Juni 2012 – Unterwegs in der großen Stadt
Die große Stadt an der schwedischen Westküste…
Lange ein Sehnsuchtsort für mich.
Und über einige Jahre ein Ort, den ich regelmäßig besuche.
Nach Juni/Juli 2010 und Juni/Juli 2011 bin ich nun erneut in Göteborg.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich als Fünfteiler zwischen dem 18. und 27. Juni 2012.
Den damals großspurig angekündigten sechsten Teil – meine Rückreise – habe ich nie geschrieben, oder zumindest nie veröffentlicht. Auf meiner alten Sicherung von 2013 ist er nicht zu finden. Und diese Sicherung ist die älteste, die ich von meiner Seite habe. Weiter zurück in die Vergangenheit kann ich nicht reisen.
Nun – über 14 Jahre später – bildet diese Junireise von 2012 den Auftakt zu insgesamt vier Beiträgen, die sich mit meinen Besuchen in der großen Stadt beschäftigen.
Und nun – über 14 Jahre später –, nachdem dieser Fünfteiler für mindestens acht Jahre unveröffentlicht geschlummert hat, habe ich ihn überarbeitet. Dabei habe ich die fünf einzelnen Teile zu einem einzigen verschmolzen. Um es aber trotzdem wie einen Mehrteiler aussehen zu lassen, gibt es unter dieser Einleitung ein kleines Inhaltsverzeichnis. Darüber könnt Ihr direkt zu den einzelnen Tagen und zur Galerie springen.
Die Texte schreien »2012« und sind nur marginal angepasst und korrigiert.
Bilder, die damals dazwischen waren, sind es nun wieder. Die 15 damals veröffentlichten Aufnahmen habe ich um weitere 23 ergänzt. Es war die Zeit, in der meine Bilder eher bei DeviantArt oder Facebook gelandet sind, als auf dieser Seite. Die im Beitrag ankündigten Links auf DeviantArt habe ich entfernt. Sie sind seit vielen Jahren tot.
Alle Bilder sind neu bearbeitet, wobei ich mich an meinem Werk von 2012 orientiert habe – das war die Zeit vor Lightroom.
Wie bei allen Reisen findet Ihr am Ende eine Galerie mit allen Bildern.
Ich lade Euch ein, in den folgenden Zeilen und Bildern über 14 Jahre in die Vergangenheit zu reisen.
— SnusTux|René M. – 25/10-2026
Götet im Juni 2012
Hej zusammen.
Knappe 2 Wochen Urlaub sind zu Ende.
Es ist an der Zeit, sich diesen zu widmen; vor allem den 5 Tagen in der großen Stadt an der schwedischen Westküste.
Der Tag vor der Abreise – der 06. Juni – ist deprimierend.
Leider verhindert eine dichte Wolkendecke einen Blick auf den Venustransit.
Stattdessen verfolge ich das Ereignis im Internet über unterschiedliche Webcams rund um die Erde und einer speziellen NASA-Sonnenkamera.
Den Rest des offiziellen schwedischen Nationalfeiertages verbringe ich mit Schlafen und Kofferpacken.
Am 07. Juni, kurz nach 8 Uhr morgens geht es los.
Zuerst bringt mich ein fast leerer Bus zum Heidelberger Hauptbahnhof.
Nach einer kleinen Pause geht es mit der S-Bahn weiter nach Mannheim.
Dort dauert es nicht allzu lange, ehe mein Zug nach Frankfurt-Flughafen ankommt. Im reservierten Sitzplatz werde ich gen Norden gefahren.
Kurz vor 11h betrete ich Neuland – eher eine Stadt. Das Flughafengelände ist riesig!
Netterweise konnte ich am Tag vorher schon meine Bordkarte samt Sitzplatz über’s Netz besorgen. So muss nur noch der lagom-schwere Koffer abgegeben werden. Als wandelnder Detektor-Tester schaffe ich es durch die Sicherheitskontrolle. (Hemd und Schuhe haben einen gewissen Metall-Anteil. 🙂 ) Ein weite(re)r Marsch führt mich zum Gate. Noch eine gute Stunde.
