Von Himmelslichtern… – Teil 6: Kilometerfressen

Und schon nähern wir uns dem Abschluss dieser Reise.

— SnusTux|René M. – 01/11-2026


Teil 6: Kilometerfressen
26. – 29. September 2012
– 1115 km –


26/09-2012:

Guten Abend aus dem regnerischen Göteborg.
Wie bereits gestern angedroht, wird es die nächsten Tage kaum Neues geben. Bildermäßig halte ich mich auch zurück. Nun zum heutigen Tag:
Er begann mit einem schönen Knöllchen.
Gezwitscher – 12:24: Knöllchenstadt Göteborg. Parkplätze sind rar und teuer! 🙁
Danach stand ein bisschen Organisation der nächsten Tage an und zum Schluss ging’s noch Einkaufen.
Gezwitscher – 13:02: Fähre gebucht. Samstagmorgen geht es – leider – zurück!
Gezwitscher – 15:57: Autos und Göteborg passen nicht zueinander.

Das Ganze bei typischem Westküsten-Wetter und Temperaturen um 10°C. Das war’s schon. 🙂

Naja, nicht ganz. Wenn schon keine Bilder, dann doch etwas Nähkästchen-Plauderei. Genauer gesagt Foto-Plauderei. Hier habe ich ja bereits sehr knapp meine Ausstattung beschrieben. (01/11-2026: Link gelöscht. Ob es je wieder einen Fototaschen-Beitrag geben wird, weiß ich nicht) Mit einem großen Teil davon bestreite ich diese Reise. Hier eine kleine Übersicht:
Kameras: D300s+BG, D5000
Gläser: Nikkor 18-105; Sigma 17-70, Tamron 70-300, Tokina 11-16
Sonstiges: Stativ (!); ND- und Pol-Filter; GPS für die D5000; einiges an Akkus und Speicherkarten; verpackt in meinem Lowe-Rucksack.

