Norden 2012 – Von Himmelslichtern… – Abschluss
Hej.
Ihr habt es geschafft – wir haben es durch sieben Etappen voller Himmelslichter geschafft!
Nachfolgend eine Karte der gesamten Tour, ein paar retrospektive Gedanken aus 2026, kein bisschen Statistik, dafür aber ein paar Boni und die Tageskilometer, sowie alle Bilder in einer finalen Galerie. Als kleine Spielerei habe ich diese Tour mit denen von 2010 und 2011 überlagert. So lassen sich gleiche und ähnliche Strecken erkennen.
Mit »nur« 6269 Kilometern war diese Reise noch einmal etwas kürzer als meine Tour von 2011. Die Ursache dafür ergibt sich recht schnell: In Gällivare war Schluss!
Hier seht Ihr die Tour auf einer Karte:
14 Jahre danach. Was bleibt?
Es bleibt eine Tour, die man rückblickend als »gescheitert« bezeichnen könnte – wenn man denn meine ursprüngliche Planung zugrunde legt.
Man könnte…
Man könnte sie aber auch als besonderen Abschluss dreier besonderer Jahre ansehen.
Und das trifft es deutlich besser. Binnen 15 Monaten habe ich sowohl Mitternachtssonne als auch Polarlichter gesehen.
Man könnte auch feststellen, dass ich mit den wenigen Mitteln viel erreicht habe; dass ich trotz widriger Umstände »durchgezogen« habe, um wenigstens ein Ziel zu erreichen.
Man muss feststellen, dass es damals noch nicht so einfach war »mal eben am Telefon« das Wetter zu checken und dabei vernünftige Vorhersagen zu nutzen.
2012 steckten die modernen kleinen (und jetzt immer größer werdenden) Taschen-Alleskönner in ihren Kinderschuhen. Ich hatte zwar das 5230, das lässt sich aber beim besten Willen nicht als »modernes« Smartphone bezeichnen – ließ es sich selbst damals nicht. Es war der verzweifelte Versuch von Nokia mit dem Apfel- und dem aufkommenden Android-Universum mitzuhalten. Dass die Symbian-Plattform hierbei der falsche Weg war, erkannten schon die Zeitgenossen. Für mich sollte es noch bis in den Dezember 2013 dauern, ehe ich mich mit dieser neuen Welt anzufreunden begann – und erst ab November 2014 im Besitz eines »brauchbaren« Smartphones gelangte.
So war ich auf meinen Uralt-Laptop angewiesen, dessen Akku längst nicht mehr für mobiles Arbeiten zu gebrauchen war und der zusätzlich einen 3G-Stick benötigte, um ins Internet zu kommen. Die letzten Ausläufer meiner Analog-Zeit…
Aber das interessiert hier nur am Rande.
Viel wichtiger ist doch, was ich nach dieser langen Zeit mitnehme.
Und das ist Einiges.
Zuallererst nehme ich natürlich meinen Hut – wieder – mit. Er hängt seit vielen Jahren ungetragen an meiner Garderobe.
Ich nehme die Zelt-Episode mit, zu der ich mich in meiner Kalendergeschichte vom April 2022 detaillierter äußere. Diese Tropfen von jenem Abend des 16. Septembers 2012 haben mein Wunsch-Fass zum Überlaufen gebracht und mich diese eine Investition tätigen lassen, die nun seit zehn Jahren ungenutzt herumliegt.
Ich nehme die unglaubliche Begegnung mit den Rentieren auf Galtispuoda mit – ein Berg, dessen Name sich seitdem in mein Hirn gebrannt hat und den ich wohl so schnell nicht vergessen werde. Dieser Begegnung und diesem Berg habe ich sogar zwei Kalendergeschichten gewidmet – den April 2021 und den Oktober 2021.
Ich nehme die eisigen zwei Stunden auf Dundret mit. Bei Lesen des zugehörigen Textes fröstelt es mich selbst heute noch. Polarlichter zu beobachten – das Wabern dieser grünen und violetten Himmels-Etwasse zu bestaunen – bleibt für mich unvergessen.
Ich nehme diese eisigen Nächte im Zelt mit; nehme mit wie sich an mehreren Morgen kleine Kristalle um mich herum ausgebreitet hatten; nehme das Glitzern dieser Kristalle mit.
Und ich nehme mit, dass ich mich auch unter widrigen Umständen auf mich verlassen kann; nehme mit, dass ich bis an meine körperlichen und psychischen Grenzen (und leider auch viel zu oft darüber hinaus) gehen kann – dass ich funktioniere. Und das nur, weil es da diese starke innere Motivation gibt.
