{"id":1181,"date":"2022-12-24T03:49:19","date_gmt":"2022-12-24T02:49:19","guid":{"rendered":"https:\/\/snustux.de\/blogrm\/?p=1181"},"modified":"2026-10-16T01:34:59","modified_gmt":"2026-10-15T23:34:59","slug":"gedanken-in-worte-gepackt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/snustux.de\/baustelle\/blogrm\/gedanken-in-worte-gepackt\/","title":{"rendered":"Gedanken in Worte gepackt"},"content":{"rendered":"<style>.wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading1181_3893c8-e7, .wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading1181_3893c8-e7[data-kb-block=\"kb-adv-heading1181_3893c8-e7\"]{font-style:normal;}.wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading1181_3893c8-e7 mark.kt-highlight, .wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading1181_3893c8-e7[data-kb-block=\"kb-adv-heading1181_3893c8-e7\"] mark.kt-highlight{font-style:normal;color:#f76a0c;-webkit-box-decoration-break:clone;box-decoration-break:clone;padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;}.wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading1181_3893c8-e7 img.kb-inline-image, .wp-block-kadence-advancedheading.kt-adv-heading1181_3893c8-e7[data-kb-block=\"kb-adv-heading1181_3893c8-e7\"] img.kb-inline-image{width:150px;vertical-align:baseline;}<\/style>\n<p class=\"kt-adv-heading1181_3893c8-e7 wp-block-kadence-advancedheading\" data-kb-block=\"kb-adv-heading1181_3893c8-e7\"><em>Ein Mensch entwickelt sich \u2013 Werte, Moralvorstellungen und das eigene Weltbild sind in einem dauerhaften Entwicklungsprozess. Stillstand ist gerade bei diesen Themen fatal.<\/em><br><em>Und so ist auch meine Sicht auf die Dinge einem andauernden Prozess unterzogen. Ich sammle Erfahrungen, \u00fcberdenke Altes und bin offen f\u00fcr Neues. Dies f\u00fchrt zu einer Verdichtung und Festigung meiner Vorstellungen \u00fcber die Welt. Ist eigentlich ein Paradoxon, doch m\u00f6chte ich eben dieses im Folgenden ausf\u00fchren.<\/em><br><br>Dazu ein paar kurze Vorbemerkungen:<br>Ich wurde in der DDR geboren \u2013 an einem 24.12., einem Staat in dem f\u00fcr Religion kein Platz war. Wurde diese doch als System-gef\u00e4hrdend angesehen und sollte es neben der \u00bbReligion\u00ab \u00bbStaatssozialismus\u00ab mit den \u00bbG\u00f6ttern\u00ab im Politb\u00fcro keine weiteren G\u00f6tter geben. So spielte sich religi\u00f6ses Leben eher im Untergrund ab. Ich hatte somit wenig Ber\u00fchrungspunkte mit einem Glauben. Die Kirchengeb\u00e4ude l\u00e4ngst vergangener Zeiten nahm ich nicht als das wahr, wof\u00fcr sie urspr\u00fcnglich gedacht waren \u2013 dem gl\u00e4ubigen Individuum seine Winzigkeit vor Augen zu f\u00fchren und die Macht der Kirchen zu demonstrieren; gleichzeitig Orte der Begegnung zu sein. Einzig der Begriff \u00bbChristenlehre\u00ab waberte in meinem Kopf umher. Er gelangte durch famili\u00e4re Erz\u00e4hlungen und einen meiner Mitsch\u00fcler aus der Grundschulzeit in meine Gedankenwelt. Er war etwas Fremdes f\u00fcr mich, etwas ohne eigenen Bezug.<br>Meine Mutter stammt aus einer Vertriebenenfamilie aus Ostpreu\u00dfen und war als Kind lutherisch getauft worden \u2013 wie das in den 1950-er Jahren noch \u00fcblich war. \u00dcber einen religi\u00f6sen Hintergrund meines Vaters wei\u00df ich nichts. Ich h\u00f6rte nur von \u00bbkatholisch\u00ab und \u00bbevangelisch\u00ab, nicht wissend, was diese Begriffe beinhalteten.<br>So wuchs ich v\u00f6llig \u00bbgottlos\u00ab auf. In meiner Jugend bezeichnete ich mich bald als Atheisten \u2013 nicht recht greifend k\u00f6nnend, was dieser Begriff impliziert. In der Schule lernten wir im Ethik-Unterricht die gro\u00dfen Weltreligionen samt deren Weltbild und Geschichte kennen. Und hier beginnt nun meine Gedankenreise.