Von Himmelslichtern… – Teil 4: Endstation

In einer Bergbaustadt erreichen wir das Ende.

— SnusTux|René M. – 01/11-2026


Teil 4: Endstation
20. – 21. September 2012
– 71 km –


20/09-2012:

Guten Abend aus Gällivare.
Ein Tag voller Nicht-Erlebnisse geht zu Ende. Warum, das erfahrt Ihr jetzt:
Naja, die Nacht war okej. Dank Ohrenstöpseln störte mich der Krach meiner Mitbewohner kaum. Trotzdem ließ ich mir viel Zeit. Erst gegen Mittag schälte ich mich aus meiner Decke. Der erste Blick galt Dundret. Weiß! Und wolkenverhangen. Also nix mit der Fahrt auf gut 800 Meter.
Gezwitscher – 12:30: Dundret in weiß gekleidet und kaum zu sehen. Die Farbe dieser Tour sorgt wieder für schöne Kontraste 😉
Stattdessen begab ich mich in die Stadt. Zur wallenbergschen Bank und zur Turisteninformation, die gleichzeitig Mini-Stadt- und Regionsmuseum ist. Ganz nett das alles über die Erschließung der Erzgruben und deren Ausbeutung. Leider scheint es bisher noch kein Geschichtsbuch über Gällivare-Malmberget zu geben. Das wäre eigentlich was.
Weiter zum Einkaufen in dieser »aufstrebenden« Doppelstadt – nach den vielen Straßenbaustellen zu urteilen. 🙂 Dummerweise scheint es im Großeinkaufsbereich keinen Elektronikmarkt zu geben. Naja. Gefragt und zu einem Gemischtwarenhaus in der Pampa gefahren, fündig geworden. Von dort wollte ich noch zu Gropen, einem Loch mitten in Malmberget fahren, aber dieses scheint recht schwer zugänglich zu sein und so fuhr ich wieder zu meinem Quartier zurück.
Gezwitscher – 17:03: Kleine »Stadtrundfahrt« durch Gällivare beendet. Dundret immer noch weiß aber mittlerweile zu sehen. Soll ich’s heute noch wagen?.
Langsam lichteten sich die Wolken und gaben den Blick auf den schneebedeckten Hausberg frei. Ein paar Bilder für’s Album. Das war es dann auch schon. Jetzt werde ich den Abend genießen und langsam überlegen, wohin es ab Samstag gehen wird. Morgen folgt dann vielleicht ein Ausflug auf Dundret.


21/09-2012:

Letztmals Guten Abend aus der doppelten Bergbaustadt.
Es ist Freitag Abend, die Sonne ist vor einer knappen Stunde unterm Westhorizont und ich sitze wieder in meinem kleinen Zimmer und schreibe ein bisschen vom Tage. Von DEM Tag! Warum, das erfahrt Ihr jetzt:
Nach einer recht erholsamen Nacht klettere ich kurz nach 10 aus meinem Bett. Die Sonne lacht, nur von ein paar Wolken getrübt und der Schnee auf dem Berg hat sich ein bisschen verflüchtigt. Jawoll! Der Wetterbericht hat gestimmt. Nach einem Frühstück mache ich mich gegen 12h auf zum Berg. Die Straße nach oben ist recht gut, vor allem asphaltiert. Schon die Bergauffahrt lässt viel Größeres erahnen als am Dienstag. Dundret ist riesig! Irgendwann bin ich auf einem Parkplatz nahe der Sendemasten. Kamerarucksack aufsetzen und los geht es. Zuerst weiter zu den Sendemasten um einen Überblick über Gällivare-Malmberget zu bekommen. Nach einer Viertelstunde beschließe ich, den Aufstieg zum über 800 Meter hohen Südgipfel anzugehen, bzw. mich diesem zu nähern. Das alles zwar mit Wanderschuhen aber ohne Stöcke und ohne Wasser. Außerdem hängt die schwerstmögliche Kombi (D300s+BG+Tammy) über meiner Schulter und der Rucksack auf dem Rücken. Naja. Mal sehen wie weit es geht. Und es geht weit. Über Steine und durch Schnee und Matsch, nur geleitet durch rote Andreaskreuze am Wegesrand. Eigentlich habe ich gar keine Lust weiter zu wandern, aber mein innerer Schweinehund ist stärker und gewinnt. Nach vielleicht 40 Minuten und 3 Kilometern komme ich auf dem Gipfel und einer Hütte an. Es ist halb 2. Foto-Pause.
Gezwitscher – 13:44: Bin nach 40 Minuten und 3km oben! 🙂
Gezwitscher – 13:45: *Fußmarsch! 😀

