Frühling 2013 – Ein Zwischenbericht
Guten Abend zusammen.
Es lässt sich nicht verleugnen, dass der diesjährige Frühling bisher recht komisch war. Letztes Jahr um diese Zeit konnte ich sommerliche Temperaturen genießen und war viel unterwegs. Nun habe ich mal meine 2013-er Bilder zwischen Ende März und jetzt gesichtet und möchte Euch ein paar davon zeigen. Dazu gibt es einige Geschichtchen.
Jetzt, wo ich an diesem Beitrag arbeite ist es wieder mal grau und regnerisch, bei 10°C. Es ist der Abend des 29. Mai 2013.
Passend zum Frühlingsanfang begann es am Abend des 20. März’ zu schneien. Als ob es in diesem Winter nicht genug Weiß von oben gegeben hätte.
Die darauf folgenden Tage gen Ostern wurden nur unmerklich besser. Recht kühl und meist regnerisch. Erst am letzten Tag des Monats zeigte sich verschämt unsere Heizung am Abendhimmel.
Die Hoffnung keimte, dass meine bevorstehender Urlaub bei schönem Wetter vonstatten gehen könnte. Leider wurde es nix. Weite Teile Deutschland blieben bis in die erste Aprilhälfte von einem weißen Kleid bedeckt. So auch auf dem Kyffhäuser.
Während ich weiter nach Norden fuhr hielt im Süden der Republik langsam die farbenfrohe Jahreszeit mit ein paar sonnigen Tagen Einzug. So konnte ich in meiner letzten Urlaubswoche, ende April noch ein paar stimmungsvolle Bilder der erwachenden Bergstraße machen.
Dumm nur, dass es ein paar Tage später schon wieder mit der Herrlichkeit vorbei war. Während meiner Frühschichten stand ich schlotternd, teilweise bei Minusgraden, an der Bushaltestelle. Im Verlauf des Mai änderte sich nur wenig daran. Kühle regnerische Tage wechselten sich mit verregneten kalten Tagen ab. Nur sehr selten zeigte sich die Zentralheizung. An einem dieser Tage, dem 21. Mai, konnte ich Regen und Sonne zu einigen tollen Bildern kombinieren. Es blieben Ausnahmen.
Die Krönung der Jahreszeit bekam ich dann am letzten Sonntag (26. Mai) serviert. Eigentlich hatte ich mich auf fünf ruhige Stunden bei der Arbeit gefreut. Statt eines Nachmittags bei meinem AG durfte ich nach 120 gammelden Minuten wieder den Heimweg antreten. Strömender Regen, grau, kaum jemand unterwegs. Auf der Rückfahrt im Bus reifte die Idee, das ganze bildlich festzuhalten, Titel “Heidelberg Blues”. Ein Standort dafür war schnell gefunden; der Weg am Neckar einige hundert Meter hinter der Karlstor-Schleuse auf der Neuenheimer Seite. Regendicht verpackt fuhr ich am frühen Abend an diesen Standort. Eine halbe Stunde musste genügen. Ein kleiner Knirps (Regenschirm) sorgte dafür, dass mir die Frontlinse des Sigma nicht zulief; über die Wasserdichtigkeit der Großen machte ich mir keine Sorgen. Ohne jemandem zu begegnen machte ich meine Bilder im Dauerregen. Die Wolken fielen vom Gaisberg herab, der Neckar bewegte sich gut gefüllt gen Mannheim. Völlig durchnässt bestieg ich alsbald den Bus heimwärts.
Recht desillusioniert erwartete ich ein bevorstehendes Schauspiel am Abendhimmel. Drei Planeten würden sich in einem sehr kleinen Sektor scheinbar begegnen. Der erste Versuch am Sonntag ging ja völlig daneben. Am Montag (27. Mai) nutzte ich die Minichance. Trotz ein paar Wolken am Nordwesthimmel wanderte ich zu einem Waldweg oberhalb des Dorfes. Hier bietet sich ein Blick “unter” den Horizont – also in tiefer gelegenes Gebiet. Nach 20 Minuten, kurz nach 10h abends hatte ich schon fast aufgegeben. Da blitzte doch noch ein heller Punkt in dem angepeilten Bereich auf – VENUS! Diese wurde sogleich auf den Sensor gebannt. Beim Sichten der Bilder fiel mir der etwas leuchtschwächere Punkt links davon auf – JUPITER. Beide Planeten wurden immer wieder von Wolken bedeckt und näherten sich dem Horizont.
Für das angepeilte “Klassenfoto” fehlte aber noch der dritte im Bunde. Leider war mir das erhoffte Motiv nicht vergönnt, da Jupiter ab 22:20 im Dunst verschwand. Einige Minuten später wollte ich den Rückzug antreten, machte aber noch ein abschließendes Venus-Bild. Beim genaueren Hinsehen entdeckte ich auf diesem den fehlenden Punkt – MERKUR.
Doppelte Freude. Zum einen hatte ich damit einen Teilerfolg erzielt und jeweils zwei Sonnenumkreiser zusammen erwischt, zum anderen wurde dies mein erstes Bild des sonnenächsten Gesteinsbrockens. Nach diesem einzigen Bild der beiden innersten Planeten verabschiedete sich auch Venus im Dunst. So konnte ich nur noch Merkur in ein paar Aufnahmen verewigen.
Mein Motivwunsch war aber weiterhin vorhanden. Versuch Nummer drei fiel erneut einer dichten Wolkendecke zum Opfer, die sich drei Stunden vor Beginn der Sichtbarkeit von Westen heranschob und neuen Regen brachte. Auch beim vierten Mal, heute Abend, ging es wieder schief. Sinnbild für die vergangenen zwei Monate. Wenig Sonne und viel Regen.
Vielleicht bringt ja der Juni Besserung und lässt mich schönes Wetter sowie den Planetentanz von Venus und Merkur am Abendhimmel erleben. Hoffentlich, denn das Wetter schlägt doch recht stark aufs Gemüt.
In diesem Sinne, bis bald.
/René
Ergänzend dazu meine Urlaubsartikel und die gesamte Serie von der abendlichen Bergstraße.
Alle Bilder des Artikels vereint:










