Bis zum Ende – Teil 7: Endspurt

Die Rückreise in den sonnigen Südwesten. Emotionslos. Melancholisch. Geschafft.

— SnusTux|René M. – 01/06-2026


Teil 7: Endspurt
11. – 15. Juli 2010
– 1713km –

Route: Alingsås/Hjälmared – Hedareds stavkyrka (Borås) – Grimeton Radiostation – E6 – Lund – Staffanstorp – Smygehuk – Vhem Skåne-Tranås | Vhem Skåne-Tranås – Trelleborg – Fähre »Sassnitz« – Sassnitz – A20/B96 – Mirow – B96 – A10 – Rasthof Seebach West | Seebach West – A10 – A13 – A17 – Dresden – Pension Kleinzschachwitz | autofrei durch Dresden | Dresden – Wf

Kommunen (SE): Alingsås – Bollebygd – Borås – Mark – Varberg – Falkenberg – Halmstad – Laholm – Båstad – Ängelholm – Helsingborg – Landskrona – Kävlinge – Lomma – Lund – Staffanstorp – Svedala – Trelleborg – Skurup – Ystad – Tomelilla | Svedala – Trelleborg – Skurup – Ystad – Tomelilla | (SE): ???

11/07-2010
Hej. Hier nur ein kurzer Appetitmacher zum Tage.
War, mal wieder, ein Tag voller Überraschungen. Dazu Kommunen sammeln. Insgesamt 21 Stück. Rekord!
Anfangs Geschichte in der Stabkirche von Hedared bei Borås. Danach ein weiteres Weltkulturerbe. Die Radiostation von Grimeton bei Varberg. Ein Blick in die Geschichte der Kommunikation. Später die Tour über die E6 gen Süden. Umplanung, weil meine schwedische Bank mir einen Strich durch die Rechnung macht. Nach Zwischenstopp am Smygehuk weiter in eine gemütliche Herberge in Österlen. Gut 450 Kilometer Strecke.
Morgen geht es die 70 letzten davon zurück nach Trelleborg zur Fähre und zum letzten Großeinkauf.
Nach 4 1/2 Stunden auf dem Wasser via Rügen gen Mecklenburgische Seenplatte. Mirow wartet – hoffentlich.
Bilder folgen später. Bin zu fertig.
/Plan Änderungsson
–
Ergänzung 20100713:
Hier der Tagesbericht vom Sonntag dazu ein paar Bilder:
Ein überraschend warmer Tag. Start gegen 11h bei knapp 30 Grad. Sonne, ein paar Wolken. Zu Stabkirche nach Hedared. Nur 20km. Dann via Borås gen Varberg. Zum Weltkulturerbe »Radiostation Grimeton«. Viel los auf den Straßen. Dazu die Wärme. Drückend. Beständig um 30 Grad. Gegen 13h in Grimeton. Ein spannender Einblick in die Kommunikations- und Technikgeschichte wird rund um die 6, 127m hohen Masten samt Funkstation, geboten. Nach gut 90 Minuten weiter. Auf die E6 gen Süden. Durch Halland nach Skåne. Pause am Hallandsås. Aus finanztechnischen Gründen Planänderung. Statt Blentarp erst einmal gen Smygehuk, via Trelleborg. Dort gegen 18h. Sonne. Immer noch 30 Grad. Aufziehende Wolken von Süden. Im Vhem am Smygehuk alles voll. Nochmalige Planänderung. Anruf in einer Herberge in Österlen. Frei. Auf dorthin. Entlang der Küste. Beißender Geruch von der Ostsee, dazu viele 50er-Strecken. Via Ystad nach Skåne–Tranås. Netter Hof mit vielen Deutschen. Kurz nach halb 8 am Ziel. Die Wolken werden immer dichter. Gegen 21 h ein starkes Gewitter. Endlich Abkühlung. Statt WM-Finale Futter fassen und Tag aufarbeiten. Morgen nach Trelleborg.
erstpublikation: 11/07-2010, 20:37

