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Lichtmalerei - Reisen - Technik

Samstag, 26.06.2010; der elfte Tag

Der Tag aller Tage. Zwar nicht ganz wie erhofft, aber das Ziel der Reise erreicht. Der nachfolgende Tagebucheintrag schildert das ziemlich ausf├╝hrlich:

Route: Skipsfjorden/Mager├Şya – Nordkapp – Gjesv├Žr – Skipsfjorden; zum Parkplatz Knivskjelodden und zur├╝ck
Kommunen (N): Nordkapp
Km: 134 + 18km Wanderung

So. Auf Mager├Şya. Nach langem Schlaf gg 10h munter. Sonne, 22 Grad! Eine gute Stunde sp├Ąter Aufbruch gen Norden. Lage peilen.
Zuerst zum Parkplatz Knivskjelodden. Danach zum Nordkapp-Plateau, aber nicht drauf. Keine Lust 300NOK zu bezahlen. So hatte ich es beschlossen. Die Infrastruktur nutzen, aber die Touri-Fallen meiden. ­čÖé Sp├Ąter nach Gjesv├Žr. Die Stra├čen auf der Insel sind oft f├╝r Wagemutige. F├╝hren entlang eines Hanges, ohne Leitplanken. Zwar gut ausgebaut, aber trotzdem riskant. Der Inselverkehr besteht zum Gro├čteil aus Touri-bussen und v.a. deutschen Wohnmobiltouris. Sonst einige Einheimische und Touris aus anderen europ├Ąischen L├Ąndern. Gjesv├Žr liegt auf einer Halbinsel. Die Strecke dorthin f├╝hrt entlang von Schmelzwasserseen und durch eine Schlucht. Gegen 14h zur├╝ck. Erkundigung ob des Wetters. Schlechte Nachrichten: am Abend folgt ein Wetterumschwung mit Regen und Sturm.
Also Plan├Ąnderung, notgedrungen. Nix mit Midnatssol am Ende des europ├Ąischen Festlandssockels. Alles vorbereiten f├╝r die Wanderung ins Ungewisse.
15h Aufbruch zum Parkplatz Knivskelodden. Immer noch sonnig und warm, aber einige Wolken. Mit Regenausr├╝stung bepackt gings 15.30h los. Nach dem im Netz gelesenen, sollte es eine etwas anspruchsvolle Wanderung werden. Nach dem bisher erwarteten, lies es schlimmeres erahnen. Naja. Den Weg musste ich teilweise in Pfadfindermanier suchen. Das Gel├Ąuf wechselte zwischen gr├Â├čeren Steinen und sumpfigen Abschnitten. Kaum Gras. Nix mit schnellen Vorankommen. Die H├Âhenmeter waren anfangs moderat. Auf und ab. Erst 3km vor dem Ziel wurde es heftig. Binnen ein paar hundert Meter Wegstrecke ging es 100 Meter bergab. Meine St├Âcke, die bis dahin schon gut zu tun hatten, mussten alles zeigen. Etwas l├Ąnger eingestellt, waren sie gute St├╝tzen. Nach dem Abstieg ginge es eben zu einer Bucht, ├╝ber einen holzbebr├╝ckten Schmelzwasserfluss. Ein weiteres Ger├Âllfeld. Vom Meer rundgeschliffene Steine. Die letzten 2 km wurden zum Pfadfinderparadies. Schr├Ąghang, teilweise blanker Fels (oft glitschig), immerwieder Schotterfelder, sumpfige Abschnitte und 2-3 tiefere Schluchten (10-20 Meter tief). Oha! Seit Beginn meiner Tour hatte ich ca 500 Meter vor mir ein P├Ąrchen. Dieses sollte sich als Gl├╝cksfall erweisen. Einerseits auf dem Schr├Ąghangangbschnitt, andererseits am Ziel. Dieses kam erst einige hundert Meter vor Schluss in Sichtweite. Nach 2 Stunden und 9 Kilometern war es geschafft. Meine linke Ferse meldete sich schon. Am Knivskelodde, bei 71┬░11’08“ Nord. Das s├╝dlicher gelegene Nordkapp in Sichtweite. Gegenseitiges Fotografieren, der Eitrag ins G├Ąstebuch und der Stempel f├╝rs Diplom folgten.
