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Lichtmalerei - Reisen - Technik

2014-03-08 – DB

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Gebirgsdörfer: Elbsandsteingebirge.
ZurĂŒck vorm bequemen Rechner. Die gestrige Prozedur möchte ich nicht unbedingt nochmal machen. Auf ’nem kleinen Telefon ’ne Stunde rumtippsen um irgendwas brauchbares zu bekommen ist eine Qual.
Nunja. Bin an meinem ersten Reiseziel angekommen – das Panoramahotel Wolfsberg oberhalb von Reinhardtsdorf-Schöna. Bis hierhin passierte so einiges, aber der Reihe nach:
Die Nacht im Zelt war kalt, und vor allem feucht. Nein, das Staika leckt nicht, es hat nur Probleme, die Feutigkeit loszuwerden. Das Innenzelt blieb trocken, stattdessen vereinten sich im Außenzelt Atemfeuchtigkeit und gesĂ€ttigte Kaltluft. Gegen 22h war draußen ein Waschkessel-Ă€hnlicher Zustand bei Null Grad. Der zunehmende Mond war gerade noch zu erkennen.
Mit etwas kalten FĂŒĂŸen erwachte ich gegen halb 8. Zuerst wurde das Auto umgeparkt um volle Sonne auf’s Staika zu bekommen und so ein bisschen dem Kondenswasser Herr zu werden. Kurz nach Neun, noch immer Dunst aber krĂ€ftige Sonne, war alles zusammengepackt und ich begann meine zweite Teiletappe. Durch das Fichtelgebirge zur A93, dann noch ein kurzes StĂŒck A72. Kurz nach viertel 11 war Sachsen erreicht; kurz darauf, bei Plauen, das Thema Autobahn beendet. Bis dorthin gab es stellenweise so starken Hochnebel, dass die Sonne vollstĂ€ndig verdeckt blieb. Ab Oelsnitz begann ich meine Erzgebirgstour. Die Beschilderung erwies sich dabei gelegentlich als suboptimal; mein Abstecher ins schöne Klingenthal war eigentlich nicht geplant gewesen.
[Kurzer Einschub: Es ist nicht verkehrt, eine Navi-Alternative zu haben. Google Maps verabschiedete sich gestern bereits kurz vor Mosbach – nach weniger als 100 Kilometern. Ich wich deshalb auf eine Openstreetmap-Lösung, mit lokalem Kartenmaterial, aus. Die ersten 2 Tage leistete dieses Programm – OsmAnd – sehr gute Dienste. Werde diese App wohl auch in Zukunft nutzen. Nicht perfekt, aber sehr brauchbar.]
Von Klingenthal ging es weiter nach Aue. Diese Stadt begrĂŒĂŸte mich sehr großstĂ€dtisch, mit einem Straßenzug voller GrĂŒnderzeit-Mietskasernen. Bis Schwarzenberg zeigte sich ein typisches Erzgebirgsbild: GroßzĂŒgig in TĂ€lern und an HĂ€ngen verteilte HĂ€user, oft das reinste HĂ€usermeer mitten im Gebirge. Annaberg prĂ€sentierte sich weitlĂ€ufiger, aber nicht weniger klein. Unterhalb Wolkensteins machte ich einen weiteren Stopp: das Zughotel ist sicher eine Übernachtung wert; die Stadt selbst – auf dem Berg gelegen – nicht weniger interessant. Über Marienberg ging es ins Flöhatal. In Olbernhau das gleiche Bild wie sooft – von HĂ€usern gesĂ€umte HĂ€nge und StĂ€dte die in ihren Tallagen riesig wirken. Fragt sich, wie groß der Leerstand in dieser, von Bergbau und Heimarbeit geprĂ€gten, Kulturlandschaft ist. Hinter Neuhausen – Seiffen ließ ich rechts liegen – passierte mir der einzige Navigationsfehler des Tages. Statt nach Rechenberg fuhr ich nach Deutscheinsiedel und kehrte kurz vor der Grenze wieder um. Nun ging es in Hörweite der Grenze nach Altenberg. Hier muss sich meine Telekom-SIM irgendwann ins tschechische Netz eingebucht, und dies nicht wieder rĂŒckgĂ€ngig gemacht haben. In Altenberg hatte ich deshalb kein Netz und konnte mich nicht melden. Nach Querung der A17 fuhr ich geradewegs nach Königstein – die Straße durch das Bielatal könnte mal eine Grundsanierung vertragen – und weiter auf der B172 nach SĂŒdosten. Bereits vor Bad Schandau war mein Quartier beschildert, sodass es ein leichtes wurde dieses zu finden – trotz schmaler Waldwege am Ende. Gegen halb FĂŒnf erreichte ich also mein Zimmer mit Blick auf das Dorf, die Schrammsteine und den Zirkelstein. Leider lag heute ein bestĂ€ndiger Dunst ĂŒber der Gegend, sodass die Fernsicht eher mau war.
Aufgefallen sind mir unterwegs zwei – zusammenhĂ€ngende – Dinge: 1. ParkplĂ€tze an schönen Punkten sucht man vergebens; so gibt es leider nur sehr wenige Bilder vom Tag. 2. WanderparkplĂ€tze sind im Erzgebirge vielleicht vorhanden, aber nicht beschildert. Gestern, in Franken, hatte ich recht hĂ€ufig Wegweiser auf solche. Traurig. Auch die Tourismus-Infrastruktur ist eher durchwachsen.

Dagens Bild beschließt meine Miniserie und zeigt Reinhardtsdorf, Schöna und den Tafelberg Zirkelstein.

Das war es fĂŒr heute. Draußen hat sich die Nacht breit gemacht.

Alle Bilder: mit Textohne Text

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