<br>Aus meiner blo\u00dfen Selbstbezeichnung erwuchs mit den Jahren ein Weltbild. Vor etwa 10-15 Jahren erg\u00e4nzte ich den Begriff \u00bbAtheist\u00ab etwas scherzhaft um den Zusatz \u00bbnicht-militant\u00ab. Warum dies? Nun, ich war der Ansicht, anderen Menschen meinen Nicht-Glauben nicht aufzwingen zu wollen bzw. m\u00fcssen. Soll doch jede\/r das Weltbild haben, das sie oder er haben m\u00f6chte.<br>Derweil weitete sich meine Sicht auf die Dinge, bedingt durch mein gesellschaftliches, politisches, historisches und wissenschaftliches Interesse. Die Lausitz katholisch? Das Eichsfeld, in dem Verwandte wohnten, ebenfalls katholisch; dazu die unterschiedliche Handhabe religi\u00f6ser Feiertage in den verschiedenen deutschen Bundesl\u00e4ndern und Regionen. Wir in Baden-W\u00fcrttemberg haben am 01.11. frei, w\u00e4hrend in Sachsen der 31.10. frei ist. Der 06. Januar ist hier ein Feiertag \u2013 in Sachsen hingegen nicht. In der Lausitz gibt es die Tradition der Osterreiter, im S\u00fcdwesten und Westen Karneval bzw. Fasnacht. All das hat einem christlich-religi\u00f6sen Hintergrund. Es gibt eine \u00bbChristlich-demokratische Union\u00ab und eine \u00bbChristlich-soziale Union\u00ab. Beide hervorgegangen aus der katholischen Zentrumspartei der Zeit des Kaiserreiches und der ersten deutschen Republik. Es gibt Bauten wie die Dome in K\u00f6ln, Worms und Speyer; das M\u00fcnster in Strasbourg, die neu errichte Frauenkirche in Dresden, der Antlitz sich auf den 1945 zerst\u00f6rten Vorg\u00e4ngerbau bezieht und die ich noch als Ruinen-umstandenen Schuttberg im Zentrum Dresdens kenne.<br>Worms und Speyer sind in ihrer Grundstruktur romanisch und gepr\u00e4gt von wuchtigen Steinfassaden mit kleinen Fenstern. K\u00f6ln und Strasbourg entstanden in der filigranen und himmelw\u00e4rts gewandten Gotik, die Frauenkirche ist ein volumin\u00f6ser Barockbau. Was all diese Bauwerke auszeichnet ist eine schiere Gr\u00f6\u00dfe \u2013 Zeichen der kirchlichen Macht fr\u00fcherer Zeiten. Auch die sp\u00e4teren Kirchenbauwerke des sp\u00e4ten 19. und fr\u00fcheren 20. Jahrhunderts zeigen dies, so die Christuskirche in der Heidelberger Weststadt. Deren markanter Turm ist Stadtbild-pr\u00e4gend.<br>Ich betrete diese Bauwerke und f\u00fchle mich klein. ich blicke die Pfeiler hinauf und f\u00fchle mich klein. Ich sehe die riesigen Kirchenschiffe und f\u00fchle mich klein. Und das soll ich wohl auch. Ich soll unbedeutend sein, erschaudern vor der Macht der christlichen Konfessionen; soll in diesen Orten Gewahr werden, dass da oben ein Wesen ist, das \u00fcber allem steht.<br>So mag es den \u2013 gl\u00e4ubigen \u2013 Menschen vergangener Epochen gegangen sein. Aber soll ich mich deshalb auch so f\u00fchlen? Soll ich dieser Machtdemonstration erliegen? Hier beginne ich zu zweifeln, beginne einzuordnen und zu hinterfragen.<br>Nicht nur mit christlichen Glaubenswelten bin ich in den letzten Jahren und Jahrzehnten in Ber\u00fchrung gekommen, auch mit der muslimischen Glaubenswelt. Grundkenntnisse dar\u00fcber hatte ich schon aus meiner Schulzeit. Gerade in der langen Zeit in der Systemgastronomie lernte ich Menschen muslimischen Glaubens kennen. Vor allem den Kollegen, der erst seine Hadsch machte und danach sehr strikt seine Gebetszeiten einhielt, einschlie\u00dflich des rituellen Waschens der F\u00fc\u00dfe. Doch nicht nur dieser Kollege brachte mich mit dem Islam in Kontakt. W\u00e4hrend des Ramadans war unter den gl\u00e4ubigen Kollegen Ausnahmezustand. Es wurde trotz anstrengender Arbeit gefastet. Auch w\u00e4hrend meiner letzten Wochen im Impfzentrum spielte der Ramadan eine Rolle. Ein Kollege hatte es mit Sonnenuntergang eilig und wollte nach Hause. Das Gegenst\u00fcck bildet eine fr\u00fchere Bekannte, der der Islam eher egal war, und f\u00fcr die ihre Religion nur eine sehr untergeordnete Rolle spielte.<br>Ich nahm diese Ber\u00fchrungspunkte eher gleichg\u00fcltig, teilweise wohlwollend zur Kenntnis. Dachte mir mit meiner nicht-militanten Herangehensweise: \u00bbSoll doch jeder das glauben und danach leben, wie sie\/er es f\u00fcr richtig h\u00e4lt. Solange diese Einstellung im Privaten bleibt, ist das f\u00fcr mich in Ordnung.\u00ab Das pl\u00f6tzliche unangek\u00fcndigte Verschwinden des einen Kollegen zum Gebet sorgte deshalb bei mir f\u00fcr Unmut. Auch wenn der Laden voll war, ich allein in der K\u00fcche stand und mich am liebsten vierteilen wollte, ging er seinen religi\u00f6sen Handlungen nach. Das verstand ich damals nicht und mag es auch heute nicht verstehen.<br><br>Kurzer Einschub:<br>Es gibt, neben einigen anderen, einen bestimmten Film, der an mehreren christlichen Feiertagen nicht \u00f6ffentlich aufgef\u00fchrt werden darf, weil in ihm angeblich \u00bbGottesl\u00e4sterung\u00ab betrieben wird. Es ist \u00bbLife of Brian\u00ab der britischen Komikertruppe \u00bbMonty Python\u00ab. F\u00fcr mich ein Klassiker, den ich zu oft gesehen habe und der so viele Zitate und Bonmots enth\u00e4lt, die in die Alltagskultur \u00fcbergegangen sind. Selbst Bekannte die wesentlich j\u00fcnger sind als ich k\u00f6nnen mit der Steinigungsszene, dem \u00bbSchwanzus Longus\u00ab oder \u00bbZur Kreuzigung? Durch die T\u00fcr hinaus, zur linken Reihe. Jeder nur ein Kreuz.\u00ab und dem Abschlusslied \u00bbAlways look on the bright side of life\u00ab etwas anfangen. Ein Film der in seiner Entstehungszeit, den sp\u00e4ten 1970er Jahren verhaftet ist und die Zerstrittenheit der politischen Linken auf ein religi\u00f6ses Motiv \u2013 das Werden des Christentums und der Frage nach dem \u00bbrichtigen\u00ab Messias \u2013 \u00fcbertr\u00e4gt. Er f\u00fchrt damit das Wesen der Religion ad absurdum und bricht es auf seinen wahren Kern herunter. Ein Film, der zu meinem Weltbild einen wichtigen Beitrag geleistet hat und den ich auch nach 40 Jahren noch als sehr wegweisend empfinde. \u2013 Einschub Ende.<br><br>Ich bildete mich weiter. Nahm mir sogar vor, die B\u00fccher des christlichen und islamischen Glaubens zu lesen. Dies ist leider bis heute nicht geschehen, bleibt aber ein Ziel. Auch wenn mir dies noch fehlt, so sind Glaubensbekenntnisse und deren Entstehung mir doch nicht fremd. Einen Teil dazu tr\u00e4gt auch das Buch \u00bbErz\u00e4hlende Affen\u00ab von Samira el Ouassil und Friedemann Karig bei. Eine von dessen Kernthesen lautet: Der Mensch braucht Geschichten und Helden f\u00fcr sein \u00dcberleben und das Verstehen der Welt. Und so sind Religionen aus diesem Hintergrund entstanden; anfangs vor allem um die Natur zu verstehen. Donnerte es, so machte sich in der griechischen Kultur Zeus seinem Unmut Luft; warf Blitze und wurde laut. Auch die abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam entstanden aus dem leichteren \u2013 und vermeintlich logischen \u2013 Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Welt. So wurden \u00fcber einen langen Zeitraum von mehreren Autoren das Alte und Neue Testament und der Koran geschrieben. Den Menschen dieser Zeit wurde erz\u00e4hlt, dass diese B\u00fccher die Worte des einen, wahren, Gottes enthielten, gesammelt von einem Propheten, und die f\u00fcr sie die Grundlage allen Handelns sein sollten. Und da diese B\u00fccher eben ihre Entstehungsgeschichte haben, bezeichne ich sie als eben dies: Geschichtensammlungen. Unabh\u00e4ngig davon gibt es von keinem dieser drei Werke die einzig wahre Urfassung. Stattdessen wurde gerade der Koran immer wieder neu zusammengestellt. Glaubende Menschen m\u00f6gen dies als einen Angriff auf ihre Religion verstehen. Warum? Warum besch\u00e4ftigt man sich als glaubender Mensch nicht mit den Hintergr\u00fcnden seines Glaubens? Ich bin auch nicht streng wissenschafts-\u00bbgl\u00e4ubig\u00ab, sondern offen f\u00fcr neue Erkenntnisse.<br>Und hier beginnt meine Selbstbezeichnung zu wackeln. Ich nehme Abstand, von meiner nicht-Militanz. Dieser Prozess ist noch recht neu und durch Erlebnisse der letzten Monate gepr\u00e4gt. Gespr\u00e4che mit einer ehemaligen Kollegin, die ihren Glauben sehr deutlich zeigt, haben dieses Umdenken beschleunigt. Ich bin unvoreingenommen, offen und teils wohlwollend in unsere Gespr\u00e4che gegangen, habe dies eigentlich auch bei meinem Gegen\u00fcber erhofft. Trotz des offensichtlichen Glaubens hatte ich den Eindruck, dass diese Kollegin eher ein modernes Denken besitzt. Ich habe mich geirrt. Mir wurde eine volle Breitseite des einzig wahren Bekenntnisses, das alle anderen Glaubensbekenntnisse und selbst das Wesen der Welt und des Universums f\u00fcr sich vereinnahmt, entgegen geschleudert. Urknall? \u2013 findet sich im Koran; Schwarze L\u00f6cher? \u2013 finden sich im Koran; Dunkle Materie? \u2013 im Koran. Jesus? \u2013 auch dazu findet sich etwas im Koran. Der Koran als alleiniger Wegweiser durch die Welt. Davon musste ich mich erstmal erholen. Fragen zu meinem Weltbild? Fehlanzeige. Argwohn dar\u00fcber, dass ich ein \u00bbUngl\u00e4ubiger\u00ab bin? Vermutlich. Ein anderer Kollege desselben Glaubens regte sich \u00fcber die Regenbogenflaggen bei der Fu\u00dfball-WM in Qatar auf? Auf meine Frage nach dem Warum wurde mir mit der Religion geantwortet. Dass Homosexualit\u00e4t unnat\u00fcrlich sei und der Mensch doch einzig zur dauerhaften Fortpflanzung existiere wurde nachgeschoben. Auf meinen Einwand, dass es Homosexualit\u00e4t im gesamten Tierreich g\u00e4be, kam keine Antwort. Leider bekam ich auf meine Frage, was ihn pers\u00f6nlich daran st\u00f6re, dass sich zwei Menschen lieben \u2013 unabh\u00e4ngig vom Geschlecht \u2013 keine Antwort mehr, da unser Gespr\u00e4ch unterbrochen wurde. Sp\u00e4ter wollte ich eine weitere Diskussion vermeiden, kochte aber innerlich.<br>Und dann gibt es da dieses Weltbild der Kreationisten \u2013 Menschen die voller \u00dcberzeugung behaupten, dass die Welt und der Mensch das Werk eines \u00fcbernat\u00fcrlichen \u00bbSch\u00f6pfers\u00ab seien. Und dies wird mit der Beobachtung der Natur begr\u00fcndet. Hier steigt in mir \u00dcbelkeit auf, gepaart mit kopfsch\u00fcttelndem Unverst\u00e4ndnis. Wie ignorant kann man eigentlich sein? Ist es der Sinn des eigenen Lebens, dass man selbst etwas Besonderes, etwas \u00bb von Gott geschaffenes\u00ab sei; dass man sich \u00fcber alle anderen nicht-menschlichen Wesen dieser Welt erhebt? Und doch ist man winzig ob der schieren Machtdemonstration der Kirchen. Das ist f\u00fcr mich sehr absurd. Und es l\u00e4sst mich meine nicht-Militanz langsam vergessen. Es l\u00e4sst mich vergessen, dass ich glaubenden Menschen mit wohlwollender Gleichg\u00fcltigkeit und Interesse entgegentrete. Eben weil mir diese verbohrte Ignoranz und die Unf\u00e4higkeit, das eigene Sein zu hinterfragen zuwider ist. Ich bin nur ein winziges Sandkorn auf diesem Planeten, das zuf\u00e4llige Produkt einer milliarden Jahre andauernder Aneinanderreihung chemischer und physikalischer Prozesse. Aber ich bin mit einer Denkmaschine ausgestattet, die mir eben diese Erkenntnis bringt.<br>Ich blicke oft nachts in den Sternenhimmel. Sehe die vielen kleinen Lichtpunkte, die so ewig weit entfernt sind. Und ich f\u00fchle mich winzig. F\u00fchle ich mich deswegen unbedeutend? Irgendwie schon. Ist mein Leben deshalb unbedeutend? Nein! Auch wenn ich nicht diesen Halt in einem Wesen aus jahrtausende-alten Geschichten habe, so kann ich doch etwas sein \u2013 etwas bewirken. Und ich muss mich dabei nicht von Grunde auf schuldig f\u00fchlen, wie es der christliche Glaube fordert. Habe ich deshalb keinen moralischen Kompass, der die Welt in \u00bbGut\u00ab und \u00bbB\u00f6se\u00ab einteilt? Jein! Den Kompass habe ich, nur hat dieser nicht nur zwei Pole, sondern Vieles dazwischen. Es gibt in meinem Weltbild nicht nur Schwarz und Wei\u00df \u2013 \u00bbGut\u00ab und \u00bbB\u00f6se\u00ab \u2013 es gibt viele Graustufen dazwischen. Und ich setze die beiden Begriffe nicht grundlos in Anf\u00fchrungszeichen \u2013 sie sind ein Zeichen religi\u00f6sen Universalismus\u2019.<br>Mag ich nach diesen Ausf\u00fchrungen noch ein Wohlwollen gegen\u00fcber allumfassenden Religionen zeigen? Definitiv nicht. Ist mein Weltbild dadurch gefestigter geworden? Ja. Werde ich in Zukunft nicht mehr an diesem Weltbild r\u00fctteln \u2013 es mittels neuer Erfahrungen und Erkenntnisse einer Pr\u00fcfung unterziehen? Ebenfalls nein \u2013 siehe Einleitung.<br>Und wo ich mich so \u00fcber das Wesen von Glaubensbekenntnissen \u00e4u\u00dfere, darf ein Punkt nicht fehlen: Die Absurdit\u00e4t im Umgang des deutschen Staates mit den christlichen Konfessionen in Bezug auf \u2013 die bereits oben erw\u00e4hnten \u2013 Feiertage.<br>Es gibt in Deutschland, bezogen auf alle Bundesl\u00e4nder, insgesamt 21 gesetzliche Feiertage. Davon haben nur 5 einen nicht religi\u00f6sen Hintergrund: Der Neujahrstag (01.01.), der Weltfrauentag (08.03, nur in Berlin und MV), der 01. Mai, der Weltkindertag (20.09., nur in Th\u00fcringen) und der \u00bbTag der Deutschen Einheit\u00ab (03.10.). Alle anderen haben einen religi\u00f6sen Hintergrund. Warum gibt es soviele? Rekordhalter ist die Stadt Augsburg mit 14, davon nur drei ohne Bezug zum Christentum.<br>Ich w\u00e4re sehr daf\u00fcr, alle 5 nicht-religi\u00f6sen Feiertage auf Bundesebene einzuf\u00fchren und wenigsten 10 christliche Feiertage zu streichen. Stattdessen sollte den Arbeitnehmern mindestens 5 zus\u00e4tzliche Urlaubstage zu freien Verf\u00fcgung gegeben werden. Das vor dem Hintergrund, dass der Einfluss der christlichen Konfessionen im Alltagsleben zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werde sollte.<br>Hiermit m\u00f6chte ich diese in Worte gefassten Gedanken vorerst beenden. Ich habe bei Weitem nicht alles gesagt und Vieles nur angekratzt. Vielleicht folgt noch ein weiterer Text.<br>Eure Gedanken dazu k\u00f6nnt Ihr gern in die Kommentare packen.<br>Gehabt euch wohl!<br><br>\u2014 SnusTux|Ren\u00e9 M. \u2013 24\/12-2026<br>(Ja, ich schreibe diesen Text an einem halben Feiertag)<\/p>\n\n\n<p><\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Mensch entwickelt sich \u2013 Werte, Moralvorstellungen und das eigene Weltbild sind in einem dauerhaften Entwicklungsprozess. Stillstand ist gerade bei diesen Themen fatal.Und so ist auch meine Sicht auf die Dinge einem andauernden Prozess unterzogen. 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