin ich für ca. einen Tag in Norwegen, weshalb der Tagesbericht erst am Dienstag erscheinen wird. Über Twitter werde ich mich an der Grenze ab- und später wieder anmelden.
Hier nun die Bilder der 173km langen Tagesetappe.

20120916 – 2
So. Der erste Regen ist da und mein Zelt kapituliert schon. An 8 Stellen der Innenzeltaufhängung tropft es rein. Hoffe, dass der Rest der Nacht einigermaßen trocken bleibt, sonst wache ich morgen früh im Schwimmbad auf. Den Rest der Tour werde ich radikal verkürzen!



Teil 1: Alte neue Pfade | Teil 3: Tiere am Berg

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