Und schon naht das Ende der Tour. Binnen fünf Tagen reisen wir von Trondheim zurück in den sonnigen Südwesten.
— SnusTux|René M. – 12/06-2026
Teil 9 – Gemeinsamer Rückweg 10. – 14. Juli 2011
– 1916km –
Endlich wieder Land unter den Rädern! An einem gemütlichen Sonntagmorgen werden die westnorwegischen Straßen unter die Räder genommen. Trondheim wartet. Die erste Großstadt seit Wochen will erkundet werden. Aber nur von einem. Ich verziehe mich mit meiner Beifahrerin durch die Stadt gen Schweden. Erstmal 70 Kilometer Europastraße 6. Diese ist mit genau 4 Tunneln gespickt. Zwischen 750 Metern und knapp 4 Kilometern ist alles dabei. Die Straße schlängelt sich schön am Trondheimsfjord entlang.
Nach einer guten Stunde Fahrt geht es endlich wieder ins Fjäll. An einem Fluss entlang verläuft die Straße bergauf. Sehr kurvenreich das ganze. Kurz nach zehn ist die Grenze erreicht. Wir sind auf knapp 700 Metern Höhe im Fast-Kalfjäll. Weiter Richtung Åre folgen mehrere Wegweiser auf stenvalvsbroar – Steinbogenbrücken. Diese finden sich fast immer neben der Straße auf der rechten Seite. Sehr schöne Bauwerke sind das, aber irgendwie ungewöhnlich für diese Region. Kurz nach viertel 12 ist ein Zwischenstopp fällig. Wir sind am Tännfors. Der x-te Wasserfall will erkundet werden. Gerade rechtzeitig klart es auf. So entstehen entlang des Rundweges ein paar sehr schöne Aufnahmen. Noch ein Kaffee und etwas zu futtern, dann geht es müde weiter. Ab nach Åre. Unser Trondheim-Besucher hat mittlerweile auch die Grenze passiert. Ankunft in Åre. Auftanken und Einkaufen. Gegen halb 4 sind wir im Quartier, 5km hinter Åre. Dieses Mal gibt es vom Zimmer in Brattland leider keine Aussicht auf Åreskutan. Macht nix. Es ist trotzdem wieder schön. Jetzt nur noch pennen!
Montag Nummer vier. Fast 8 Grad weiter südlich und 16 Grad weiter westlich als noch letzte Woche. Frisch und ausgeschlafen beginnt Etappe Nummer eins bei Sonnenschein. Erster Halt ist die weißer Kirche in Mattmar. Entlang des Storsjö fahren wird südwärts. Wieder habe ich eine Beifahrerin. So macht es mehr Spaß. Bei Kövra erfahre ich Neuland; den Fäbodväg gen Börtnan. Zuerst noch 5km Asfalt, dann beginnt der geliebte Grusväg. 40km müssen für den Anfang reichen. Über ein echt kahles Fjäll, vorbei an vielen Viehhöfen, führt die sehr gute Straße nach Südwest. Fast die gesamte Strecke lässt sich mit 70 befahren. Ab Börtnan habe ich wieder bekanntes Terrain unter den Rädern. Von der Sonne ist nicht mehr viel zu sehen. Zwischendurch kommen ein paar sehr ordentliche Regenschauer runter. Dem obligatischen Stopp am Mellerst-Rotsjön folgt die Strecke zum Flatruet. Zeit für ein paar Vorher-Nachher Bilder. Fast 3 Wochen sind seit dem letzten Besuch hier oben vergangen. Der Grusväg hinauf auf 975 Meter Höhe ist netterweise in dem gleichen guten Zustand wie bei der Hintour, einziger Unterschied ist das wesentlich bessere Wetter. Vom Sturm und den tiefhängenden Wolken des 21. Juni ist nichts zu sehen. Von 14 bis 14:30 Uhr sind wir oben. Ein kleines Murmeltier sorgt dabei für etwas Abwechslung. Dann geht es weiter nach Mihte. Dort folgt ein Kaffee- und Einkaufsstopp. Über Funäsdalen, Tännas und Högvålen geht es nach Sörvattnet. Dort beginnt das dritte lange Grusvägstück des Tages – nochmal gut 20 Kilometer. Auch dieser, teilweise schnurgerade, ist in einem sehr guten Zustand. 17 Uhr ist Idre erreicht, kurz darauf das Nipfjäll. Heute sind es genau 3 Wochen seit meinem Höhepunkt auf gut über 1000 Metern. Dummerweise ist heute noch mehr Regen als beim letzten Mal. Auch die Rentierherde vom 20. Juni suchen wir vergeblich. Nach 20 nassen und windigen Minuten auf der höchstgelegenen Straße Schwedens, begeben wir uns langsam zum Quartier in Särna. Dieses ist halb 7 erreicht. Das Wetter ist weiterhin durchwachsen bei kaum 15°C. Die letzte richtige Urlaubsetappe geht zu Ende.