Kurz vor 12 dann die Mitteilung, dass sich der Abflug aufgrund eines Maschinentausches um 20 Minuten verspäten wird. Nach eben dieser Zeit bringen 2 Busse alle Passagiere auf’s Vorfeld. Kurz vor eins hebt die Maschine ab. Anfangs habe ich von meinem Fensterplatz noch eine schöne Aussicht auf Mittelhessen, bald durchpflügt die Maschine aber die dichte Wolkendecke. Bis kurz vor Landvetter ändert sich daran auch nichts mehr; dicke Suppe über Mitteleuropa.
Von früheren Flügen mit einer irischen Billig-Gesellschaft war ich gewohnt, dass die Verpflegung an Bord kostet – nichts dergleichen bei der Lufthansa. Während des sehr ruhigen Fluges werden kleine Speisen und unterschiedlichste Getränke serviert. Das Bordpersonal ist sehr nett. Danke!
Im Regen landet die Maschine kurz vor halb 3 in Landvetter.
Äntligen framme!
Hier sind die Wege nicht ganz so lang, trotzdem muss ich nochmal 5 Minuten bis zur Kofferausgabe traben. Keine 600 Sekunden später bin ich komplett bepackt und mache mich auf den Weg zum Bus Richtung Stadt.
Halb 4 ist der Hauptbahnhof von 031-Stadt erreicht.
Nummer an der Västtrafik-Info ziehen und 3‑Tages-Karte besorgen. Von dort geht es mit der 3 zur Haltestelle Stigbergsliden.
Da ich erst ab 16h in das vandrarhem rein kann, bin ich ob der Flug-Verspätung ganz froh.
Auspacken; bei meinen kompisʼ anmelden, einkaufen (natürlich auch ’ne Dose Göteborgs Rapé!).
Zeit, um mein Zimmer im ersten Stock des alten Seemannsheimes festzuhalten.
Was mache ich nun mit dem angebrochenen Tag?
Einiges!
Hatte mir im Voraus ein paar mögliche Motive überlegt, die umgesetzt werden wollten. Auch hatte ich den Wetterbericht für die Stadt beobachtet, der für diesen Donnerstagabend noch schönes Wetter verheißen sollte.
Herr Dahlgren rettet mich, und schlägt vor, sich gegen 19h bei ihm zu treffen. Noch knappe 2 Stunden bis dahin. Wunderbar, da kann ich diese Zeit nutzen, um zur Masthuggskirche hochzuwandern und ein paar Testbilder zu machen:
Immer noch Zeit.
Selbst eine kleine Runde durch die östlichen Teile von Majorna, samt Kameraequipment ins Quartier bringen, reichen nicht aus, um genug Zeit zu schinden.
Herr D. wohnt nur einen Steinwurf von meiner temporären Unterkunft entfernt. Ich schlage also eine gute Viertelstunde eher bei ihm auf. Naja, auch nicht schlimm. Wir beide sind froh, uns nach 2 Jahren wiederzusehen. Später gesellt sich auch Herr J. Uppström dazu. Diese 2 – positiv – verrückten Schweden »entführen« mich später auf ein Bier ins »Cicero«, wo Erik uns schon erwartet. Wir sitzen draußen und schnacken, während ich gelegentlich einen Blick nach oben werfe. Es klart auf. Super!
Kurz nach 11, und dem ersten Alkohol seit einem guten Jahr, fahren Herr D. und ich zurück gen Majorna.
Ein verrückter Plan nimmt nun Gestalt an.
In der Voraussicht, dass das Wetter nur schlechter werden kann und am Wochenende zu viel auf dem Felsen los ist, packe ich meinen Kamera-Rucksack.
Es ist kurz vor Mitternacht. Es ist klar und im Norden schimmert es hell.
Aufstieg zur Kirche auf dem Kahlen Berg.
Stativ aufbauen, Kamera drauf und los geht es.
Zunächst mache ich ein paar Überblicksbilder mit dem Tokina, auch von der angestrahlten Kirche.
Danach Glaswechsel auf die »Hantel«.