12/07-2010
Ich hasse deutsche Land. Warum? Wird nachfolgend ausführlich erklärt. Vorher aber etwas anderes. Das schwedische »vandrarhem« und die deutsche »Jugendherberge« sind zwei völlig unterschiedliche Unterkunftstypen. Auch wenn »vandrarhem« gern mit JH übersetzt wird. Dieser Unterschied erschließt sich schon aus den Begriffen. Ende der Durchsage.
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Auf in mein geliebt-gehasstes Deutschland. Start gg 9h bei Wolken und 22 Grad in Österlen. Nach Trelleborg. Einkaufen und für 12:72 Kr. volltanken.
Kurz nach 12 bei brütenden 29 Grad an der Fähre. Auf’s Abstellgleis. Schöner Platz im Eisenbahndeck. Die Fähre »Sassnitz« ist einer der letzten DDR‑Bauaufträge und wurde 1989 in Dienst gestellt. Auf dem Schiff (Abfahrt kurz vor 13h) Licht und Schatten. Einerseits gibt es einen schönen Leseraum, andererseits etwas zuwenige Sitzplätze. Kurzer Rundgang mit ein paar Bildern von Trelleborg, dann in den Leseraum. Auf Deck ist es entweder zu warm oder zu windig. 3 gemütliche Stunden mit Sundsvalls stenstads Architektur folgen. Kurioserweise ist die ganze Zeit ein GPS‑Signal verfügbar, sodass die Überfahrt geloggt wird. Kurz vor 17h in Sassnitz. Bescheidene Beschilderung der Ausfahrt. Am Ende des Hafengeländes eine kleine Überraschung. Mein komisches Aussehen verleitet einen Beamten der Bundespolizei dazu, sich meinen aufgeräumten Kofferraum anzusehen. Naja, danebengelangt. Dafür 5 Minuten in der Sonne brüten. Rauf auf die B96 über Rügen. Endlich wieder enge deutsche Bundesstraße fahren. Bis zur Rügenbrücke keine Überholmöglichkeiten. Weder 2+1-Straßen noch breite, befahrbare Standstreifen. Im Bereich Bergen verabschieden sich viele Schweden. Zum Einkaufen. An der Rügenbrücke keine Haltemöglichkeit. Eine schöne Hängebrücke, die leider unterbelichtet bleibt. Der erste Parkplatz erst nach weiteren 20km an der Ostseeautobahn. Selbige Autobahn wird, bei geringem Verkehrsaufkommen, mit Tempomat bewältigt. Das GPS lotst mich dann durch Neubrandenburg. (18:30h dort). Die Stadt zum sofort wieder umdrehen und nach Schweden fahren. Ein Schilderwald sondergleichen im teilweise irreführenden Tafeln. Und dem Standardhinweis – neben »alle Richtungen« – »Fernverkehr«. Für dem Deutschen nicht Mächtige sehr ungewohnt. Kurz nach 20h in der Jugend(!)herberge in Mirow. Überraschung. Von meiner Buchungsanfrage aus dem April ist nix bekannt. Stattdessen ein bemühter, aber doch hilfloser, Zivi und ein paar freche Kinder. Und ein Milieu, das eher einem Krankenhaus als einer netten Unterkunft gleicht. Böse Erinnerungen an meine Schulzeit werden wach. Aus diesen Gründen die Entscheidung, keine weitere DJH anzufahren. Stattdessen der Entschluss, sich bis an einen Rastplatz an der A10 durchzuschlagen. Lychen fällt damit aus. Durch den Abend und die mecklenburgisch–brandenburgische Pampa gen Süden. Enge Bundesstraße, oft als Allee. Dazu ein aufziehendes Gewitter. Blitzeinschläge rings um mich. Gegen 22h in Gransee. Und dort der erste Kreisverkehr in Deutschland. Bis dahin fanden sich oft an den abgelegensten Stellen Ampelkreuzungen. Weiter. Nun auch einsetzender Regen. Anstrengendes Fahren. Regen bis Oranienburg. Ab dieser Stadt dann zweispurige Schnellstraße zum Berliner Ring. Noch 40km. Gegen 23:15h am Rasthof »Seebach West« an der A10. Ein bissche Futtern dann versuchen zu pennen. Nix mit Bloggen.
Nach nur 4 Stunden hatte ich schon die Schnauze von Deutschland voll. Rekord. Gut 3 Wochen in Skandinavien lassen einen dieses tolle Land in einem ganz anderen Licht erscheinen. Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander.
Dieser Tagesbericht entsteht erst im Nachhinein in DD.
/Autobahn Pennsson
erstpublikation: 13/07-2010, 23:42

13/07-2010
Nach so einem Vortag war nicht mehr viel los. Nur noch irgendwie nach Dresden kommen. Dies beinhaltet auch der Tagesbericht.
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Fortsetzung vom Vortag. War ja iofs ein einziger Tag. Pennen war kaum möglich. Sturm und wenig Platz im alten trotjänare. Sonnenaufgang gegen 5h wird in Bildern festgehalten. Frühstück gegen 6. Angenehme 22 Grad. Noch ein bisschen Zeit schinden, dann kurz nach 8h Aufbruch. Anstrengend. Viel Verkehr auf der A10. Dazu viele Lebensmüde und/oder Unterbelichtete. Weiter über die A13. Streckenweise Tempomatfahrt möglich. Nächster Stopp kurz vor dem Dreieck Spreewald. Wieder Zeit schinden. Ein bisschen Regen. Gegen 10h in Freienhufen. Anruf in DD. Ankunft möglich. Offiziell zwar erst ab 14h aber für mich wird eine Ausnahme gemacht. Das letzte Stück hat es in sich. Ab DD–Nord viel los. Ab DD–West und der A17 komische Geschwindigkeiten. Durch die Tunnel 80, dazu kurze 100er-Abschnitte. In DD–Prohlis runter von der Autobahn. Bei der Abfahrt werde ich fast aufgearbeitet. Naja. Über Langen Weg und Moränenende nach Leuben und Kleinzschachwitz. Nette Pension. Neben den vielen Schweden auf der Autobahn hat sich auch einer in den Dresdner Südosten verirrt und parkt vor der Pension. Mal sehen. Ankunft in DD gegen 12. Duschen, dann pennen. Fix und fertig. Sonne, gut 25 Grad. Abends bloggen. Noch 2 entspannte Tage, dann geht es zurück nach Rhein-Neckar.
/Trött Bilkörningsson
erstpublikation: 13/07-2010, 23:48

