SnusTux

Lichtmalerei - Reisen - Technik

2014-03-11 – DB

[singlepic id=1439 w=800 h= float=center]

Durch den Kamin zum Kuhstall.

Tag Nummer Drei im Elbsandsteingebirge neigt sich seinem Ende zu. Die letzte Nacht im Hotel am Berg steht bevor. Was f├╝r ein Tag. Zwar ein bisschen anders als geplant, aber trotzdem sehr sch├Ân. Aber der Reihe nach:
Heute morgen war nochmal der Sonnenaufgang f├Ąllig; dieses Mal bei weniger Dunst. Nach dem Fr├╝hst├╝ck machte ich mich kurz vor 10 auf dem Weg zur anderen Elbseite. Kalt. Sonnig. Durch Bad Schandau ins Kirnitzschtal. Hatte wohl gewusst, dass die Stra├čenbahn derzeit nicht f├Ąhrt und mich deshalb lange vorher entschieden, per Auto zum Lichtenhainer Wasserfall zu fahren. Genau dieser interessierte mich aber ├╝berhaupt nicht – au├čerdem ist er derzeit auch(!) au├čer Betrieb – ich wollte vielmehr zu einem DER Gr├╝nde f├╝r diese Reise wandern: zum Kuhstall. War vor vielleicht 20 Jahren schon einmal dort gewesen und wollte die sch├Âne Aussicht durch das Felsentor abermals genie├čen. Im k├╝hlen Schatten der Tales schn├╝rte ich meine Wanderschuhe und zog los. Heute hatte ich mich mal f├╝r eine andere Stamm-Kombi entschieden: Das Kit-Nikkor blieb zuhause, daf├╝r wanderte das Sigma auf die D5000; die Telekombi blieb unver├Ąndert. (Warum soll ich st├Ąndig Gl├Ąser wechseln, wenn ich zwei Kameras habe, die beide gut ausbalanciert sind? Schmutzige Sensoren hatte ich schon oft genug.) Durch den kahlen Wald ging es zum Aufstieg; steile schmale Treppen f├╝hren zwischen Sandsteinfelsen hindurch – durch einen Kamin. Kurz nach 11 war ich oben am Tor. Nichts los und die Sonne schien sch├Ân in den Kuhstall hinein. Perfekt f├╝r ein paar Bilder. Nach einer Pause stieg ich noch auf den Felsen hinauf – ├╝ber besser gesicherte Treppen als am Brand. Bald begann dann der stufenlose R├╝ckweg ├╝ber einen anderen Pfad – mittlerweile hatten sich ein paar Leute am Kuhstall eingefunden. Kurz nach 12 war mein geparkter Reisebegleiter wieder erreicht. Er hatte in der Zwischenzeit Gesellschaft bekommen.
Durch das Kirnitzschtal ging es zur├╝ck zur Elbe – die Festung K├Ânigstein wartete auf mich. Hatte mir einen Parkplatz direkt am/auf dem Tafelberg ausersehen, den ich ansteuerte – hatte die Rechnung aber ohne den Wirt gemacht. Ein Fu├čmarsch w├Ąre angesagt gewesen; auch die recht hohen Parkgeb├╝hren schreckten mich ab. Als nix mit Geschichte. Recht spontan fuhr ich nach Pirna-Sonnenstein weiter und von dort, via Struppen, nach Dorf Wehlen. Mittagspause an der Elbe. Wieder im Auto, musste ich feststellen, dass die Tankanzeige im roten Bereich angekommen war. Durch die andauernde┬á Achterbahnfahrt in den Bergen hatte sich der Brennstoffvorrat verd├╝nnisiert. Tanken in Pirna. Einige Ecken an der B172 haben sich in den letzten 15-20 Jahren kaum ver├Ąndert – sie verfallen weiter. Schade um die alte Bausubstanz.
In der Tankstelle wurde Kindheitserinnerungen wach. In den 80-er Jahren, bis 1992, besuchte ich oft meine Oma in der Schmiedestra├če. Die Wohnung war von einem markanten Geruch gepr├Ągt – einem Mix aus abgestandenem Zigarettenrauch und s├╝├člichem Bierduft – schwer zu beschreiben, aber f├╝r immer in meinen Erinnerungen gespeichert. Genau dieser Duft fand sich in der Tankstelle. Ein weiterer Geruch war in der Stadt erhalten geblieben. Dieser hat etwas verbranntes, kohliges – der Pirna-Geruch, fest verwoben mit meiner Kindheit.
Morgen wird die Stadt Zwischenziel auf meiner langen Reise nach Dresden. Bin gespannt, was sich seit Anfang der 90-er Jahre ver├Ąndert hat.
Nach diesem Ausflug in die Gro├čstadt fuhr ich zur├╝ck zum Doppelnamen-Dorf an der tschechischen Grenze. Eines musste fast zwingend noch erledigt werden – der Zirkelstein; h├Ąufiges Motiv der letzten Tage. Von einem Parkplatz am Ortsende von Sch├Âna nahm ich den kleinen Tafelberg in Angriff. Anfangs sehr gutes Gel├Ąuf, sp├Ąter ein Trampelpfad durch den Wald. An der steilen Wand des Steins begr├╝├čte mich eine enge, steile Eisentreppe. Wagte mich langsam hinauf, schon an den R├╝ckweg denkend. Nach einer zweiten, l├Ąngeren Leiter entschloss ich mich, es dabei bewenden zu lassen. Mich umwehte ein k├╝hler Wind und noch einige H├╝hnerstiegen standen bevor – in beide Richtungen. War nun etwa auf dem ersten Drittel des Zirkelsteines und konnte den Ausblick nach Osten genie├čen. Zeit ein paar Details der Felsenformationen festzuhalten. Nach vielleicht zwanzig Minuten begann der Abstieg. Fest ans Gel├Ąnder geklammert, und meine riesigen F├╝├če innerlich verfluchend, schlich ich die erste lange Eisenleiter hinab. Geschafft!┬á Die zweite war dann nur noch Formsache. Kurz nach 4 war ich zur├╝ck am Auto und wechselte ein letztes(?) Mal von den Wander- auf die Sportschuhe. Das Thema sollte damit leider erledigt sein.
Die Abendsonne und den Mond genie├čend schaute ich mir meine gewanderten Strecken an. Vor allem am Kuhstall hatte das GPS komplett versagt: die geloggte Strecke wich sehr deutlich vom gewanderten Weg ab; mit am├╝santen Konsequenzen f├╝r das H├Âhenprofil. Kaum besser lief es am Zirkelstein.

Dagens Bild zeigt den schmalen Kamin-Pfad am Kuhstall. der Blick geht zur├╝ck.
Das war es nun schon fast mit der S├Ąchsischen Schweiz. Ein paar sehr sch├Âne Tage mit vielen Erlebnissen, viel Ruhe und einem tollen Hotel gehen zuende. Morgen wird in die pulsierende Metropole Dresden umgezogen.

Alle Bilder: mit Textohne Text

Weiter Beitrag

Zur├╝ck Beitrag

Antworten

© 2020 SnusTux

Thema von Anders Norén