Es gibt da diesen einen roten Faden, der sich durch meine Reisen aus der Zeit zieht:
Die Technik! Genauer, die Technik rund um die Fotografie.
Auch in den Abschlussbemerkungen zu 2010 und 2011 bin ich darauf eingegangen.
Beim Lesen dieser »alten« Beiträge – auch dem zu meiner Göteborg-Tour ein Vierteljahr zuvor – stolpere ich über viele detaillierte Technikabhandlungen. Ich stolpere darüber, wie ich mich über meinen Gläser-Park auslasse; über verschiedene Möglichkeiten, Motive in Szene zu setzen – über Nerd-Blabla!
Das ist in den letzten Jahren deutlich weniger geworden. Meine Kamera ist zum bloßen Werkzeug geworden. Detailliert wird es nur noch dort, wo es angebracht ist – wo ich eine Weitergabe meiner Arbeitsweise passend finde.
Es war damals die Zeit, in der ich frisch in dieser für mich »neuen« Welt war – in der ich viel experimentierte. Und das zeigt sich in diesen Reiseberichten sehr deutlich. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt Bilder für einen Stopmotion-Film gemacht habe – »vor 14 Jahren« ist aber eine durchaus plausible Zeitangabe dafür.
Bereue ich es, dies damals so detailliert beschrieben zu haben? Keinesfalls! Die Berichte sind Kinder ihrer Zeit. Sie zeigen meinen Werdegang sehr gut.
Und um den Bogen zu 2011 zu schlagen:
»Ich war aber zu stolz und ein wenig überheblich. ›Ich kann das! Ich weiß das!‹«
Die Zeit der manuellen Belichtungseinstellung war im September 2012 längst vorbei. Blenden- und Zeitvorwahl waren zu meinen besten Freunden geworden – für Langzeitbelichtungen blieb (und bleibt) der manuelle Modus aber die beste Wahl.
Auch diese besondere Tour hat ihren Platz in meinem Herzen – auch wenn sie nicht so hell strahlt, wie die beiden Vorjahre; auch wenn es eines kurzen Erinnerungsstoßes bedarf. Sie bleibt.
Und damit möchte ich meine retrospektiven Gedanken beschließen – möchte diese Tour beschließen.
Danke für Eure Begleitung!
Gehabt Euch wohl & bis bald!
— SnusTux|René M. – 01/11-2026
Tour von 2011 | Tour von 2012
Gezwitscher – 01/10-2012; 21:14:
Meiner Identität beraubt werde ich ab morgen früh wieder Leute ärgern dürfen müssen.
Die folgenden »Nachschläge« entstanden nach meiner Rückkehr und sind 1:1 aus dem Herbst 2012 übernommen. Alles ist original 2012 – einschließlich der »hineingestümperten« Wasserzeichen.
Nachschlag 1
Guten Abend aus dem sonnigen Süden!
Wie hier bereits versprochen, habe ich meine 6 Stunden Recherchearbeit für ein Experiment genutzt. Kamera auf’s Stativ, Kabelauslöser dran und dann Bilder sammeln. Da mir zwischendurch der Akku leergelaufen ist, fehlen 13 Minuten.
Zurück am heimischen Rechner habe ich diese 2011 Bilder nun zu einem Zeitraffer-Film zusammengesetzt. Trotz einiger unvorhergesehener Schwierigkeiten lässt sich das Ergebnis (an)sehen. Sogar als Full-HD-Film! 🙂
Viel Spaß beim Genießen.
Nachschlag 2
Hallo Sternenfreunde!
Nun ja, nach der eisigen Iglu-Nacht samt anschließender 7-Stunden-Fahrt hat mich wohl der Altersheimer erwischt. Vielleicht habe ich aber auch keinen Sinn darin gesehen, das Folgende an die Öffentlichkeit gelangen zu lassen. Keine Ahnung, ist schließlich schon über eine Woche her. 😉 Worum geht es denn nun eigentlich? Dazu jetzt ein paar Worte:
Der Abend im Eispalast in Hammerdal war von schönem Wetter begleitet. Kurz nach 11h begab ich mich nochmal zu den örtlichen Örtlichkeiten. Spontan kam mir die Idee für ein paar Bilder. Anfangs bannte ich mit dem Tele u.a. Jupiter und die Plejaden auf den Sensor. Kurz darauf wechselte ich jedoch ans andere Brennweitenende. Beim Zeltkauf hatte u.a. ein geräumiger Vorraum (Apsis) eine gewisse Rolle gespielt. In diese sollte die Kamera samt BG, das Ganze aufʼs Stativ gepackt, passen. Das probierte ich nun aus. Mit dem Tokina vorn dran stellte ich alles in meinen Eingang, und richtete den Bildausschnitt ein. Hier beging ich nun 2 folgenschwere Fehler: Zum Fokussieren bei Sternenhimmel ändere ich die Brennweite meist auf 16mm. So weit so gut. Nur passte dieses Mal der AF garnicht. Und als ob das nicht gereicht hätte, vergaß ich auch auf 11 mm zurückzudrehen. Nichtwissend um diese Fehler, klemmte ich den Fernauslöser dran, stellte auf Dauerfeuer und begann meine Aufnahmesitzung: 30 Sekunden pro Bild bei ISO 800 und 2,8-er Offenblende. Im Laufe von etwa 2 Stunden, mit 2 kürzeren Unterbrechungen, schafften es so 217 auf die Speicherkarten. Danach hatte die Kälte den Akkus das Leben ausgehaucht.