14/07-2010
Dresden. Stadt meiner Kindheit. Ein schöner Tag. Danke an die 3 Damen für einen netten Nachmittag.
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Offizielles Urlaubsende datiert auf den 12.07.2010. Hier in Dresden bestätigt sich mein Eindruck von DE leider. Der Erste der Pension täuscht. War nur fertig und wollte pennen. Bei Tageslicht betrachtet ist das Personal ganz nett. Mein Bett gleicht aber eher einem Brett. Sehr hart. Nach den negativen DD+Pension–Erfahrungen vom Vorjahr geht es dieses Mal munter weiter. Naja. Wieder nix für einen nächsten Besuch. Der Tag stand ganz im Zeichen eines weiteren Treffens. Diesmal mit D[…] & 3x J[…]. Am Schillerplatz. Vorher noch ein Besuch im KP Nickern zum Frühstücken. Und einkaufen. Alles mit Bus und Bahn. 10:30–12:30h dort (einschließlich Hinfahrt). Danach zum Schillerplatz. Drückend heiß. 13–16h am Schillerplatz. Schnacken und Bummeln. Danach zurück. Ab halb 6 eine Runde um die Elbe. Fähre Pillnitz – Bus 63 – Körnerplatz – Bus 63 – Karcherallee – Bahn 2 – Kleinzschachwitz. Am Körnerplatz die Suche nach was Essbarem. Wird bei einem Italiener gefunden. Nettes Restaurant in einer alten Mühle. Dazu ein große Terrasse. Soweit, sogut. Dumm nur, dass hier mal wieder Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Der bestellte Salat mit Tomaten und Parmesan ist eine Enttäuschung. Ein großer Batzen Rucola, dazu ein paar Kirsch–Tamatenhälften, das Ganze bedeckt mit breiten Streifen Parmesan. Naja. Nicht viel für gut 8 Euro. Dazu weder Dressing noch sonst etwas. Ohnehin schon genervt und kaum gesättigt gegen halb 8 zurück nach Kleinzschachwitz. Ein bisschen für den nächsten Tag recherchieren. Vielleicht zur Kirche nach Briesnitz. Etwas später, so gegen 22:30 der Entschluss am darauffolgenden Morgen abzureisen. Natürlich mit Begleichung der Quartierkosten. Bis dahin alles fertig machen und pennen. Oder es zumindest versuchen.
Das war’s dann also.
/Spårvagn Busson
erstpublikation: 15/07-2010, 22:07

15/07-2010
Zurück auf Start. Bei gutem Wetter Rücktour von Dresden. 9544 Kilometer mehr auf der Uhr.
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Abreisetag. Auf leisen Sohlen gegen 4:30h zum Auto. Ein bisschen Regen, knappe 20 Grad. Start. Kleine Rundfahrt durch Leuben und Niedersedlitz. Via B172, Zelleschen Weg und Bergstraße zur A17. Weiter zur A4. Dort, am »Dresdner Tor« Tank– und Frühstückspause. Kurz vor 6h weiter. Bis zu Landesgrenze entspanntes Fahren, meist Tempomat. Vor Schmölln der Hinweis auf einen Stau. An der Ausfahrt Sperrung der Autobahn. Unfall im Baustellenbereich. Umleitung durch Schmölln und über eine Bundesstraße zur nächsten Auffahrt Ronneburg. Sehr langsames Vorwärtskommen. An Kreuzungen wird der Verkehr durch die Polizei geregelt. Nach über einer Stunde zurück auf der Autobahn. Weiter vgen Erfurt. Mein Navi will mich unbedingt über die A9 lotsen. Erst bei Eisenach wird mein geplanter Routenverlauf richtig angezeigt. Weiter nach Hessen, immer noch Tempomat. Ab der A5 ist das dann vorbei. Dichter Verkehr gen Ffm. Daran ändert sich nichts mehr. Gegen 12h zurück auf Start. Bis dahin nur 2 Pausen. Wetter die ganze Zeit angenehm. Ein paar, mehr oder weniger dichte, Wolken; um 25 Grad. Ende nach 9544 Kilometern und gut 4 Wochen.
/Semester Slutsson
erstpublikation: 15/07-2010, 22:09


Teil 6: Im Herzen | Abschlussbemerkungen

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