Montag, 12.07.2010; der siebenundzwanzigste Tag

Ich hasse deutsche Land. Warum? Wir nachfolgend ausführlich erklärt. Vorher aber etwas anderes. Das schwedische „vandrarhem“ und die deutsche „Jugendherberge“ sind zwei völlig unterschiedliche Unterkunftstypen. Auch wenn „vandrarhem“ gern mit JH übersetzt wird. Dieser Unterschied erschließt sich schon aus den Begriffen. Ende der Durchsage.
Jetzt zum ausführlichen Tagesgeschreibsel:

Route: Vhem Skåne-Tranås – Trelleborg – Fähre „Sassnitz“ – Sassnitz – A20/B96 – Mirow – B96 – A10 – Rasthof Seebach West
Kommunen (SE): Svedala – Trelleborg – Skurup – Ystad – Tomelilla
Km: 457

Auf in mein geliebt-gehasstes Deutschland. Start gg 9h bei Wolken und 22 Grad in Österlen. Nach Trelleborg. Einkaufen u nd für 12:72 Kr. volltanken.
Kurz nach 12 bei brütenden 29 Grad an der Fähre. Auf’s Abstellgleis. Schöner Platz im Eisenbahndeck. Die Fähre „Sassnitz“ ist einer der letzten DDR-Bauaufträge und wurde 1989 in Dienst gestellt. Auf dem Schiff (Abfahrt kurz vor 13h) Licht und Schatten. Einerseits gibt es einen schönen Leseraum, andererseits etwas zuwenige Sitzplätze. Kurzer Rundgang mit ein paar Bilder von Trelleborg dann in den Leseraum. Auf Deck ist es entweder zu warm oder zu windig. 3 gemütliche Stunden mit Sundsvalls stenstads Architektur folgen. Kurioserweise ist die ganze Zeit ein GPS-Signal verfügbar,sodass die Überfahrt geloggt wird. Kurz vor 17h in Sassnitz. Bescheidene Beschilderung der Ausfahrt. Am Ende des Hafengeländes eine kleine Überraschung. Mein komisches Aussehen verleitet einen Beamten der Bundespolizei dazu sich meinen aufgeräumten Kofferraum anzusehen. Naja, danebengelangt. Dafür 5 Minuten in der Sonne brüten. Rauf auf die B96 über Rügen. Endlich wieder enge deutsche Bundesstraße fahren. Bis zur Rügenbrücke keine Überholmöglichkeiten. Weder 2+1 Straßen noch breite, befahrbare Standstreifen. Im Bereich Bergen verabschieden sich viele Schweden. Zum Einkaufen. An der Rügenbrücke keine Haltemöglich. Eine schöne Hängebrücke die leider unterbelichtet bleibt. Der erste Parkplatz erst nach weiteren 20km an der Ostseeautobahn. Selbige Autobahn wird, bei geringem Verkehrsaufkommen, mit Tempomat bewältigt. Das GPS lotst mich dann durch Neubrandenburg. (18.30h dort). Die Stadt zu sofort wieder umdrehen und nach Schweden fahren. Ein Schilderwald sondergleichen im teilweise irreführenden Tafeln. Und dem Standardhinweis – neben „alle Richtungen“ – „Fernverkehr“. Für dem Deutschen nicht mächtige sehr ungewohnt. Kurz nach 20h in der Jugend(!)herberge in Mirow. Überraschung. Von meiner Buchungsanfrage aus dem April ist nix bekannt. Stattdessen ein bemühter, aber doch hilfloser, Zivi und ein paar freche Kinder. Und ein Milieu das eher einem Krankenhaus als einer netten Unterkunft gleicht. Böse Erinnerungen an meine Schulzeit werden wach. Aus diesen Gründen die Entscheidung, keine weitere DJH anzufahren. Stattdessen der Entschluss sich bis an einen Rastplatz an der A10 durchzuschlagen. Lychen fällt damit aus. Durch den Abend und die mecklenburgisch-brandenburgische Pampa gen Süden. Enge Bundesstraße, oft als Allee. Dazu ein aufziehendes Gewitter. Blitzeinschläge rings um mich. Gegen 22h in Gransee. Und dort der erste Kreisverkehr in Deutschland. Bis dahin fanden sich oft an den abgelegensten Stellen Ampelkreuzungen. Weiter. Nun auch einsetzender Regen. Anstrengendes Fahren. Regen bis Oranienburg. Ab dieser Stadt dann zweispurige Schnellstraße zum Berliner Ring. Noch 40km. Gegen 23.15h am Rasthof „Seebach West“ an der A10. Ein bissche Futtern dann versuchen zu pennen. Nix mit bloggen.
Nach nur 4 Stunden hatte ich schon die Schnauze von Deutschland voll. Rekord. Gut 3 Wochen in Skandinavien lassen einen dieses tolle Land in einem ganz anderen Licht erscheinen. Anspruch und Wirklichkeut klaffen weit auseinander.
Dieser Tagesbericht entsteht erst im Nachhinein in DD.

/Autobahn Pennsson

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Das alles auch auf der Karte:


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