Eine VollmondNacht auf der Kalmit

Halloj zusammen!

Das ich einen an der Klatsche habe, dürfte mittlerweile bekannt sein. So sollte es Euch auch nicht verwundern, dass ich letzte Nacht mal wieder eine Kurztrip unternahm. Langersehnt und geplant – spontan durchgezogen. Seit meiner, begleiteten, morgendlichen Vollmondsession in Heidelberg verspürte ich den Wunsch, mal wieder zur Kalmit zu fahren. Wollte unter gleichen Lichtverhältnissen Bilder von der Rheinebene machen; vom Vollmond beschienener Dunst mit den Bergen von Odenwald, Kraichgau und Schwarzwald im Hintergrund. Mein letzter Ausflug zum höchsten Berg des Pfälzer Waldes war ja schon ’ne Weile her.

Eigentlich ein irrsinniges Unterfangen. Den gestrigen Dienstag war ich seit halb fünf auf den Beinen, dazu leicht verschnupft. Hatte mich am Abend ein paar Stunden hingelegt und wurde kurz nach 8 wieder wach. Ein Blick aus dem Fenster. Vollmond und klarer Himmel. Was tun? Recherchierte ein bisschen wegen des Wetters. Eine Warmfront mit vielen Wolken kam mit großen Schritten aus Südwesten heran. Wolkenfrei bis maximal 3 Uhr. Nicht schön! Der Wunsch siegte aber über die Bedenken. So packte ich meinen Fotorucksack mit allen Gläsern und dem Metz, und mich dick ein.
23:10h ging es los. Durch die klare, kühle, Nacht zunächst in den Dunst der Rheinebene. Sehr entspannt durch Mannheim und Ludwigshafen auf die leere A65. Tempomat rein bei 110km/h. Herrlich. Außer ein paar Lkw und einigen verrückten Heizern kein Verkehr. Kurz nach Mitternacht erreichte ich den kleinen Weinort Maikammer. In der Ferne strahlte das Hambacher Schloss, was ich aber gepflegt ignorierte.
Stattdessen erklomm ich den Berg. 200 Meter üNN – 300 Meter üNN – 400 Meter üNN – 500 Meter üNN – 600 Meter üNN – schön diese Höhentafeln an der Kalmitstraße. Erstaunlicherweise wurde es immer wärmer. Zeigte das Thermometer in Maikammer noch 3 Grad, waren es auf dem KalmitParkplatz schon 7 Grad. Ein warmer Südwestwind begrüßte mich. Es war dreiviertel Eins. Mit geschultertem Rucksack erwanderte ich die letzten Meter zur Ludwigshafener Hütte. Unterhalb derselben richtete ich einen ersten verschämten Blick gen Himmel. Ein starker 22°- Halo umgab den Mond und vereinnahmte Jupiter. Erste Bilder dieses Naturschauspiels.

Noch die Stufen ersteigen, dann war es geschafft!


Zuerst widmete ich mich wieder dem MondHalo. Dann begann ein ständiger Glaswechsel: Halo mit dem Tokina; Landschaft mit Sigma und Tokina, Fernes mit dem Tamron und vermutliche DB:s mit dem 50er.
Es lag zwar eine Dunstschicht über der Rheinebene nur leider zu hoch und zu dick um vom Mond schön angestrahlt zu werden.

Mein erhofftes Bild lies sich damit nicht umsetzen. Aber keine Bange; stimmungsvolle Bilder im Mondlicht entstanden trotzdem. Wer den Königstuhl bei Nacht kennt, weiß was störendes Licht ist. Einerseits gibt es viele Lichter auf dem Berg selbst (Bergbahnstation, Funktürme, Straßenlaternen); andererseits ist da das riesige Lichtermeer von Heidelberg und die noch größere Lichtglocke Mannheims im Hintergrund. Auf der Kalmit fehlt das alles. Der Berg ist komplett dunkel! Die Pfalz-Dörfer sind eher klein. So stört kaum etwas den Blick über die Ebene zu den Bergketten im Osten.
Die Türme des Königstuhls ließen sich nur erahnen und ich brauchte schon Brennweiten ab 100 Millimeter um Erkennbares zu produzieren. Dummerweise sorgten der starke Wind und die hohe Luftfeuchtigkeit für schlechte Fernsicht. Das wirkte sich sehr stark auf dien AF aus, der nur vage fokussieren konnte. Es war Handarbeit gefragt. Schärfer als auf den Bildern zu sehen, bekam ich den Königstuhl leider nicht hin.


Gleiches galt für die Schnee-bedeckte Hornisgrinde. Zu erkennen war sie ohne optische Hilfsmittel auch nur vage.

Außer diesen Landschafts-(Detail-)aufnahmen machte ich ein paar Experimente mit den Blitz. An der Ludwigshafener Hütte leistete der Metz gute Dienste als AF-Not-Hilfslicht. Die Aufnahmen vom Berg und meine „Ich-bin-hier-gewesen“-Bilder blitzte ich alle an.

Immer wieder hielt ich auch den Mondhalo fest – meinen Fixpunkt der gesamten Nacht. Einer warmen, windigen Nacht. Dicke Mütze auf dem Kopf, dicke Handschuhe an den Fingern.


Kurz nach zwei hatte ich genug Bilder im Kasten und machte mich auf den Rückweg; nicht ohne den Mond-beschienen Schlussanstieg noch auf DX-Chip zu bannen.

Gleiches Spiel auf dem Parkplatz. Meinen treuen, sitzbeheizten, Reisebegleiter positionierte ich genau unter dem Mondhalo.
Halb Drei begann die Rückfahrt. Die Wolken hatte gewartet! Das Thermometer zeigte mittlerweile 10(!) Grad plus. Abwärts in die Kälte und in den Dunst; gen Lichtermeer Neustadt an der Weinstraße, zur A65. Rauf auf die Autobahn. Vor mir in der Ferne ein paar Lkw. Überholen? Nö. Lieber Tempomat rein. Mit 85km/h rollte ich bis zur B9 in Ludwigshafen durch, ohne ein einziges Auto im Rückspiegel gesehen zu haben. Über eine leere Hochstraße durch die pfälzische Großstadt am Rhein; über denselben nach Mannheim. Herrlich! So „viel“ Verkehr müsste mal am Tage sein.
Kurz nach halb 4 war ich wieder in Schriesheim. Noch immer nur 3 Grad plus; hinter dem Schwimmbad Raureif auf der Straße und Null Grad. Entlang des Kanzelbaches schlich ich bergauf zum Dorf. Mit jedem Höhenmeter stieg die Temperatur. Im Dorf, auf 430 Metern, hatte das Auto-Quecksilber wieder 5 Grad erreicht. Das Zeiteisen zeigte mittlerweile Drei Uhr Fünfzig. Ich war zurück von einer wunderschönen nächtlichen Tour!

Eins weiß ich: Es war nicht das letzte Mal, dass ich die Kalmit bei Nacht erklommen habe. So einen ruhigen und dunklen Fotospot findet man hier nur selten.

Bis die Tage.
René

Mein Reisebegleiter umterm MondHalo.

Hier die kleine Gallerie dazu auf meiner FB-Seite.

Mein „Ich-bin-hier-gewesen-Bild“ als heutiges Dagens.


Juni 2013 – Eine Woche in Bildern | April 2014 – KW14-Rückblick

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