Wie kommt die Sonne auf den Sensor?

Guten Morgen.


Achtung:
Bitte nie direkt in die Sonne sehen! Auch nicht durch die Kamera – so ihr keine starken Filter davor habt!
Eure Netzhaut und die empfindliche Technik werden es Euch danken.


Auf meinen beiden Werbeseiten habe ich schon ein paar Sonnenbilder gezeigt.
Dazu kommt oft die Frage nach dem »Wie?«.
Im Folgenden möchte ich mein Vorgehen kurz erklären. Aber erstmal ein Beispielbild:

Ein solches Bild erfordert ein spezielles Equipment.
Einfach das Tele dranflanschen und abdrücken ist nicht – die Sonne ist einfach zu hell! Selbst bei niedrigster Lichtempfindlichkeit, kürzester Belichtungszeit und voll geschlossener Blende bekommt Ihr keine Details auf das Bild.

Meine Sonnenflecken-Fotografie-Ausstattung ist seit Mai 2011 folgende:
– DX-Nikon; zuerst die D90, jetzt die D300s
– Telezoom; das Tammy 70-300 bei 300mm
– ND 3,0-Filter, ein Graufilter; B+W F-Pro 330, dieses Filter lässt nur ein Promille des Lichtes durch.

Neu dazugekommen ist vor ein paar Tagen ein 3er-Filtersatz von Haida.
Dieser 77mm-slim-Satz besteht aus je einem ND 0,9 + ND 1,8 + ND 3,0 – Filter. Diese »schlucken« 3, 6 und 10 Blendenstufen.
Ob sie sich bewähren, wird sich zeigen.


Nun zu meinem Vorgehen:
Zuerst wird das ND-3,0-Filter an das Tele geschraubt.
Trotz völliger Dunkelheit kann die Kamera auf den sehr hellen Punkt fokussieren. (Optimal ist es, wenn viele und große Sonnenflecken vorhanden sind. Diese lassen sich im Sucher erkennen und darauf kann dann fokussiert werden.)

Danach stelle ich Blende und Verschlusszeit ein.
Trotz Filter bewegen sich diese Einstellungen am Minimum:
Zeit – je nach Gegebenheiten bei 1/2000 – 1/8000 Sekunde.
Blende – zwischen f/16 und f/45 (komplett zu).

Scharfstellen und dann auslösen.
Mit den neuen Filtern habe ich schon ein paar Testaufnahmen gemacht. Die wohl brauchbarsten Ergebnisse bekomme ich mit der Kombination aus ND1,8- und ND3,0-Filter. Aber selbst wenn die beiden 3er zusammen drauf sind, ist noch etwas zu erkennen.

Die Bearbeitung erfolgt mit Rawtherapee.
Dabei ziehe ich den Kontrast mittels Kurve stark hoch um die Flecken schön zur Geltung zu bringen. Dazu noch ein bisschen schärfen und das war’s.
Bei starker Luftunruhe und Dunst bringt aber das Nachschärfen nicht viel.

Ich hoffe, damit ein paar Fragen geklärt zu haben.

Bis bald.


Nachtrag 05/06-2012:
Thema Autofokus:

Leider trifft der AF nicht zu 100%, weshalb ich bei meinem Tammy meist ein klitzekleines Stück zurückdrehen muss.
Die Kombination aus 1000er B+W und 64er Haida hat sich bewährt. Für den Venustransit morgen früh werde ich sukzessiv abdunkeln, d.h. mit dem 1000er anfangen und die »Kleinen« später draufschrauben. Hoffentlich passt das Wetter.

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