Von vornherein hatte ich festgelegt, die Aufgabenbereiche der beiden Kameras klar zu trennen. Die »kleine« sollte durch das GPS als Ortsmarkierer dienen. Außerdem sollte sie meine Immer-dabei-Kamera sein. Gelöst habe ich das durch die Kombination mit dem Kit-Nikkor. Die »große« war als Arbeitstier gedacht. Für alle Einsätze bei denen ich Zeit haben würde und den guten Durchblick, den präzisen AF sowie die anderen wichtigen Spielereien brauchen würde. Meist in Kombination mit dem BG für bequeme Hochformataufnahmen.
Was blieb nun davon? Eigentlich alles. Die D5000 lag meist lose im Auto mit GPS im Standby. Bei kurzen Stopps konnte ich recht schnell den Standort in wenigstens eines der Bilder bekommen. Stammobjektiv war und ist das Nikkor. Brennweitentechnisch deckte ich nahezu alles ab, vom 18 Weitwinkel bis zum oberen, 105-er Tele-Ende. Diese Konstellation habe ich unter anderem beim Fährenbild vom 10. und beim Dundret-Bild vom 22. verwendet. Zweimal durfte ein anderes Glas an die Kleine. Erstens beim Einfangen meines ersten »Ruhe«-Tages in Björkvattnet. Hier probierte ich mal, wie sich mit einem Winz-Sucher und manuellem Fokus Fokus fotografieren lässt, da das Tokina keinen eigenen Fokusmotor hat und der D5000 ein Antrieb für die AF-Verstellung des Glases fehlt. Das Ergebnis ist ganz in Ordnung. Beim zweiten »Fremdgehen« kam das, begrenzt, makrofähige Sigma an diese Kamera. Der Fokus auf die Eiskristalle des morgendlichen Hammerdal passte ganz gut. Die Kamera hatte ich auf Blendenpriorität eingestellt. Die Iso-Automatik war an und arbeitete zwischen 200 und 800. Belichtungsmessung stand auf Matrix. So brauch(t)e ich mich nur Blende und Belichtungskorrektur zu kümmern. Was mich an dieser Kamera sehr stört ist, dass sie nicht auslöst wenn der AF nicht sitzt. Da ich recht häufig einen Punkt scharfstelle und danach die Kamera verschwenke nervt das. Trotz AF-C geht es nicht. An der D5000 ist dies besonders wichtig, da diese nur einen einzigen Kreuzsensor hat, der sich in der Mitte befindet. So war ich oft gezwungen den AF am Glas auszuschalten um danach das gewünschte Bild machen zu können. Über die allgemeine, bescheidene, Bedienung lasse ich mich nicht weiter aus. Mir ist sie zu umständlich.
Nun zu meinem Arbeitstier. Die D300s hat mich nicht im Stich gelassen und zuverlässig alle Aufgaben erfüllt. Hier kamen außer des Nikkor alle Gläser zum Einsatz. Von dem hier im Blogg veröffentlichten Bilder ist gut die Hälfte mit dem Tamron gemacht, Tokina und Sigma kamen bei jeweils einem Viertel der Bilder zum Einsatz. Der UWW war und ist meine Linse für Spezialaufgaben. Einerseits nutze ich sie in engen Räumen andererseits für die Astrofotografie. Bei letzterer lassen sich mit der kürzesten Brennweite fast 30 spurenfreie Sekunden belichten. Für sonniges Wetter ist das Tokina aber aufgrund seiner Flare-Anfälligkeit kaum geeignet. Fast alle veröffentlichten Nachtbilder entstanden mit diesem Glas. Nun zum Sigma. Meine eierlegende Wollmilchsau hatte ich im Verlauf der Reise immer häufiger im Einsatz. Sie eignet sich für fast alles. Dazu zählen langbelichtete Wasseraufnahmen ebenso wie Selbstportraits und »normale« Bilder. Zum Glas der Reise wurde immer mehr das Tamron. Offenblende rein, Brennweite hoch und schon flogen mir die Bilder mit Tiefenwirkung nur so zu. Beispiele dafür sind der Bergbauernhof in Norwegen und die Rentierbilder von Galtispuoda. Die Kamera selbst war/ist mit 2 Aufnahme-Voreinstellungen versehen. Eine für die alltägliche Fotografie mit Iso-Automatik wie bei der kleinen, eine zweite mit festem Iso für LZ:s und Stativaufnahmen. Beide Einstellungen kamen oft zu Einsatz. Die Bedienung erfolgte oft blind. Recht häufig nahm ich die integrierte Wasserwaage zu Hilfe. Schiefe Bilder waren damit fast Vergangenheit. Am meisten hat mich der sehr treffsichere AF begeistert. Bei den Tele-Rentier-Bilder hatte ich nur ein oder zwei unscharfe Bilder. Alles über AF-C mit Nachführung. Ich bereue es nicht mir dieses Stück Technik zugelegt zu haben. In Kombination mit dem Batteriegriff lässt sie sich gut greifen. Nachteil ist, dass diese Kombination knapp 1,5 Kilo auf die Waage bringt. Tas Tammy vornedran sind’s über Kilo. Schwer aber gut.
Ich denke, dass die Bilder für sich sprechen. Einige davon kann ich leider erst in ein paar Tagen fertigstellen, vor allem die Astrobilder und die Zeitraffer.

Das reicht für heute. Morgen vielleicht mehr.


27/09-2012:

Hallo von der verregneten Westküste.
Heute ist mein vorletzter Entspannungstag. Und viel anderes habe ich auch nicht gemacht. Mal kurz im Zentrum gewesen um wichtige Dinge zu besorgen und das war’s dann auch schon. Den Rest der Zeit habe ich in meiner Luxus-Herberge verbracht.
Gezwitscher – 13:19: Warten auf Godot…
Gezwitscher – 17:17: Letzten freien Tag in Göteborg genießen

Samstagmorgen 00:30 geht die Fähre rüber nach Jütland und dort angekommen, habe ich noch knapp 1100 Kilometer Autobahn gen Süden vor mir. Werde diese auf 2 Etappen verteilen.

Bilder und Karte von heute gibt es leider nicht.