Im Osten drängen sich ein paar vertraute Bauwerke.
Zu meiner Studienzeit in Götet flackerte nachts ständig der Brudaremossenmast, und der Lisebergsturm war noch etwas für Aussichts-Suchende.
Auch die Innenstadt bietet schöne Ansichten.
Nächster Glaswechsel.
Über dem Kirchturm entdecke ich einen hellen Stern – welcher sich im Nachhinein als Arktur herausstellt.
Mit dem Sigma und 38mm Brennweite halte ich dieses schöne Motiv fest.
Einerseits ist es im Norden noch recht hell, andererseits sind die hellsten Sterne (bis zur 4. Größenklasse) zu erkennen.
Standortwechsel.
Im Westen leuchten Älvsborgsbrücke und Carl-Johans-Kirche um die Wette.
Bei dem Bild macht sich wohl das Bier bemerkbar, da ich dieses in der Nachbearbeitung um ein paar Grad drehen muss. 😉
Zum Schluss verewige ich mich noch selbst:
Nach einer Stunde packe ich alles zusammen und trete den Abstieg an.
Der erste Tag in Schweden ist zu Ende.
Und weiter geht es.
Nach der ausführlichen Schilderung des ersten Tages folgt nun der zweite Teil:
Es ist Freitagmorgen, kurz nach 9 Uhr.
Mein Wecker klingelt.
Endlich gibt es Frühstück. Für 65:- kr sollte das Angebot reichlich sein. Tja, leider ist es enttäuschend. Minibrötchen, ein bisschen pålägg, Müsli und Eier. Das war’s auch schon. Einzig die Getränkeauswahl ist groß. Es scheint, als ob ein hoher Betrag in den Kaffee-Automaten geflossen sei. Dieser lässt fast keine Wünsche offen. Von »normalem« Kaffee über Espresso bis hin zu diversen Kaffee-Mischgetränken gibt es alles. Zum Frühstück gehört auch die Tageszeitung.
Ein paar Winzbrötchen und eine ganze G-P später ist dieses vorbei.
Meinen Kamerarucksack hatte ich gar nicht ausgeräumt.
Komplett, auch mit Stativ, bepackt, trabe ich zur Straßenbahn, meinem nächsten Motiv entgegen.
Dieser Freitagmorgen, es ist etwa halb 11, ist sehr ruhig.
Mit der 3 fahre ich zur Station Valand; von dort sind es dann nur noch 5 Minuten zum Götaplats.
Ziel ist es, Göteborgs Prachtstraße – Avenyn – menschenleer zu bekommen.
Okej, bei dem bisschen was los ist, sollte dies kein Problem darstellen. 😉
Anfangs warten noch ein paar Jugendliche darauf, in die Kunsthalle zu kommen. Für mich die Gelegenheit, alles aufzubauen sowie Belichtung und Brennweite zu testen. An mir und meiner großen Ausrüstung stört sich keiner. Sehr schön. Das Wetter spielt auch mit.
Um 10.54h entsteht das erste Test-Bild.
Gleich darauf die erste LZ (=Langzeitbelichtung). Der 1000er- und der 8er-ND‑Filter kommen vor das Sigma.
3 Minuten bleibt der Verschluss bei f/11 und 70 Millimetern offen. Schon nicht schlecht!Nach diesem Bild wechsele ich den Standort; auf die Empore der Kunsthalle. Von hier ist der Blick Richtung Kungsportsplatsen noch besser. Ich positioniere mich nahezu mittig. Innerhalb von 30 Minuten entstehen so insgesamt 4 LZ:s.
Alle bei f/11 und 4 Minuten. Die Brennweiten schwanken zwischen 17 und 190 mm. Dazu kommen noch ein paar »lebendige« Bilder.
Für diese nutze ich auch das Tokina am unteren Anschlag.
Nach dieser vormittäglichen Fotorunde fahre ich zurück in mein Zimmer am Berg.
Das Stativ hat seine – sehr guten – Dienste getan.
Für den Nachmittag habe ich auch etwas vor.