Halbe Stunde Pause. Wind immer noch aus S├╝d, mittlerweile dichtere Wolken. Das P├Ąrchen aus Holland begann alsbald seinen R├╝ckmarsch. Habe sie nicht mehr gesehen. Auf der Hintour kamen vielleicht 20 Wanderer entgegen. Oft leicht bekleidet, selten mit St├Âcken. Meist 40+. 18.00 Beginn des R├╝ckmarsches. Mein GPS-Logger erwies sich als Gl├╝cksfall. So konnte ich den Weg an schwierigen Stellen leichter finden. ├ťber den Schr├Ąghang zur├╝ck zum Ger├Âllfeld. ├ťber die Br├╝cke. Ja, und dann die paar hundert steilsten Meter wieder hinauf. Mit vollem Stockeinsatz. Oben, fix und fertig, kurze Fotopause. So langsam wurde es etwas feucht. Mit Regentropfen gespickter Wind schlug mir alsbald entgegen. Auf dem Schr├Ąghangabschnitt, kamen mir noch 3 Wanderer entgegen. Leicht bekleidet. Die R├╝cktour wurde manchmal durch Foto-/GPS-Pausen unterbrochen, und war durch die vielen Anstiege und die Wegsucherei anstrengender. Mittlerweile, ca. 5km vor dem Parkplatz, dichtere Wolken, aber nur einzelnen Regentropfen. Trotzdem alle Elektroger├Ąte sichern. Der GPS-Logger tat auch so seinen Dienst. Erst auf den letzten 2 Kilometern wurden der Nieselregen etwas st├Ąrker. Die letzten paar hundert Meter musste der Datenlogger alles zeigen. Von Steint├╝rmchen/Wegweiser war der Parkplatz noch nicht zu sehen. Ins Blaue hinein, bis das Ziel vor Augen war. Gegen 20.30h war es geschafft. 18 Km! Am und im nassen Auto. mittlerweile st├Ąrkerer Regen und Sturm. Hoffentlich sind die 3 og. Wanderer gut zur├╝ckgekommen. Im Auto Pause, Schuhe wechseln. Vor dem Steilabschnitt der R├╝cktour hatte ich die Gummipuffer der St├Âcke entfernt und mit den Metallspitzen die wenige Erde aufgew├╝hlt. Dadurch besserer Halt. Schuhe, Rucksack und Puffer landeten im Beifahrerfu├čraum. Kurz darauf ging es zur├╝ck. Seitdem ist starker Regen und Sturm, nur noch 15 Grad. Der Wind kommt aus Nordwest. Kurz Nach 21h zur├╝ck. Klamottenwechsel und essen. Und die neue Planung: Mittels zweier Etappen nach H├Ąrn├Âsand, dort 5 Tage bleiben und nach weiteren 2 Etappen gen Alings├ąs. Dort nochmal 5 Tage. Hoffentlich funktioniert in beiden Vandrarhem das WLAN. Gibt viel zu bloggen. Jetzt gegen 0.10 h Fahren noch Busse zum Nordkapp bzw. kommen von dort zur├╝ck. Nix mit Mitnatssol. W├Ąre ich bei meiner urspr├╝nglichen Planung geblieben, w├Ąre die Wanderung zur Tortur geworden. Mange Takk till jenten vid NKC:s Reseption.
Takk f├Âr vejre-prognosen. Diese hat leider gestimmt. Die Midnatssol werde ich woanders erleben m├╝ssen.
Nachtrag: Die Ausr├╝stung hat alle Strapazen ├╝berstanden. St├╝cke, Rucksack, Hosen, Schuhe und die Kamera-Ausr├╝stung haben ├╝berzeugt. Au├čer einer Blase an der linken Ferse und leichten Schmerzen in beiden gro├čen Zehen und im R├╝cken ist alles okej.

Viel mehr ist nicht zu erz├Ąhlen. Ich lasse stattdessen die Bilder sprechen.

/71┬░11’8″ Nordsson

Die Inselrundfahrt:
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Die Wanderung zum Knivskjelodde:
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Zuerst die kleine Inselrundfahrt auf der Karte:
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Und die 18 Fu├čkilometer zum Knivskjelodde:
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Alles zur Tour gibt es hier.

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