Am Montagabend, bereits in Dalarna, entdeckte ich meine Anfängerfehler – und verdrängte sie. Trotzdem legte ich die Bilderserie in einen eigenen Ordner.
Wieder zurück im komischen Land im Süden schaute ich mir nun diese merkwürdigen Bilder erneut an. Das Motiv ist genial, nur die Umsetzung, naja, eher suboptimal. 😉 Aber seht selbst.
Im Folgenden zeige ich Euch zwei Varianten meines Missgeschickes. Zuerst einen ganz kurzen Zeitraffer-Film, der alle Bilder beinhaltet. Danach noch eine Spuraufnahme, welche aus 146 Aufnahmen zusammengesetzt ist und eine Zeitraum von 80 Minuten abdeckt.
Der Blick geht nach Süden zu Pegasus, Wassermann, Walfisch und Fischen. Sogar ein Planet hat sich hierhin verirrt. Uranus findet sich links der Mitte in den Fischen.
Links dunkelt mein Iglu die Szenerie ab, rechts steht mein Reisemobil.
»Nachschlag 3« zeigte damals meine Strecke auf einer Karte. Diese findet Ihr aber schon am Anfang dieses Beitrages.
Deshalb widme ich diesen Nachschlag einem Motiv, das mich seit mehreren Jahren begleitet und dessen Umsetzung etwas Übung bedarf.
Es geht um unseren galaktischen Nachbarn Andromeda, samt deren kleineren Begleitgalaxien. Am Abend des 09. September wagte ich einen Versuch mit mehreren Belichtungen, die ich anschließend übereinanderlegte. Das Ergebnis ist sehr berauschend. Doch seht selbst:
Nachschlag 4
Willkommen.
Es ist Freitag, der 21. September. Ich bin auf Dundret. Es ist A…kalt! …
Naja. Schön war es wirklich, die Tour noch zu einem erfolgreichen Ende gebracht zu haben. Vorher groß von Polarlichtern tröten und dann nix sehen, das wäre recht peinlich geworden.
Jetzt, knapp 3 Wochen später habe ich alle Bilder gesichtet. Mit einer UWW-Astro-Aufnahme ist es leider nichts geworden. Stattdessen haben diese Bilder es in einen kleinen Film geschafft, welchen ich aus 97 Einzelbildern zusammengesetzt habe. Als Inspiration diente mir dieser Film aus Øksfjord in Nordnorwegen.
01/11-2026: Ich bin positiv überrascht, dass dieser kleine Inspirationsfilm nach so langer Zeit noch existiert.
Mein Beitrag besteht aus mehreren Sequenzen, welche innerhalb einer guten Stunde gemacht worden sind. Zum Einsatz kam neben dem Tokina auch das Sigma für die Stadtaufnahmen. In der Nachbearbeitung habe ich alle Bilder belichtungstechnisch angepasst. Deshalb wirken die Nahaufnahmen überstrahlt und bei einigen Sequenzen ist das Sensor-Rauschen zu erkennen.
Hier nun der Film:
Am Anfang dieses Beitrages habe ich Euch den Vergleich zu 2010 und 2011 versprochen.
Bittesehr, hier ist er!
Die aktuelle Tour ist dabei in Blau markiert.
Das linke Bild zeigt den Vergleich zu 2010 (in Grün), das rechte Bild den Vergleich zu 2011 (in Rot).
Überlappende Bereiche sind entsprechend dunkler dargestellt.









































































































































