Ich will das Angenehme (Fotografieren) mit dem Nützlichen (Einkaufen) verbinden.
Dazu muss ich meinen Lichteinfänger aber erst einmal abspecken. Habe keine Lust mit dickem Gerät mehrere Stunden durch die Stadt zu ziehen. Also BG (der klobige, schwere Hochformatgriff 😀 ) ab und das Tokina drauf. Meine Eier legende Wollmilchsau stecke ich zur Sicherheit in den kleinen unscheinbaren Zweit-Rucksack.
Um kurz nach 14 marschiere ich los.
Das Wetter ist mittlerweile typisch göteborgskt. Grau und ein paar Regentropfen.
Am Sjöfartsmuseum, gleich um die Ecke, will ich noch einen weiteren Standort testen. Mit meiner UWW-Linse fange ich leider nur den Verkehr auf der E45 ein; und die grauen Wolken!
Als Nächstes möchte ich meine 2007er-Studentenunterkunft besuchen.
Mit der – na welcher Linie wohl 😉 – 3 fahre ich zur Vasagata um dort in die 2 zu wechseln. Diese bringt mich nach Krokslätt. Von der Haltestelle Almedal spaziere ich die paar Meter Framnäsgatan bergauf.
Von diesem niedrigen Standort wirkt der »Studentenknast« noch mächtiger.
Das Tokina ist für diesen geringen Arbeits-Abstand das richtige Glas.
Zwei Bilder später mache ich mich auf den Weg Richtung Korsvägen.
Unterwegs steht der obligatorische Besuch meines Stamm-Snusdealers, Mellgrens, an. Mit neuen Sorten bepackt geht es weiter.
Jetzt muss noch ein bisschen Literatur her.
Dieses Mal nehme ich die 4 zum Kungsportsplats. In der Innenstadt kaufe ich mir die 2 Bücher, die auf meinem Einkaufszettel stehen:
von Nanna Johansson »Välkommen till din psykos« – eine Sammlung feministischer Comics und Collagen; nicht für jeden etwas, OBS: starka ord och bilder!
und von Kalle Lind »Människor som har haft fel« – der letzte Band der Trilogie über merkwürdige Persönlichkeiten der schwedischen (Zeit-)Geschichte; sehr amüsant zu lesendes Sammelsurium und eine meiner Wissens-Quellen über Schweden. Auch die beiden Vorgängerbücher »Människor det varit synd om« und »Människor som gått till överdrift« seien in diesem Zusammenhang genannt.
Es ist nach 17h und es regnet.
Ich fahre nach Hause.
Am Abend verschlinge ich Nannas Album und die ersten Kapitel von Herrn Lind. Für den Samstag lasse ich mir ein paar Optionen offen. Bei Schietwetter wird eingekauft, bei Sonnenschein könnte die Bohus-Festung ein lohnendes Ziel sein.
Und weiter geht es.
Mittlerweile ist Samstag, der 9. Juni.
Obwohl mich der Wecker kurz nach 9h wachklingelt, lasse ich das ach so tolle Frühstück sausen. Habe ja noch ein bisschen mjukbröd und Marmelade samt blandsaft im Zimmer. Aus diesen Sachen bereite ich mir 2 Stunden später etwas Leckeres.
Der Blick aus dem Fenster – eigentlich sehe ich nur das große Stigbergshus gegenüber 😉 – lässt mich Option Nummer 2 in die Tat umsetzen.
Das Wetter ist schön und ich werde zur Festung fahren.
Bepackt mit Miniausrüstung (nur das Sigma, dazu GPS, um später zu wissen, wo die Bilder entstanden sind) begebe ich mich zum Hauptbahnhof. Dort fährt bestimmt etwas gen Kungälv. Auf der Anzeigetafel des Nils-Ericson-Terminals werde ich recht schnell fündig – nämlich nicht. Der Bus meiner Wahl fährt nicht über den Hauptbahnhof. Im VT-Kundenzentrum finden sich aber diverse Fahrpläne der einzelnen Bussen. Irgendwie muss ich schon vorher auf die Linie »Grön Express« gestoßen sein.