28/09-2012:

Hej.
In zwei Stunden verlass ich das große Land im Norden wieder. Ein Schiff wird mich über den Kattegatt bringen.
Heute konnte ich mich noch ein bisschen ausruhen und ein paar Freunde treffen. Das war’s.
Gezwitscher – 12:18: Noch 12 Stunden bis zur Abreise. Die Sonne zeigt sich zum langsamen Abschied nochmal über der Stadt. 🙂
Gezwitscher – 22:36: Gleich geht’s auf die Fähre nach Dänemark. 🙁

Gezwitscher – 23:23: Stena Danmarksterminal Gbg. Kaum was los. Ich will nicht!
Morgen oder Sonntag folgt ein letzter Artikel. Bis denne.


29/09-2012:

Hallo alle zusammen! Da bin ich wieder.
Wo ich mich befinde, erfahrt Ihr erst im Text. Bis dahin bleibt es ein Geheimnis. 🙂 – das ich nun lüften werde:
Nachdem ich gestern meinen mickrigen Eintrag verfasst hatte, ging es ans Packen und Einladen. Kurz nach 11h Abends gab es kein Zurück mehr. Ich stand am Dänemarksterminal der Stena in Göteborg und wartete, mein Ticket zeigen zu dürfen. Etwas später, und ein paar hundert Meter weiter, wartete ich immer noch. Dieses Mal um auf die gerade einlaufende Fähre zu gelangen. Diese Zeit nutzte ich für ein freitagabendliches Abschiedsbild von der Stadt. Gegen Mitternacht waren meiner Einer samt Fahrzeug auf dem Schiff. Mein Reisebegleiter schön luftig abgestellt, ich selbst im warmen Inneren des Schiffes. Sogleich suchte ich mir ein gemütliches Plätzchen zum Dösen. Die 3,5 Stunden Überfahrt wollten rumgebracht werden. Naja, ein kleiner Fernsehsaal mit laufendem DR1 und SVT1 wurde es schließlich. Nicht so optimal das Ganze, aber es ging. Im Halbschlaf verfolgte ich die beiden Programme. Während der Überfahrt nach Frederikshavn schien die See recht unruhig zu sein. Desöfteren prallten starke Wellen gegen das Schiff. Irgendwann um kurz vor 3h, nicht wirklich munter, machte ich mich auf den Weg zurück zum Deck-5-Saab. Dieser hatte während der Passage eine schöne Kattegatt-Salzdusche erhalten. Sämtliche Scheiben waren zu. Recht pünktlich um kurz nach 4h morgens, befuhr ich wieder mal dänische Straßen. Nun ging es los. Hauptziel war es, das kleine Land hinter mir zu lassen. Mit eingeschaltetem Tempomaten, bei wenig Verkehr und leichtem Regen fuhr ich gen Süden. Ålborg samt Limfjord-Tunnel wurden kurz vor 5, nach knapp 60 Kilometern, erreicht. Nächste Station Århus. Für diese  etwas längere Streckte benötigte ich nochmal ’ne knappe Stunde. Trotz schwerer Augen ging es ganz gut voran, auch dank der schönen dänischen Autobahn. Ab hier wurde die Strecke etwas voller, aber auf sehr niedrigem Niveau. Kurz vor Kolding die erste Baustelle. Auch kein Problem. Bei dem dortigen Zusammentreffen von E20 und E45 wurde erstmals auf Flensburg beschildert. Im Morgengrauen, nach gut 300 Kilometern am Stück erreichte ich die Grenze und suchte alsbald nach einem Pausen-Parkplatz. Diese Ehre erhielt ein schönes Plätzchen bei Schleswig. Hier um kurz vor 8h angekommen hatte ich schon fast 400 Kilometer absolviert. Für das bevorstehende Hamburg-Abenteuer ruhte ich mich eine gute halbe Stunde  aus.
Gezwitscher – 08:05: Frederkshavn – Schleswig (knapp 400km) in einem Rutsch gefahren. Jetzt wartet Hamburg. 🙁
