Hej zusammen!
Es ist wieder Abend geworden und ich sitze am Rechner um Euch ein bisschen an meiner Reise teilhaben zu lassen. Der erste volle Tag in der schonischen Großstadt geht zuende. Vorweg: War ich heute überhaupt in einer pulsierenden Stadt unterwegs? Die Auflösung folgt …
Nunja, die Nacht war kurz und eher unbequem. Das Frühstück ließ ich sausen und futterte stattdessen gegen Mittag eine Kleinigkeit. Kurz vor eins brach ich auf. Wieder Sonne, wieder warm. Spazierte gemütlich zum Bahnhof Triangeln um bald darauf den Zug nach Süden zu nehmen. Dieser Bahnhof – Teil des Malmöer Citytunnels – ist eine architektonische Meisterleistung; Kanten und Kurven, dazu eine recht amüsante Lichtinstallation mit sich bewegenden LED-Streifen. Stieg in Hyllie aus und erklomm das Dach des Emporia-Einkaufstempels. Hier oben wurde ich von einer grünen Landschaft empfangen, an Dünen erinnernd. Dazu kleinere Glaskästen und Kräne in der Nähe. Mein Blick schweifte über die Stadt, zum „Turning Torso“ und zu Öresundsbrücke. Ließ mir den Wind um die Nase wehen und genoß den Ausblick. Gegen drei ging es zurück zum Hauptbahnhof – Zugverspätungen oder -ausfälle scheinen leider bei Skånetrafiken normal zu sein.
Mit dem Bus fuhr ich raus nach Västra Hamnen und schlenderte durch den Öresundspark. Eine riesige Wiese direkt an der Stadt. Vor mir Wasser, hinter mir der Lärm der Stadt. Zeit für weitere Bilder. Auch die vielen Hunde schienen ihren Spaß zu haben, schließlich ist dieser Park als Hundespielplatz, inklusive Agility-Parkours, ausgeẃiesen. Was nun tun? mit dem Bus zurück oder eher per pedes? Entschied mich für letzteres und erreichte recht bald den nächsten Park – Slottsparken rund um die Festung Malmöhus. Auf den Teichen war mächtig Vogel-Betrieb; ein optimaler Standort für die Beobachtung derselben. Während einer halben Stunde gelangen mir einige recht schöne Aufnahmen. Die vielen Krähen und Gänse kamen teilweise auf zwei Meter an mich heran, was zu einigen interessanten Portraits führte. Gegen fünf spazierte ich zurück zu meiner Herberge. Pause.
Aber der Tag war noch nicht zuende. Hatte mir fest vorgenommen, den Sonnenuntergang über’m Wasser mitzunehmen. So bestieg ich gegen halb sieben erneut den Bus und fuhr wieder raus zum Öresundspark. Im dunstigen Horizont war der Stern kaum als leuchtende Kugel auszumachen. Während der Wind langsam auffrischte und es recht kühl wurde genoss ich das Schauspiel über der dänischen Hauptstadt. In der einsetzenden Dämmerung trat ich den Rückzug an. Dabei erledigte ich auch gleich noch ein Malmöer „Muss“ – den „Turning Torso“, das verdrehte Wohnhochhaus direkt am Wasser; in einem neuen aufstrebenden Stadtteil gelegen. Viel Beton und Glas, eher wenig Grün.
Trotzdem hatte ich an diesem Tag nur selten das Gefühl in einer 250.000-Einwohner-Stadt unterwegs zu sein.
Für morgen ist ein bisschen Geschichte geplant, will mir die städtischen Museen anschauen.
Bis dahin!
/René