Ich schnappe mir also im Kundenzentrum den Fahrplan dieser Linie – und marschiere Samstagmittag zum Brunnsparken.
Der Bus fährt mir natürlich vor der Nase weg.
So habe ich Zeit noch ein paar Touribilder vom Gustav-Adolfs-Torg zu machen.
Gegen halb 1 kommt der Bus.
Auf meine Frage ob der Gültigkeit des 3-Tages-Tickets entgegnet der freundliche Fahrer, dass ich auch an der Haltestelle Eriksdal aussteigen könne. Von dort sei es nur ein kurzer Weg zur Festung.
Gesagt, getan.
An der genannten Station angekommen ist die Festung fast in Griffweite. Weniger als 1 Kilometer und eine Brücke liegen noch vor mir.
Zeitmäßig scheine ich es gut abgepasst zu haben. Für die 70 Kronen Eintritt gibt es nicht nur ein informatives Heft über die Festung, sondern auch eine Führung. Diese beginnt nur 5 Minuten später. Die Dame, die uns alles zeigt, »begleitet« mich zum Treffpunkt. Gegen eins beginnt eine interessante Rundwanderung – treppauf, bergab, durch niedrige Gewölbe usw. – durch die gut 700-jährige Geschichte der Festung Bohus.
Während dieser Führung fotografiere ich nicht.
Stattdessen begebe ich mich danach auf eine eigene Entdeckungs- und Fotorunde.
Das erwähnte Heftchen erweist sich dabei als sehr nützlich. Mein Startpunkt ist das Innere des markanten Turmes »Fars Hatt«:
Im selben Turm findet sich auch ein Kellerverließ:
Für dieses Bild benötige ich fast 5 Minuten bis die Belichtung einigermaßen stimmt.
Nachher gehen noch weitere 15 Minuten für die Nacharbeit drauf. 🙂
Die folgende Rundwanderung erbringt einige gute Bilder, leider nichts Spezielles. Hier eine kleine Galerie:
Bei den letzten beiden Bildern wird das Tokina doch etwas vermisst.
Gegen halb vier – nach einer kleinen Fikarast – trete ich den Rückweg an.
Über die Brücke zurück zur Bushaltestelle. Nach vielleicht 10 Minuten sitze ich dann im grünen Expressbus zurück nach 031-Stadt.
Dieses Mal fahre ich bis Kungsportsplatsen.
In der Stadt ist viel los.
Netterweise kann ich sofort in die 3 einsteigen. Diese ist mit viel feierfreudigem Volk mit einigen Bierflaschen gefüllt. (Nachher erfahre ich aus der Zeitung, dass an just diesem Samstag in der 2:a Långgatan ein Straßenfest stattfindet.) Diese Personen bestärken meinen Entschluss, den Rest des Abends mit Lesen zu verbringen. Besser ist es.
Der Entschluss nach Kungälv zu fahren stellt sich im Nachhinein als sehr richtig heraus, denn das Wetter hält den ganzen Tag – und nur diesen!
Zum Abend ziehen Wolken auf, die bis zum Dienstag – in unterschiedlicher Intensität – erhalten bleiben werden.
Der Sonntag ist bisher nur grob geplant, da vieles von meinen Gastgebern abhängt.
Mehr dazu im nächsten Teil.
Und hier ist der vierte Teil meines kleinen Reiseberichtes.
Wie bereits im dritten Teil geschrieben, ist das Wetter ab Samstagabend eher bescheiden. Ich schlafe lange. Das »Super-Frühstück« fällt abermals aus.
So ab 12 warte ich sehnsüchtig auf ein Lebenszeichen meiner Gastgeber.
Dazu sei angemerkt, dass Familie U. das Wochenende auf der Stena und in Kiel verbringt. Sie kommen erst Sonntagmorgen wieder in Götet an. Was eine Kurzkreuzfahrt in das Land des billigen Sprits für Schweden bedeutet, erschließt sich einem Deutschen nur schwer. Aber es sei ihnen gegönnt. (@ Daniel und Jonatan: Hoppas att ni hade det roligt på resan dit och tillbaka. 😉 )
Kurz danach erhalte ich dieses Lebenszeichen von Daniel, der mir mitteilt, dass wir uns eine Stunde später treffen können.
