Letztmals God kväll aus Malmö.
Der zweite volle Tag in dieser schönen Stadt geht zuende. Und damit leider auch schon mein Besuch derselben. Heute gab es – wie angedroht – etwas Kultur und Geschichte, sowie Großstadtleben.
Startete etwas früher in den Tag. Das Frühstück war ganz okej, aber nix außergewöhnliches. Nach einem Vormittagsnickerchen spazierte ich in der zwölften Stunde los – zum Schloss Malmöhus. Aus der Zeit des 16. Jahrhunderts ist nicht mehr viel übrig, nur noch der Eingangsbereich. Das Museum findet sich zum größten Teil in einem Bauhaus-Gebäude aus den 30er Jahren, ortstypisch mit Backstein verkleidet. Die Ausstellungen waren recht gemischt; eine ähnlich umfassende Dauerausstellung zur Stadtgeschichte – wie in Göteborg – gibt es hier leider nicht, stattdessen mehrere kleine Sammlungen zu diversen Themen. Recht interessant erwies sich dabei die Präsentation von Spielzeug aus den letzten 150 Jahren. Der alte Thronsaal und die Königsgemächer sind mit vielen Stücken aus dem 16. Jahrhundert gespickt und reich an Erklärungen. Recht störend empfand ich während der guten Stunde in Malmöhus eine Gruppe deutscher Jugendlicher, die sich oft recht lautstark bemerkbar machte und wohl des Schwedischen unkundig war.
(Zu erwähnen ist, dass das Schloss nur schlecht an das städtische ÖPNV-Netz angebunden ist und die Busse einen großen Bogen um die Wasserbastion machen. Schade.)
Nach einer guten Stunde spazierte weiter zum Technik- und Seefahrtsmuseum. Hier wurde es schon interessanter. Eine der Sammlungen präsentierte unterschiedlichste Maschinen, vom Ackerschlepper bis zum Uboot, samt umfangreicher Erläuterungen zu deren Funktionsweise. In einem weiteren Austellungeraum fanden sich Stücke zur FlugzeugGeschichte; in einem dritten Fahrzeuge aus den letzten 120 Jahren. Neben den üblichen Verdächtigen – einem Buckelvolvo PV444 und einem Saab 92 – entdeckte ich hier auch ein mir wohlbekanntes Duroplast-Gefährt; ob beabsichtigt oder nicht, hatte man den kleinen himmelblauen Trabant direkt neben einem riesigen dunklen Rolls-Royce geparkt. Hatte ich bisher keine Bilder in den Museen gemacht, so musste ich hier zumindest mein Telefon zücken. Naja, Hauptsache auf dem Bild ist etwas zu erkennen. Im Technikmuseum sorgte eine Gruppe schwedischer Kinder für ordentlich Lärm. Die können es also auch. 😉
Kurz nach drei war der Museumsbesuch beendet. Durch den Schlossgarten, vorbei an der alten Mühle, spazierte ich zu meinem Vogelbeobachtungspunkt vom gestrigen Tag. Auch heute war hier wieder richtig was los. Ein kleines Kind fütterte Enten, was sehr viele Möwen anlockte. Leider habe ich davon keine Bilder gemacht. Nach einem kurzen Päuschen ging ich weiter gen Gustav-Adolfs-Torg, durch den Kungspark und über den Alten Friedhof. Wollte noch ein bisschen Großstadtleben genießen. Die Bauarbeiten am Triangeln kamen mir dabei sehr gelegen, führten sie doch dazu, dass der 2-er-Buss direkt an meinen ausersehenen Zielpunkt hielt. Die Gegend um den Möllevångstorg hat den Ruf, das internationale Viertel der Stadt zu sein – und so ist es auch! Geschäfte für arabische und asiatische Lebensmittel finden sich hier und auch viele Futtergelegenheiten aus aller Welt. Sympathisch das Ganze! Dazu viele Leute mit augenscheinlichem Migrationshintergrund. Gönnte mir ein kleines Nachmittagsmahl undspazierte anschließend über die Södra Förstadsgata zurück zu meinem Quartier.
Was mir die letzten Tage positiv auffiel ist, dass die Stadt sehr jung zu sein scheint. Soviele Kinderwägen und junge Leute gibt es in Heidelberg nicht. Und die Stadt scheint zu wachsen; überall wird gebaut. Ne interessante Ecke des Landes die ich bisher nicht kannte. Mir gefällt sie.
Bleibt zu überlegen, was ich morgen mit meinen drei freien Stunden anstellen soll.? Werde wohl noch ein bisschen die Altstadt erkunden ehe mich der Zug gegen 14 Uhr nach Göteborg bringt. Und dort soll es dann gleich gut losgehen – mit einem Fußballspiel der Blau-Weißen.
Macht’s gut!
/René