Ich hasse deutsche Land. Warum? Wir nachfolgend ausfĂŒhrlich erklĂ€rt. Vorher aber etwas anderes. Das schwedische „vandrarhem“ und die deutsche „Jugendherberge“ sind zwei völlig unterschiedliche Unterkunftstypen. Auch wenn „vandrarhem“ gern mit JH ĂŒbersetzt wird. Dieser Unterschied erschließt sich schon aus den Begriffen. Ende der Durchsage.
Jetzt zum ausfĂŒhrlichen Tagesgeschreibsel:

Route: Vhem SkĂ„ne-TranĂ„s – Trelleborg – FĂ€hre „Sassnitz“ – Sassnitz – A20/B96 – Mirow – B96 – A10 – Rasthof Seebach West
Kommunen (SE): Svedala – Trelleborg – Skurup – Ystad – Tomelilla
Km: 457

Auf in mein geliebt-gehasstes Deutschland. Start gg 9h bei Wolken und 22 Grad in Österlen. Nach Trelleborg. Einkaufen u nd fĂŒr 12:72 Kr. volltanken.
Kurz nach 12 bei brĂŒtenden 29 Grad an der FĂ€hre. Auf’s Abstellgleis. Schöner Platz im Eisenbahndeck. Die FĂ€hre „Sassnitz“ ist einer der letzten DDR-BauauftrĂ€ge und wurde 1989 in Dienst gestellt. Auf dem Schiff (Abfahrt kurz vor 13h) Licht und Schatten. Einerseits gibt es einen schönen Leseraum, andererseits etwas zuwenige SitzplĂ€tze. Kurzer Rundgang mit ein paar Bilder von Trelleborg dann in den Leseraum. Auf Deck ist es entweder zu warm oder zu windig. 3 gemĂŒtliche Stunden mit Sundsvalls stenstads Architektur folgen. Kurioserweise ist die ganze Zeit ein GPS-Signal verfĂŒgbar,sodass die Überfahrt geloggt wird. Kurz vor 17h in Sassnitz. Bescheidene Beschilderung der Ausfahrt. Am Ende des HafengelĂ€ndes eine kleine Überraschung. Mein komisches Aussehen verleitet einen Beamten der Bundespolizei dazu sich meinen aufgerĂ€umten Kofferraum anzusehen. Naja, danebengelangt. DafĂŒr 5 Minuten in der Sonne brĂŒten. Rauf auf die B96 ĂŒber RĂŒgen. Endlich wieder enge deutsche Bundesstraße fahren. Bis zur RĂŒgenbrĂŒcke keine Überholmöglichkeiten. Weder 2+1 Straßen noch breite, befahrbare Standstreifen. Im Bereich Bergen verabschieden sich viele Schweden. Zum Einkaufen. An der RĂŒgenbrĂŒcke keine Haltemöglich. Eine schöne HĂ€ngebrĂŒcke die leider unterbelichtet bleibt. Der erste Parkplatz erst nach weiteren 20km an der Ostseeautobahn. Selbige Autobahn wird, bei geringem Verkehrsaufkommen, mit Tempomat bewĂ€ltigt. Das GPS lotst mich dann durch Neubrandenburg. (18.30h dort). Die Stadt zu sofort wieder umdrehen und nach Schweden fahren. Ein Schilderwald sondergleichen im teilweise irrefĂŒhrenden Tafeln. Und dem Standardhinweis – neben „alle Richtungen“ – „Fernverkehr“. FĂŒr dem Deutschen nicht mĂ€chtige sehr ungewohnt. Kurz nach 20h in der Jugend(!)herberge in Mirow. Überraschung. Von meiner Buchungsanfrage aus dem April ist nix bekannt. Stattdessen ein bemĂŒhter, aber doch hilfloser, Zivi und ein paar freche Kinder. Und ein Milieu das eher einem Krankenhaus als einer netten Unterkunft gleicht. Böse Erinnerungen an meine Schulzeit werden wach. Aus diesen GrĂŒnden die Entscheidung, keine weitere DJH anzufahren. Stattdessen der Entschluss sich bis an einen Rastplatz an der A10 durchzuschlagen. Lychen fĂ€llt damit aus. Durch den Abend und die mecklenburgisch-brandenburgische Pampa gen SĂŒden. Enge Bundesstraße, oft als Allee. Dazu ein aufziehendes Gewitter. BlitzeinschlĂ€ge rings um mich. Gegen 22h in Gransee. Und dort der erste Kreisverkehr in Deutschland. Bis dahin fanden sich oft an den abgelegensten Stellen Ampelkreuzungen. Weiter. Nun auch einsetzender Regen. Anstrengendes Fahren. Regen bis Oranienburg. Ab dieser Stadt dann zweispurige Schnellstraße zum Berliner Ring. Noch 40km. Gegen 23.15h am Rasthof „Seebach West“ an der A10. Ein bissche Futtern dann versuchen zu pennen. Nix mit bloggen.
Nach nur 4 Stunden hatte ich schon die Schnauze von Deutschland voll. Rekord. Gut 3 Wochen in Skandinavien lassen einen dieses tolle Land in einem ganz anderen Licht erscheinen. Anspruch und Wirklichkeut klaffen weit auseinander.
Dieser Tagesbericht entsteht erst im Nachhinein in DD.

/Autobahn Pennsson

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Das alles auch auf der Karte:
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