Willkommen zur siebten Retro-Reise.
Es ist Mitte April 2025. Eher kurzfristig entscheide ich mich eine neue Gegend zu erkunden. Der Besuch des Stuttgarter Fernsehturmes 2023, sowie ein viel früherer Besuch der Hornisgrinde und ein Kurztripp nach Kirchheim unter Teck, einige Jahre vorher, sind daran nicht ganz unschuldig. Zudem habe ich so ein kleines Vorhaben laufen – alle deutschen Großstädte zu besuchen. Reutlingen gehört mit seinen knapp 120.000 Einwohnern dazu.
Mein Hotel ist direkt am Bahnhof und hat schon bessere Zeiten gesehen, genügt aber vollkommen für den drei-Nächte-Besuch. Außerdem ist wenige Meter davon entfernt eine Carsharing-Station.
Am ersten richtigen Tag erkunde ich bei grauem Wetter die Stadt. Ein Bild wie sooft in Deutschland – funktionale Nachkriegs-Architektur. Nur wenige historische Gebäude sind erhalten, darunter zwei Stadttore. Insgesamt ist die Altstadt eher unspektakulär, durch die vielen Giebel-Häuser aber besonders. Und da ist da noch dieser schmale Durchgang zwischen zwei Häusern – die Spreuerhofstraße. Da sie auf städtischer Gemarkung liegt, hat sie den Rekord der engsten Straße der Welt (ob dies wirklich der Fall ist, oder nur eine PR-Maßnahme, darf jeder selbst beurteilen). Durch diesen schmalen, minimal 30 Zentimeter breiten Durchgang zwänge ich mich nicht, erkunde stattdessen weiter Reutlingen.
Nach einer guten Stunde nehme ich den Zug ins benachbarte Tübingen. Größer könnte der Kontrast kaum sein. Zwischen Neckar und Bergen zwängt sich die enge Altstadt voller historischer Gebäude, darüber thront das Schloss. Gute zwei Stunden lasse ich Tübingen auf mich wirken und entdecke viele verschiedene Ecken der Altstadt. Sehr sehenswert.
Zum Abend organisiere ich mir kurzentschlossen ein Fahrzeug und fahre auf die Achalm, Reutlingens Hausberg, und bereits von Stuttgart aus gesehen. Mein Blick schweift über den Albtrauf (die nordwestliche Abrisskante der Schwäbischen Alb) und den Gäulandschaften beiderseits des Neckars – die bekannte Schichtstufen-Landschaft in Südwestdeutschland. Nach der Rückkehr ins Hotel organisiere ich mir dasselbe Fahrzeug – einen kleinen Opel – für den Folgetag.
Die nachfolgenden 43 Bilder zeigen einen kleinen Einblick:
Tag zwei beginnt mit sonnigem Wetter. Durch das Echaztal und eine kleine, ungeplante, Umleitung fahre ich zum Schloss Lichtenstein. Dieser Bau des Historismus, hoch über der Echaz, scheint ein sehr bekanntes Wahrzeichen Württembergs zu sein. Mir war die Anlage bisher unbekannt. Der Parkplatz unterhalb der Anlage ist gut gefüllt und die Schlange am Einlass recht lang. Mir genügt ein Rundgang über die Anlage. Ist schon sehr spektakulär, wenn auch eher touristisch ausgelegt. Der Blick von Oben ist ganz nett. 200 Meter tiefer in einem engen Tal zu stehen, beeindruckt mich aber noch mehr.
Ziel Nummer zwei ist der Roßberg, weiter im Südwesten. Er erhebt sich aus einer Hochfläche am Albtrauf. Mir genügt ein kurzer Spaziergang unterhalb des Berges. Durchschnaufen.
Noch weiter im Südwesten, bereits im Zollernalbkreis, liegt der Kornbühl mit der Salmendinger Kapelle. Hier gibt es einen kleinen Rundweg. Auf der Alb-Hochfläche wird rege Landwirtschaft betrieben. Eben jene Hochfläche ist für deutsche Mittelgebirge eher ungewöhnlich und eine Besonderheit für die Region.
Zum Abschluss fahre ich nach Metzingen – keine gute Entscheidung. Zum Samstag ist die Stadt voller Einkaufs-Touristen. Nach langem Suchen finde ich die Zufahrt zu einem kleinen Wald-Parkplatz, oberhalb der Stadt. Hier gibt es einen Weg durch die Weinberge. Ich bin mittendrin und doch am Rande.
Nach weit über 100 Kilometern kehre ich zurück zum Hotel – eine gelungene und erkenntnisreiche Runde.
Hier sind 34 Bilder vom Tag:
Retro-Reise Nummer sieben geht damit Zuende.
Alle Beiträge dieser Reihe findet Ihr hier.
Gehabt Euch wohl & bis bald!
— SnusTux|René M. – 04/07-2026

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