Innerhalb von gut drei Tagen reisen wir mit dem Schiff nach Süden.
So recht entspannen kann ich leider nicht. Trotzdem entstehen ein paar schöne Aufnahmen.
Der Kartenausschnitt passt nicht ganz, da ich die Strecke damals leider nicht aufgezeichnet habe.
— SnusTux|René M. – 12/06-2026
Teil 8: Hurtig nach Süden – 07. – 10. Juli 2011.
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Es ist Mitternacht. Im liegen sind Rollen und Stampfen der RW sehr deutlich zu spüren. Während des nächsten Stopps in Mehamn werde ich wach. Die Vibrationen von Ruder und Schrauben sind sehr stark. Gleiches wiederholt sich in Honningsvåg. Eine unruhige erste Nacht auf See.
Der Morgen danach ist durch entsprechende Müdigkeit gekennzeichnet. Donnerstag, der 07. Juli. Es ist der erste volle Tag auf See. Dieser wird in seiner Mitte durch einen halbstündigen Landgang in Hammerfest unterbrochen. die anderen Reisenden sind im Bus unterwegs, ich spaziere ein bisschen zu Fuß durch den Ort. Die nächsten Anlaufhäfen beobachte ich meist auf dem Panoramadeck 7 – und wohne so auch der „vinkekonkurranse“ mit dem Schwesterschiff „Kong Harald“ bei. Irgendwann gegen Abend folgt dann die Ansage, dass eine andere Route gewählt wird. Diese führt durch einen Sund gen Tromsø. Ich positioniere mich auf dem Außendeck 5 und mache ein paar Abendbilder. Kurz darauf ist die größte Stadt Nordnorwegens erreicht. Meine beiden Mitreisenden wohnen einem Konzert in der Eismeerkathedrale bei, ich halte ihren Landgang in Bildern fest.
Auch die zweite Nacht ist anstrengend. An die Vibrationen kann ich mich nur schwerlich gewöhnen. Dazu kommt, dass unsere Kabine direkt über dem Heckruder zu liegen scheint.
Der Seetag 3, durch Vesterålen und Lofoten, geht in einem Trance-Zustand vorüber. Etwas Auflockerung bringt der Abstecher in den Trollfjord. Kurz und schmal ist dieser. Auf Deck 5 ist viel los. Die gut 1000 Meter hohen Berge sind zum Greifen nahe. Am Ende des gut 3 Kilometer langen Fjordes dreht die RW und stoppt zum fotografieren. Dann geht es weiter durch die Lofoten. Mein Tagespensum besteht hauptsächlich aus Bilder-sortieren und dösen. Netterweise ist die See sehr ruhig. Meine beiden Mitreisenden sind meist in der Panoramalounge. Ab Stamsund geht es über den Vestfjord nach Bodø. Fast 6 Stunden ohne Manöver und das störende starke Vibrieren. Endlich ein wenig Schlaf!
Trotzdem bin ich auch nach der dritten Nacht auf See wie gerädert. So eine Kreuzfahrt scheint nicht mein Ding zu sein. Vor allem nicht, wenn man nur eine begrenzte Zeit hat, um sich bestimmte Orte anzusehen. Dann doch lieber im Auto durch die Pampa gurken und halten, wo und wie lange es gefällt. Ab Bodø geht es am letzten Seetag entlang der Nordland-Küste nach Süden. Morgens kurz nach 9h passieren wir den Polarkreis in das Nicht-Mitternachssonnen-Gebiet. Einige schöne Motive schippern auch vorbei. Trotzdem ist der Tag ähnlich müde und bildbearbeitend wie der Vortag. Mittags gönnen wir uns jeder ein gegrilltes Hähnchen – das einzige Essen, das wir an Bord kaufen. Ansonsten werden nur große Mengen Kaffee konsumiert. Den All-you-can-drink-Becher gibt es für 215:- NOK. Schön aus Alu und mit Schiffsname. Auch die Sonne genießen wir kurz in Sandnessjøen. Nachmittags bin ich im Großraumvibrator (=Kabine am Steuerbordheck auf Deck 3) und freue mich langsam, mal wieder auf 4 Rädern Kilometer schrubben zu können. Es folgt die letzte Nacht auf ruhiger See.
Wettertechnisch ist die 4 Hurtigruten-Tage alles dabei. Starker Wind auf der Barentssee, Regen auf den Gewässern in Troms und Nordland sowie Sonne. Von letzterer gibt es am meisten – ab und zu getrübt von ein paar Wolken – ist diese sehr häufig zu sehen. Insgesamt eine ruhige Tour. Auch die See ist sehr ruhig. Rollen und Stampfen sind nach ein bisschen Gewöhnung kaum zu merken.
Trondheim. Unser Endpunkt mit der RW ist am Sonntagmorgen erreicht. Die Nacht habe ich kaum geschlafen. Auch wenn das Schiff schon halb 7 anlegt, so ist doch keine Eile geboten. Bis 8h müssen wir die Kabine verlassen haben. Wir nutzen das Anlegemanöver als Weckdienst. Danach Frühstück und Koffer zusammenpacken. Kurz darauf verlassen wir das Schiff und haben wieder Festland unter unseren Rädern.
Die Hurtigruten-Fahrt war zweifellos ein Erlebnis. Allerdings in einer ungünstigen Kabine. Dazu kommen die sehr strikten Aufenthaltszeiten in den einzelnen Anlaufhäfen. Diese schränken mich zu sehr ein. Fast die ganze Zeit bin ich am gähnen und werde nie richtig munter. Das Publikum war sehr international mit vielen Deutschen, alterstechnisch ab 50 aufwärts.

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