Er möchte mich abholen. Ich schlage den Eingang meiner Herberge vor, da sich hier ganz gut parken lässt.
Die Zeit bis dahin verbringe ich mit einer Gratis-Dusche während meines kleinen sonntäglichen Einkaufes. Selbiger wird aus der Not heraus veranstaltet, da das Café des Sjöfartsmuseums voll besetzt ist und ich dort deshalb meine Zeitung nicht lesen kann. Also spaziere ich gemütlich durch den Nieselregen zu meinem Stamm-Ica.
Rückzu nehme ich dann doch lieber die Bahn, da der Regen immer stärker wird.
Nochmal kurz aufwärmen und etwas futtern.
Kurz nach eins werde ich von Daniel abgeholt.
Es ist eine Punktlandung von allen Beteiligten. Jonatan und Jonathan treffen kurz darauf ein. Zusammen fahren wir raus.
Naja, das Wetter ist schietig, trotzdem gönnen wir uns einen kleinen Spaziergang in Arendal. Ringsum Industrie und Hafenanlagen, mittendrin ein Flecken Wiese und ein Leuchtturm. Zeit für ein paar Bilder.
Und die beiden Jonat(h)ans mit dem komischen Deutschen (Tack Daniel för att du tog bilden med mitt konstiga verktyg!):
(Obiges Bild ist leider eines der letzten dieser Reise. Die beiden folgenden Tage müssen ohne farbliche Abwechslung auskommen 🙁 .)
Vom Leuchtturm aus lässt sich die Festung Älvsborg nur erahnen.
Mit der Hantel kann ich sie einigermaßen sichtbar machen.
Nach einer kurzen Kaffeepause fahren wir zurück in die Stadt.
Eigentlich möchte ich die 3 Herren aus Dank zum Essen einladen, aber es kommt anders.
Wir fahren zu Daniels Parkplatz und Wohnhaus in Majorna und begeben uns zu Fuß auf die Suche nach etwas Essbarem.
Unser Weg führt uns zu einer Pizzeria an der Carl-Johans-Gata. Dort bestellt jeder sein Essen. Statt für alle zu bezahlen, werde ich abermals eingeladen. Unmöglich, diese Schweden!
Nach dem Futtern – ich bestelle einen Hawaii-Kebab – wird das Programm fortgesetzt. Wir gehen zu Daniels Wohnhaus zurück.
Dieser schlägt vor, dass wir doch bei ihm im motionsrum Tischtennis spielen könnten.
Als wir ankommen, ist die Platte frei.
Mit Bier gestärkt sporten wir fast 2 Stunden lang, immer 1 gegen 1. Es ist sehr spaßig. Irgendwann gegen 7 treten die Jonat(h)ans und ich den Heimweg an. Leider ist meine 3-dygns-Karte abgelaufen, sodass ich ein Einzelbiljett kaufen muss.
Da 22 Kronen für 3 Haltestellen recht viel sind, schlägt Herr Dahlgren vor, diese Fahrkarte doch auszunutzen. Das bringt mich auf die Idee zum Hauptbahnhof zu fahren und mir noch eine 24-Stunden-Karte für die Stadt zu kaufen. Diese wird dann für Montag und den Dienstagvormittag ausreichen.
Ich bin erstaunt, dass die VT-Information am Drottningtorget sonntagabends nach 19h noch geöffnet hat. Sehr gut. Mein Ticket für die letzten 1 1/2 Tage ist gesichert.
Mit der Bahn geht es nach einem abwechslungsreichen und anstrengenden Nachmittag zurück zum Stigbergsliden.
Tack för allt den där eftermiddagen!
Den Abend verbringe ich damit, meine montägliche Shoppingtour zu planen.
Außerdem hat Jonatan angedeutet, dass er für das Auftaktspiel der Schweden einige Plätze in einer Bar reserviert hat, und dass ich dorthin mitkommen könnte. Mal sehen…
Es ist Montag, der 11. Juni, der letzte volle Tag in Götet.
Leider.
Das Frühstück fällt, mal wieder, aus. Ich verpasse ja eh‘ nix. 😉
Also schlafe ich wieder recht lange.
Habe meine Einkaufstour zwar für kurz nach 10 angesetzt, aber die Busse und Bahnen fahren ja den ganzen Tag.
Es ist kurz nach 12 als ich in die 3 (meine Stamm-Straßenbahnlinie) steige.
Durch Majorna geht es zur ersten Umsteigestation – Marklandsgatan. Mein Bus gen Högsbo fährt mir vor der Nase weg. Nun ja, genau in diesen Mittagsstunden hat die Linie 772 andere Fahrzeiten als am Vormittag. Pech für mich. Ich darf 30 Minuten auf den nächsten Bus warten.
Bei leichtem Nieselregen kaufe ich mir etwas Lektüre um die Zeit zu überbrücken.
Kurz vor 13h sitze ich. Die Fahrt führt gen Süden durch das Gewerbe- und Industriegebiet am Dag-Hammarskjöldsleden. Dummerweise hatte ich mir die falsche Ausstiegshaltestelle gemerkt und darf noch gut 10 Minuten zum großen Elektromarkt laufen. Die richtige Haltestelle ist »August-Barks-gata«! 🙂
In diesem angekommen begebe ich mich zuerst zu meinen neuen Steckenpferden, den digitalen Systemkameras. Hier erwartet mich eine positive Überraschung: Selbst die teuersten Modelle lassen sich begrabbeln. In deutschen Elektro-Supermärkten stehen Modelle à la Canon 5DIII, Nikon D7000 und Sony A77 hinter Glas – hier nicht! Sehr schön.
Neben diesen Modellen schaue ich mir auch die frisch erschienene Einstiegskamera meiner Hausmarke an. Die D3200 ist ja ganz schnuckelig und hat einen tollen Sensor, aber Sucher und Bedienung sind eher nix für mich. Einen sehr guten Sucher hingegen hat das neue Sony-Spitzenmodell A77. Dieser ist rein elektronisch, zeigt aber das fertige Bild bereits als Vorschau und ist sehr hoch aufgelöst. Seit den ersten Alphas vor 2-3 Jahren ist der Fortschritt sehr deutlich zu erkennen. Ein Konzept mit Zukunft – wäre da nicht der Sony/Minolta-Blitzschuh!
Eine CD reicher und 160:- Kronen ärmer geht es zur nächsten Station.
Da Kampradʼs möbelvaruhus seit etwa einem Jahr darauf verzichtet, schwedische Lebensmittelmarken zu vertreiben, bin ich gezwungen die Schokolade direkt im Land zu erwerben.
Im Maxi-Ica kaufe ich genau 10(!) Tafeln für den gleichen Preis, den die CD vorher hatte. 🙂 Damit trete ich den Rückweg in die Stadt an. Zuerst mit der 772 zurück zur Marklandsgatan; von da mit der 8 via Chalmerstunnel zum Korsvägen.
Nun überlege ich kurz, ob ich das kurze Stück zu meinem Stamm-Snusdealer laufen soll, oder die Bahn nehme. Ich bin faul und fahre Bahn. Eine Station! Bei Mellgrens sind 2 Stangen fällig. Leider gibt es den hauseigenen Losen nur in 500‑Gramm-Abpackungen, was mir zu viel ist. Naja, mit Rapé und Granit komme ich die nächsten Wochen über die Runden.
Kurz nach 3 sitze ich in der 2 zur Vasa-Viktoriagatan, von wo es mit der 3 nach Hause geht.
Es ist etwa halb 4. Pause.
Und auf Nachricht von Jonatan warten.
Dieser meldet sich kurz darauf und schlägt vor, dass wir uns halb 6 am Vasaplats treffen. Im Glauben, wir würden in die Sportbar gehen, ziehe ich mir noch etwas Bargeld. Das hätte ich mir sparen können, da mir Herr Uppström beim Treffen offenbart, dass er das Programm geändert hat.