Von Nordwesten kündigt sich Ungemach an. Über der Stadt scheint es schon zu regnen. Also alles einpacken und den Regenschutz über den Rucksack ziehen. Abstieg. Über einen anderen Weg kommt mir eine kleine Gruppe entgegen. Spontan beschließe ich eben diesen, auch markierten, Weg zurückzugehen. Es stellt sich als richtig heraus, da dieser Pfad einfacher ist und kürzer über Kalfjäll verläuft. Unterwegs noch ein weiterer kurzer Fotostopp Nach einem guten Kilometer und der Überquerung eines kleinen Schmelzwasserbaches, komme ich an der Straße an. Einen guten Kilometer später sitze ich im Auto. Gerade noch rechtzeitig. Die dunklen Wolken sind mittlerweile bedrohlich nahe. Während meiner Telefon-Pause beginnt es, kurz nach halb 3, zu regnen  und zu graupeln. Jawoll. Dummerweise laufen binnen kürzester Zeit sämtliche Scheiben zu. Naja. Die Lüftung schafft das. Nach dieser feuchten Episode fahre ich langsam wieder bergab. Unterwegs noch mal halten. Im Norden entdecke ich einen kleinen Regenbogen, den ich mittels Pol versuche einzufangen. Leider sind die Farben nur sehr schwach. Wenigstens ist der Schauer vorbei.
Zurück zu Hütte. Halb 4 ist meine Dundret-Tour zu Ende. Ausruhen.
Gezwitscher – 16:23: Dundret bietet alles! Kalfjäll, Sonne, Schnee und Graupel. 🙂 Zurück vom Berg mit vielen Bildern. 🙂
Dummerweise habe ich für die nächsten Tage noch keine Plan, aber das wird noch. 🙂

21–22/09-2012:

Guten Morgen aus dem Land der speziellen Himmelsbeleuchtung
Es ist ein Uhr morgens, ich bin wieder zurück. Von wo? Bitteschön:
Nachdem ich gestern meinen Bloggtext geschrieben hatte, beobachtete ich fleißig die Wetterlage.
Kurz vor halb 10h Abends ging es erneut auf Dundret. 2°C, nahezu klar. Am Tage wurde bereits ein Standort für Nachtbilder ausgekundschaftet. An diesem angekommen brach ich in Jubel aus. POLARLICHTER am Nordhorizont. Zwar recht schwach, aber zu erkennen.
Gezwitscher – 22:27: Polarlichter über Gällivare!!! 😀
Kamera und Stativ geschnappt und bergauf zum Standort ging es. Hier machte ich mit dem UWW und später mit dem Sigma einige Bildsequenzen. Nicht viel, aber für ein paar Sekunden Film wird es reichen. Außerdem startete ich einen erneuten Langzeitversuch mit 27 Bildern á 20 Sekunden, geradewegs nach Nordwesten zwischen Leier, Adler, Bärenhüter und Großem Bären. Mal sehen. Die Stadtaufnahmen im Telebereich gelangen wegen des Windes eher suboptimal. Kurz nach halb 12 war Schluss. Trotz dicker Klamotten und Handschuhen begann die Kälte zu nagen. Am Auto angekommen glitzerte der Heckspoiler mich mit einer dünnen Eisschicht an. 0°C. Zurück ins Zimmer.
Gezwitscher – 00:24: Zurück von der Dundret-schen Astrotour. A… kalt, aber klar. 🙂
Hier ein paar Appetithappen von 67° Nord:



Teil 3: Tiere am Berg | Teil 5: Die Grube

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