Tags darauf dusche ich größtenteils. Bei grauen Wetter trennen sich unsere Wege für die Etappe. die anderen Reisenden rutschen gemütlich zum Startpunkt des Wasalaufes in Sälen, ich schrubbe Kilometer. Wieder lasse ich die E45 ab Stöllet links (eigentlich eher rechts) liegen und fahre stattdessen am Fluss entlang. Erst am 60. Breitengrad erfolgt ein Stopp. Während eines Kaffees bemerke ich, dass mich das gerade überholte Gewitter wieder hat. Eine beeindruckende Wetterfront am Rådasee. Bis Karlstad folgt dann logischerweise die nächste Dusche. Das Wetter passt zu meiner Stimmung. Bedrückt aber auch froh, das alles so gut gelaufen ist. Das Vandrarhem in Åmål erreiche ich fast 1 Stunde vor meinen Mitreisenden. Die Strecke von Dalarna, durch Värmland findet in Dalsland ihr Ende. Den Abend vergoldet ein doppelter Regenbogen.
Zum Mittwoch steht die letzte Überführungsetappe an. Es wird vor allem eine Einkaufstour. Von Åmål geht es entlang der E45 und E6 nach Göteborg. Das Wetter hat sich für diesen Tag nochmal viel vorgenommen; um 20° und den ganzen Tag Sonne. Wir fahren (mal wieder) getrennt. Ich erreiche nach knapp 3 Stunden, gegen 12 Uhr, Götet. Zuerst zum Backaplan; nach erfolgloser Suche fahre ich weiter zum Elektronikmarkt im Süden und bekomme wenigstens noch ein paar Sachen. Danach dann Kaffee, Kekse und anderes Gedöns beim Ica fassen. die anderen Reisenden haben nun auch die Großstadt an der Westküste erreicht. Als schönen Urlaubsabschluss besuchen wir zum wiederholten Mal Ramberget. Die Fähre ist kurz nach 17 Uhr erreicht. Ähnlich wie auf der Hinfahrt ist es sehr gewöhnungsbedürftig auf dem Schiff. Die Kabine ist klein, günstiges Essen Fehlanzeige und man verläuft sich sehr schnell. Die alten Fähren waren besser. Eine ruhige See beschert mir dann eine ruhige Nacht.
Donnerstagmorgen hat uns Deutschland wieder. Knapp 700 Kilometer Autobahn bei durchwachsenem Wetter sind sehr anstrengend und bei 9 Stunden Fahrzeit mit mehreren Staus eine Zumutung.
Nach genau vier Wochen findet diese Reise ihr Ende. Experiment geglückt, alle lebendig! Jeder hat bekommen, was er und sie wollte. Wegen der langen Dauer der Tour, entstand kaum Stress. die anderen Reisenden konnten gemütlich am bottnischen Meerbusen nach Norden fahren und ein paar interessante Orte entdecken. Höhepunkt für die beiden waren wohl die Tage auf Magerøya und die Hurtigruten-Reise. Ich hatte meine Ruhe im Fjäll und konnte recht gut entspannen. Mein absoluter Höhepunkt der Tour ist der 4. Juli – nach, in, und um Berlevåg. Dazu erstmals Mitternachtssonne. Unbeschreiblich! Mit dem Touri-Postschiff muss ich dagegen nicht wieder fahren. Ganz nett, mehr aber nicht.

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