Wir fahren also mit der Bahn zu ihm nach Hause und sehen das Spiel bei ihm.
Er und seine sambo Jonna sind in eine neue, sehr schöne Wohnung in Kaverös gezogen. 5. Stock, Balkon, alles neu – die will ich haben. 🙂
Das erste Spiel (England – Frankreich) sehen wir noch zu dritt. Kurz vor Spielende bestellt Jonna bei örtlichen Pizzabäcker Essen für uns drei. Dieses holen wir eine Viertelstunde später ab. Ich darf meine Sachen wieder nicht bezahlen! Unmöglich! (@Jonatan: Jag var ju lite nyfiken, när du berättade om själva huset och kvarteret och när bägge byggdes om. Tyvärr har du med ombyggnaden av huset lite fel. På Google-Earth finns ju nån slags arkiv med flygbilder från olika år. Då ser man rätt tydligt att det har skett nån gång mellan 2006 och 2008. 🙂 Men det gjordes ju så bra!)
Als wir gerade die Wohnung verlassen wollen kommen Jonathan und sein flickvän uns entgegen. Die Runde ist damit fast komplett – und zu groß für die eigentlich reservierte Platzanzahl in der Bar. Selbige storniert Jonna noch während des ersten Spiels.
Ich habe mich für eine Pizza entschieden. Diese trage ich auf dem Rückweg dummerweise hochkant, sodass der komplette Belag nach unten rutscht. Naja, es schmeckt auch so – vor allem wenn es frisch importiertes deutsches Bier dazu gibt. Ist leider nur etwas zu viel und ich schaffe nur die Hälfte. 🙁 Förlåt för det.
Nun sind wir komplett. Ein Freund meiner beiden Gastgeber, der in der Siedlung wohnt ist auch zu uns gestoßen.
Wir hängen zu sechst auf der riesigen Couch und sehen das Elend Ukraine – Schweden. Die erste Halbzeit ist vor allem von den Hamrén-ern grottig; die Gastgeber sind etwas besser. Eben dieses vermute ich in der Halbzeitpause. Hätte ich es besser nicht kundgetan!
Die zweite Halbzeit beginnt besser. Zlatan schießt sein Tor. Das Echo um mich herum ist entsprechend – LAUT. Kurz darauf ist es mir der Herrlichkeit auch schon vorbei. Ausgleich Ukraine. Nochmals 5 Minuten später gelingt der Gastgebernation der Führungstreffer. Mehr passiert nicht, außer dass »Chippen« nach seiner Einwechslung noch ein paar gute aber erfolglose Akzente setzen kann. Schweden verliert; ich bin der Sündenbock. 😉
Geknickt machen Jonathan, Madeleine, Jonatans kompis und ich uns nach Spielende auf den Heimweg. Der kompis zeigt uns noch einen kürzeren Weg zur Straßenbahnhaltestelle und verabschiedet sich kurz darauf von uns Dreien.
Zusammen fahren wir zum Järntorget. Madeleine stellt sich als ehemalige Leidensgenossin meiner Wenigkeit heraus. Sie hat auch eine Zeit bei meinem Arbeitgeber geschuftet. Die Straßenbahn(-haltestellen)gespräche sind schön und interessant.
Leider trennen sich unsere Wege am Stigbergstorget. Der Abend ist vorbei und der Abschied fällt schwer.
Tack Jonatan och Jonna för denna kvällen! Det var underbart hos er! Till er alla (Jonatan, Jonathan, Daniel, Jonna & Madeleine): Tack för tiden jag fick spendera med er! Hoppas att ni har det gôtt och att vi ses igen snart. Ni är bjudna att besöka mej i denna konstiga stad vid Neckar!
So, damit gibt es nur noch einen berichtenswerten Tag, den Dienstag.
Und dieser Beitrag ist wohl nie erschienen.
Alle Bilder:






































Ich warte gespannt auf die Fortsetzung!
Jag hoppas, att jag hinner skriva den idag. 🙂
Edit 20120619 kl. 17:52: GJORT!