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Lichtmalerei - Reisen - Technik

2014-03-14 – DB

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D├Ącher einer Stadt.

Die Woche geht zuende. Es ist Freitagabend und ich sitze in meinem Hotelzimmer am Bahnhof Mitte. In gut 12 Stunden geht es zur├╝ck in den S├╝dwesten.
Aus „Habe keinen Plan f├╝r den Tag“ wurde doch noch „Die erste Idee ist meist die beste“. So verbrachte ich diesen sonnigen M├Ąrztag in Pirna. Dieses Mal verzichtete ich aufs Auto und nutzte stattdessen den ├ľffi der Oberelbe. Per Doppelstockzug ging es nach S├╝dosten, vorbei an vertrautem Terrain und vielen (Industrie-)Ruinen. Pirna war kurz vor 11 erreicht. Nutzte den Stadtbus um auf den Sonnenstein zu gelangen – „gef├Ârdert von s├Ąchsischen Wirtschaftsministerium“ – wie es ein Aushang direkt hinterm Fahrer erl├Ąuterte.
Mein erster Weg f├╝hrte zur Gedenkst├Ątte f├╝r die ├╝ber 13.000 ermordeten Menschen in der Gaskammer eines der Schlo├čgeb├Ąude. Klein aber fein und sehr bedr├╝ckend. Nach ├╝ber einer Stunde wanderte ich gem├╝tlich zum eigentlichen Schloss und fotografierte von unterschiedlichen Stadtorten die Pirnaer Altstadt. Kurz darauf ging es ├╝ber den Canaletto-/Malerweg – hier schlie├čt sich der Kreis zum Wolfsberg – in die engen Gassen hinab. Heute kein Markt, weshalb ich den ber├╝hmten Blick des italienischen Vedutenmalers am Rathaus auf den Chip der „Gro├čen“ bannen konnte. [Heute fuhr ich die eine-Kamera+drei-Gl├Ąser-Strategie, von 11-300 alles dabei; das Tokina fokussierte ich dabei ├╝ber den LiveView.] Via Dohnaische Stra├če schlenderte ich zum Stadtmuseum im Klosterhof. Leider findet sich dort derzeit keine Ausstellung zur Stadtgeschichte, daf├╝r aber viel ├╝ber das Werden der Sonnensteiner Festungsanlage. Kurz nach zwei ging ich langsam zur├╝ck zum ZOB am Pirnaer Bahnhof. Wollte auf dem R├╝ckweg noch in Nickern einkaufen gehen und deshalb den Bus nutzen. Gesagt, getan. W├Ąhrend der Fahrt durch Pirna und Heidenau musste ich erneut gro├če Ver├Ąnderungen feststellen – zum Guten wie zu Schlechten. Das fr├╝here Industriegebiet auf der Stadtgrenze Heidenau/Pirna ist fast komplett verschwunden. Neben gro├čen Brachen finden sich hier nun viele Einkaufsm├Âglichkeiten gro├čer Ketten. Heidenau wirkt eher trostlos.
Nachdem mein Ost-Einkauf erledigt war trat ich den R├╝ckweg zum Hotel an. Nutzte dazu die Stra├čenbahnlinie 1 von Prohlis gen Zentrum. Gleiches Spiel wie schon vorher: es hat sich viel getan, einiges ist geblieben und wirkt in seinem Dasein trostlos.
W├Ąhrend dieser Fahrt stellte ich mir innerlich die Frage, was „Heimat“ ist. Ist Dresden noch meine Stadt? Wohl nicht mehr. Die letzten Tage haben mein Bild des oberen Elbtales ver├Ąndert. Aus der Stadt meiner Kindheit ist etwas fremdes geworden. Blicke nun, fast 15 Jahre nach meinem Wegzug, eher als Tourist auf diese Region; Gef├╝hle daf├╝r habe ich nicht mehr, auch wenn sehr viele Erinnerungen damit verbunden sind. Diese geh├Âren aber f├╝r mich in eine andere Stadt aus einer anderen Zeit. Konnte w├Ąhrend dieser letzten Tage ein Kapitel meines Lebens innerlich abschlie├čen. Ob ich je f├╝r l├Ąngere Zeit nach Dresden zur├╝ckkehren werde wei├č ich nicht. Wenn, dann w├Ąre ich ein Fremder in einer fremden Stadt. Was aber ist meine Heimat? Wohl der Ort an dem ich gerade lebe. Heidelberg und Umgebung sind mir ein bisschen ans Herz gewachsen, auch wenn ich nicht unbedingt dort bleiben m├Âchte. Mein Herz schl├Ągt nach wie vor f├╝r den Norden Europas, egal ob Norwegen oder Schweden. Mein Kopf schaltet sich dann oft ein und relativiert das Ganze ein bisschen. Es w├╝rde wohl nur eine gr├Â├čere Stadt in Betracht kommen; solche sind aber in beiden L├Ąndern eher rar. Auch wenn ich nun schon fast 1 Jahr nicht mehr in Skandinavien war, so f├╝hle ich mich dort noch immer am wohlsten. Trotzdem ist der s├╝dliche Odenwald derzeit meine Heimat. Dresden ist eine deutsche Stadt von vielen. Pirna habe ich neu entdeckt und mag es.

Dagens Bild zeigt viele D├Ącher Pirnas und entstand auf dem Sonnenstein in einer H├Âhe, von der man recht flach auf die Stadt schaut. Links ist die Schmiedestra├če, rechts die H├Ąuser am Markt; weiter hinten das Neubaugebiet von Copitz.
Genug geschrieben. Werde meinen Kram jetzt noch zusammenpacken und recht bald an die harte HotelMatratze horchen. Morgen melde ich mich dann aus meiner Heimat zur├╝ck.

Alle Bilder: mit Textohne Text

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