Die Erwartungen erfüllten sich leider. Der samstägliche Morgenverkehr auf der A7 hatte es in sich, vor allem wenn man selbst recht fertig ist. Deshalb erfolgte Pause Nummer 2  schon kurz nach dem Horster Dreieck. Mein Versuch, hier etwas Schlaf zu bekommen, scheiterte kläglich. Also weiter nach Süden. Die Hälfte der Gesamtstrecke gen Heidelberg hatte ich hier bereits geschafft. Nun folgte ein 100-Km-Abschnitt zum Tank- und Ess-Stopp in Schwarmstedt. Die Uhr zeigte gerade einmal halb 12. Der Tacho schon gut 600 Kilometer mehr als noch am Vorabend. Wieder etwas Ausruhen.
Gezwitscher – 11:38: Sonniges Möwenessen in Schwarmstedt. Noch 460 Kilometer zu fahren.
Trotz leicht schmerzender Beine durchquerte ich bald auch Großstadt Nummer 2 – Hannover. Beim Harz-Anstieg fielen mir zwar fast die Augen zu, trotzdem konnte ich, dank ordentlich Snus, diesen Abschnitt recht konzentriert angehen. Nach der Urlaubsanfänglichen Stau-Stelle erfolgte Stopp Nummer 4 auf einem Parkplatz mit Namen »Am Bierberg«. Sehr amüsant. Nur leider gab es hier kein Bier.
Gezwitscher – 13:01: »Am Bierberg« gibt es nix zu trinken. So’n Mist! 🙁 735 Kilometer seit Frederikshavn.:D
Ausruhen und Fotostopp, dann weiter nach Hessen. Da ich vor dem Kirchheimer Dreieck keine Pausier-Möglichkeit mehr hatte, musste die Raststätte »Rimberg« dafür herhalten. Die Uhr stand erst auf kurz nach 3, der Tageskilometer schon bei fast 900. Meinen ursprünglichen Plan eines Schlafstopps hatte ich hier endgültig aufgegeben. 200 Kilometer würden doch, trotz Frankfurt, noch zu schaffen sein. Auf die 069er Metropole stellte ich mich während einer letzten Pause kurz vor dem Bad Homburger  Kreuz ein.
Gezwitscher – 16:02: Nach 975 km: Letzte Pause kurz vor Frankfurt. 🙂
Wider Erwarten, konnte ich die Mainmetropole recht entspannt bewältigen. Hier ärgerte mich, für diesen Tag einmalig, die Sonne ein bisschen. Sie versteckte sich sonst lieber hinter dicken Wolken und sorgte so für optimales Fahr-Wetter. Genau im Frankfurter Kreuz hatte ich dann das historische Erlebnis: Ich wurde Mitglied im exclusiven 1000-Kilometer-Club. Eintausend Kilometer waren seit dem Verlassen der »Stena Jutlandica« gut 12 Stunden vorher, absolviert, mit nur 6 Pausen. Nach weiteren 81 Kilometern erreichte ich gegen Halb 6h Abends den Startpunkt meiner Reise. Völlig fertig.
Gezwitscher – 17:43: Ich habe es getan! 😀
Aber ja, ich hatte es tatsächlich gewagt, die gesamte Strecke Frederikshavn-Heidelberg – 1081 Kilometer – an einem einzigen Tag abzuspulen. Von den 13,5 Stunden Gesamtzeit machten die Pausen höchstens 2 Stunden aus. Dank des guten Wetters, guter Straßenverhältnisse und nicht zu viel Verkehr, stellte die extreme Strecke kein Riesenproblem dar. Leider muss ich weiter behaupten, dass deutsche Autobahnen nicht wirklich mein Ding sind, da diejenigen, welche diese oft hervorragenden Straßen benutzen, recht egoistisch sind.
Mit dieser Etappe habe ich auch einen eigenen Rekord aufgestellt. Nach der 2002-er Etappe von Dalsland nach Berlin, mit 7 Stunden Fährüberfahrt und 973 Kilometern und den 867 Kilometern – Arvidsjaur – Uppsala – von 2003 knackte ich heute die magische Marke. In Zukunft wird wohl nix Längeres mehr kommen. Wer weiß…
Hier ein paar Bilder:



Teil 5: Die Grube | Abschlussbemerkungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert