Bis zum Ende – Teil 4: Hohe Küste

Nach zu vielen Tagen auf der Straße beginnt nun endlich der »richtige« Urlaub. Fünf Nächte werde ich am selben Ort verweilen und dabei eine geologisch besondere Gegend erkunden.

— SnusTux|René M. – 01/06-2026


Teil 4: Hohe Küste
01. – 04. Juli 2010
– 830km –


Teil 4a: Überreste der Landhebung
01. – 02. Juli
– 349km –

Route: Hä/Sni – Sundsvall/Birsta – Härnösand – Hä/Sni | Hä/Sni Vhem – Hornöberget – E4 – Ullånger – Skuleberget/Naturum – Höga Kusten – Hä/Sni CP
Kommunen (SE): Härnösand, Timrå, Sundsvall | Härnösand, Kramfors

01/07-2010
ENDLICH INTERNET! Und der Fehler lag an einem kleinen Stück USB. Tag eins des Bloggens. Zwei weitere sollten bisher noch folgen. Mal nicht Kilometer schrubben, sondern arbeiten. Nach den 3 Tagen vorher und über 1500 Kilometern wurde es Zeit zum Füße-entspannen.
–
Neuer Monat. Und endlich Urlaub im herkömmlichen Sinne. Zuerst das Quartier verlängern. Nach 2 Vhem-Nächten folgen noch 3 in einer kleinen Holzhütte am selben Ort. Sehr gut. Gegen 10.30 gings bei Sonne und 17 Grad nochmal nach Sundsvall. WLAN‑Stick kaufen. Erledigt. Danach Einkaufen und mit Zwischenstopp in Härnösand zurück zum Quartier. Stick funktioniert. Jetzt wird gebloggt. Der Nachmittag und Abend gingen mit Internet drauf. Morgen wohl Höga Kusten. Den ganzen Tag sonnig. Angenehmer als die 30 Grad in Deutschland. Wieder eine Parallele zu 2003. Der Hitze entflohen.
[…]
/SnusTux Bloggt-Endlich
erstpublikation: 03/07-2010, 23:26

02/07-2010
Endlich »richtiger« Urlaub. Länger an einem Ort und viel Zeit, die Gegend zu erkunden. An diesem Tag stand ein Welterbe-Status-tragendes Ziel auf dem Programm. Die Hohe Küste – Höga Kusten – zwischen Härnösand und Övik.
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Zweiter Urlaubstag. Höga Kusten auf dem Plan. Aber zuerst das Zimmer putzen, um später ca. 50 Meter umzuziehen. Halb 11 gen Hornöberget, Aussichtspunkt zur HK-Brücke. Sonne, kaum Wolken, 20 Grad. Dann weiter Richtung Övik. Statt der Runde über die Inseln erstmal Benzin fassen. Die Tankanzeige näherte sich bedrohlich der Null. Weiter zum Naturum am Skuleberget bei Docksta. Gegen 12h dort. Der Berg bildet mit knapp 290 Metern die größte Landhebung an der HK. Im Naturum dazu alles sehr anschaulich erklärt. Visuell gut vorstellbar. Später Essen im angeschlossenen Café und währenddessen schwedische Welterbestätten gucken. Pläne für die Rückfahrt.
Nach 13h bei 23 Grad endlich auf die Inseln. Von Ullånger gen Westen. Erster längerer Stopp in Norrfällsviken. Kirche mit nebenstehendem Glockenturm und mit Schlüssel. Halb 3 weiter. Nicht ganz wie geplant. Es gibt zwar eine beschilderte Strecke zu den wichtigsten Welterbepunkten, diese ist aber teilweise missverständlich beschildert. Folge davon ist, dass ich einige Abschnitte mehrmals fahre. Mittels GPS geht’s dann aber doch in die richtige Richtung. Und über ein paar Kilometer Grusväg. Zwischendurch viele Fotostopps. Fühlt sich ein bisschen wie der Odenwald an, nur dass dort das Meer fehlt.
Weiter gen Süden. Halb 4 an der Kirche in Nora. Leider zu. Weiter. Nach nochmals 20–30 Kilometern zurück an der HK-Brücke. Aber nicht drüber, sondern am Ångermanälv gen Norden zur alten Brücke. Gegen 17h zurück. Warm, fast 25 Grad. Ab zur gebuchten Hütte. Fleißig bloggen. Bis gegen Mitternacht sollten 7 Tagesabschnitte fertiggestellt sein. Gegen 20h zu Jocke in die Rezeption. Längerer Schnack. Und tolle Tipps von ihm. Danke dafür.
Danach weiterbloggen, und das Erlebte verarbeiten.
Geschafft. Morgen wohl ein Stück nach Jämtland, Döda Fallet wartet.
/Höga Kustensson
erstpublikation: 03/07-2010, 23:32


Teil 4b: Tote & lebendige Fälle
03. – 04. Juli
– 481km –

Route: Hä/Sni – Kramfors kn. – Sollefteå – Döda Fallet – Viksjö – E4 – Hä/Sni CP |
Hä/Sni – Lunde – Grusvägar – Västanåfall – Härnösand – Küstenstrecke – Hä/Sni + Aufstieg zum Prästberg
Kommunen (SE): Härnösand, Kramfors, Sollefteå, Ragunda, Timrå | Härnösand, Kramfors

03/07-2010
Ein Fall für die Fälle;  eine Reise ins Ausland; eine Kommunenrundfahrt und ungebetene Gäste bestimmten diesen Samstag. Dazu Hochsommer.
Meine Aufzeichnungen vermelden dazu folgendes:
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Die Hitze hat den Norden erreicht. Und bei eben dieser Hitze stand eine lange Rundfahrt bevor. Durch die Kommune Kramfors und weiter zu den Fällen in Jämtland und bei Viksjö. Gegen 9h los. Noch angenehm, 21°. Ein paar von Jockes Tipps in der Umgebung abarbeiten. Teilweise über Grusväg. Kurz vor 11 im ehemaligen Kommunenzentrum Bollstabruk und Nyland. Beide Städtchen haben schon bessere Zeiten gesehen. In der Ferne eine Brücke. In keinem der GP‑Programme verzeichnet. Tjaha, die gehört zur Ådalsbahn, einer Eisenbahnverbindung im Bau. Weiter über gut ausgebaute Landstraßen gen Sollefteå. Der dort geplante TB‑Besuch entfällt. Nicht gefunden. Weiter Richtung Jämtland. Warm. Mittlerweile halb 1 und das Thermometer bei 29°. Gegen 13h am Toten Wasserfall. Ein Rundweg mit Erläuterungen führt durch das Gebiet. Sehr beeindruckend, was da ein Einzelner anrichten kann, wenn er die Kräfte der Natur unterschätzt. Gut eine Stunde schwitzen. Danach Fikazeit im angeschlossenen Informationszentrum. Nette Anekdote: Am Nachbartisch sitzt eine (ost)deutsche Familie. Deren Auftreten erinnert mich an meine Kindheit. Vater: genervt. Mutter: etwas verpeilt. 3 Kinder: aufgedreht. Und das alles findet in einem, mir sehr vertrauten Dialekt statt.
Auf dem Parkplatz zeigt das Thermometer 31 Grad. Meine Heimsauna ist geheizt. Weiter zum nächsten Wasserfall. Dieses Mal ein lebendiger. Gegen 15h in Viksjö an der Kirche. Erbaut 1928 erinnert sie sehr stark an die Kirche von Vemdalen. Zum Västanåfall über Grusväg. Dort alles zugeparkt. Spelmannsstämma. Dumm, im Netz stand nix davon. Also weiter. Morgen nochmal hin. Über den weitestmöglichen Weg, via Timrå und E4 zurück nach Snibben. Abends buchen der nächsten Quartiere. Jetzt fehlt nur noch das letzte in Skåne. Später die helle Nacht genießen. Der Sonntag wird entspannter.
Grusvägar; Nyland+Bollstabruk könnten Kosmetik vertragen; wärmste Region Schwedens mit 32°C
Aber einen Tag habe ich ja noch in dieser schönen Gegend. Und an diesem geht es nochmal zu dem lebenden Fall.
/Bil–Saunasson
erstpublikation: 05/07-2010, 00:28

04/07-2010
Ein buntes Programm und wenige Kilometer bestimmten diesen Sonntag. Den letzten Tag im Reich der hellen Nächte.
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Zweiter Hitzetag im Norden. Und Tag der Schotterpisten/Grusvägar. Schätzungsweise 30 waren es heute. Dazu ein bunt gemixtes Programm.
Kurz vor Mittag Start bei 29 Grad und ein paar Wolken. Zum Automuseum nach Lunde. Eine feine Sammlung von Old- und Youngtimern der letzten 90 Jahre. Das älteste Exemplar, ein Fiat, von 1926. Das jüngste Exemplar von einer beinahe toten schwedischen Automarke, Baujahr 2000. Ein schöner Querschnitt durch die Automobilgeschichte. Ein Teil der Sammlung konzentrierte sich auf den schwedischen Autobau: ein PV544 und ein Duett von Volvo; folgende Saabs: ein 92B, ein 96V4, ein 99, ein 9–3 SE Cabrio. Dazu ein alter Scania‑Vabis-Lkw. Das Ambiente passte. Mit vielen kleinen Details war das Museum verschönert. Dazu noch eine nette Puppensammlung. Und gratis Kaffee im Eintrittspreis. Pünktlich zum Sommar–Programm 13h auf den Weg zum Västanåfall. Über die kurze Route. Diese bestand anfangs aus engen Asphaltstraßen und wandelte sich dann in gute Grusvägar. Diese ließen sich mit 60 km/h befahren. Gegen 14.30h am Wasserfall. Dieses Mal fast leerer Parkplatz. 25 Grad. Dicke Wolken. Zuerst ins Naturum. Dieses zeigte u.a. die Besiedlung der Region um Viksjö durch die Finnen. Dann zum Wasserfall. Klein, fein, aber hoch. Rundgang durch das Freilichtmuseum und viele Bilder. Nach einer guten Stunde zurück zum Auto. Immer noch saunaesk. Weiter nach Härnösand. Zuerst zum Regionalmuseum. Einige schöne Ausstellungen. Für einen Besuch des angeschlossenen großen Freilichtmuseums, mit vielen alten Häusern, reichte die Zeit nicht mehr. Stattdessen ins Zentrum der Residenzstadt Västernorrlands. Pause. Danach ein Architekturbummel durch die leere Innenstadt. Erleichtert durch einen Stadtplan mit vielen historischen Bauten. Wieder fast 30 Grad. Gegen halb 6 zurück. Nicht über die E4, sondern an der Küste lang.
Immer dichtere dunkle Wolken. Kurz nach 18h eine Fototour über den Platz und zum Aussichtspunkt auf dem nahen Prästberg. Mit Ausnahme von Eniro hat kein Kartenlieferant den Weg auf diesen Berg verzeichnet. Ein kurzer, aber steiler, Weg bergauf. Oben ein Funkmast, als dessen Zufahrt der Weg dient. Schöne Aussicht auf das Delta des Ångermanälv. Auch auf die HK‑Brücke. Während des 10‑minütigen Rückweges begann es zu regnen. Komisch. Gleiches war 8 Tage eher auch der Fall, nur dass die Strecke damals wesentlich länger war. In die Rezeption meines Platzes, um mit Jesica (Mitbetreiberin des Platzes und des Vhems) die Erkenntnisse auszutauschen. Sowohl sie, als auch Jocke, wussten, dass es einen Weg zum Prästberg gibt. Nur hatten sie bisher keine Karte. Ein nettes Dankeschön war der Lohn. Hier die Koordinaten: 62.8°N, 17.89°O.
Letzte helle Nacht. Morgen geht’s in die Dunkelheit Upplands.
Morgen beginnt die letzte Woche in Sverige. Zeit, nach Süden aufzubrechen. Gen Götet. Schöne Gegend, Höga Kusten und sehr nette Gastgeber in meiner Unterkunft.
/Härliga Väster–Norrlandsson
erstpublikation: 05/07-2010, 00:35


Teil 3: Grenzgänger | Teil 5: Durch die Mitte

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